Value-Rechner Sportwetten: was er leistet, wo er irrt, was er kostet

Updated Oktober 2026
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Aktualisiert am Oktober 18, 2026 · 2026 · geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos Sporttip (Version 4.2) und das Jouez-Sport-Reglement, 17. Ausgabe (September 2024).

Ein Lineal und ein Winkelmesser liegen neben einem leeren karierten Heft auf einem Schreibtisch.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Ein Value-Rechner verarbeitet zwei Dinge: die Quote, die ein Veranstalter anbietet, und die Wahrscheinlichkeit, die der Spielende dem Ereignis beimisst. Das Ergebnis ist eine Zahl, die nichts über den Ausgang des Spiels sagt und nichts über die Quote, die ein anderer Veranstalter gestellt hätte. Sie sagt, ob die Quote der eigenen Schätzung standhält – und wie viel der Veranstalter im Schnitt behält.

Was ein Value-Rechner für Sportwetten tatsächlich tut

Ein Rechner ersetzt kein Wettprogramm und kein Tippspiel. Was er leistet, lässt sich in drei Schritten beschreiben.

Ein Boxsack hängt an einer Kette in einem leeren Trainingsraum mit hellem Holzboden und grossen Fenstern.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500.

Die implizite Wahrscheinlichkeit aus der Quote

Eine Quote von 2.10 sagt aus: Wettende glauben, das Ereignis tritt mit Wahrscheinlichkeit 1 ÷ 2.10 ein – grob 47.6 %. Eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %. Die Formel lautet durchgängig 1 ÷ Quote, und sie liefert genau die Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter seinen Preis «meint». Schon hier lohnt es sich, langsam zu lesen: Wer mit dem Rechner prüft, ob eine Quote «gut» ist, vergleicht anschliessend nicht die Quote mit einer anderen Quote, sondern diese implizite Zahl mit der eigenen Einschätzung – dem Modell oder dem Bauchgefühl.

Liegt die eigene Schätzung über der impliziten Wahrscheinlichkeit, sieht der Rechner einen positiven Erwartungswert, einen sogenannten «Value». Liegt sie darunter, ist die Quote aus dieser Sicht zu niedrig. Liegt sie gleichauf, decken sich Buchmachermeinung und eigene Einschätzung exakt – und auf Dauer kassiert der Veranstalter seine Marge.

Eine ruhige Schwimmhalle mit glattem Wasser im Becken und gespannten Bahnleinen, Licht fällt durch hohe Fenster.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019.

Die Marge, die im Markt steckt

Haben die Quoten den Buchmachern ein bisschen Luft gelassen, addiert sich diese Luft über alle möglichen Ausgänge eines Marktes zu einer Marge. Das ist der Anteil vom Einsatz, den der Veranstalter im Mittel behält – unabhängig davon, wer gewinnt. Eine ausführliche Erklärung folgt im Abschnitt zur Marge; hier genügt der Hinweis: Die Marge ist kein Fehler in einer einzelnen Quote, sie ist das Kennzeichen eines vermarkteten Marktes.

Der erwartete Wert als Euro-Betrag

Aus Quote, eigener Wahrscheinlichkeit und eingesetztem Betrag zieht der Rechner den Erwartungswert, der bei vielen Wiederholungen dieses Wettgeschäfts im Mittel übrig bleibt. Die Rechnung lautet: Erwarteter Wert = Einsatz × (eigene Wahrscheinlichkeit × Quote − 1). Ein positiver Wert ist kein Gewinnversprechen. Er ist ein Mittelwert über sehr viele Wetten, nicht das Ergebnis einer einzelnen.

Wettmärkte und Quotenformen, die ein Rechner verarbeitet

Im Schweizer Markt bestimmen zwei Veranstalter, was überhaupt angeboten wird, und ein Rechner kann nur damit arbeiten, was diese Veranstalter listen.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Die Einzelwette ist die Grundform: eine Quote, ein Ausgang, ein Gewinn. Bei Sporttip ergibt er sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote – der Rechner braucht also nur das Produkt, den Wettende behält die Kontrolle über die Auswahl. Eine Systemwette bricht die Kombination in mehrere kleinere Kombinationen auf; sie kostet mehr Einsatz, deckt aber mehr Pfade ab. Sporttip setzt den Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000. Mindestens kostet eine Sporttip-Wette CHF 1.

Bei Jouez Sport liegt die Reihenfolge leicht anders: Mindesteinsatz CHF 2 online, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples ebenfalls CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten beträgt CHF 500 und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen.

Livewetten und die Zeitachse

Sporttip-Livewetten gelten unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für den Rechner bedeutet das: Die Quote, die der Bildschirm eine Sekunde vor dem Tor zeigt, ist nicht garantiert die Quote, mit der die Wette bewertet wird. Wer live rechnet, muss mit dieser Korrektur rechnen.

Cash-Out: nicht alle Wetten lassen sich vorzeitig beenden

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live – aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der ausgezahlte Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten, ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Ein Rechner kann Cash-Offerts nur schwer abbilden, weil der angebotene Betrag selbst ein Stück «Marge in der Marge» ist – der Veranstalter sichert sich zusätzlich ab.

Kombiboost, Quotenboost, Profitboost

Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Spezielle Märkte und abhängige Ereignisse

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Praktisch heisst das: Ein Rechner kann Wettkombinationen, die der Veranstalter gar nicht annimmt, nicht sinnvoll bewerten. Wer eine Idee hat, die nur über den Bet Builder geht, gibt dessen Quoten einzeln in den Rechner – nicht die Fantasiequote einer nicht angebotenen Kombi.

Die zwei Veranstalter, denen in der Schweiz die Bewilligung zusteht

Die Bewilligungslandschaft ist eng: Nur zwei Veranstalter dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Wer bei einem anderen Anbieter spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Geldspielgesetzes.

Swisslos Sporttip

Swisslos – die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel – veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto steht nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Gebiet offen, das Mindestalter ist 18 Jahre, eine Spielsperre darf nicht bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren.

Die Spielregeln und Teilnahmebedingungen (Version 4.2) tragen den Stand 2026: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Ein Detail, das ein Rechner gerne vergisst: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, ist die Wette ungültig – Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Wer ein System auf Annahmen über mehrere Tage baut, muss diese Klausel mitbedenken.

Loterie Romande – Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden. Das Online-Konto steht nur Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet offen, die Mindest- und Höchsteinsätze wurden bereits genannt. Online und in Verkaufsstellen gelten unterschiedliche Mindestbeträge, was bei gemischten Spielformen – Quittung am Schalter, Beleg im Internet – leicht übersehen wird.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blocken; Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains. Für im Inland wohnhafte Spielende heisst das: Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, Schweizer Spielerschutzregeln greifen nicht, und das im Kanton geltende Steuerrecht – Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig – findet ohne Freibetrag Anwendung.

Betscore, Duelbits, Rabona, bet-at-home, Interwetten, BDMBet, Betify und MrXbet verfügen über keine Schweizer Bewilligung. Wer dort spielt, sollte wissen, dass keine Schweizer Verbraucherschutzregeln greifen.

Marge und Auszahlungsquote: das, was jeder Quote innewohnt

Wie die Marge aus den Quoten eines Marktes sichtbar wird

Ein Rechner zeigt die Marge nicht direkt – er zeigt sie als den Anteil, der von jedem investierten Franken im Mittel beim Veranstalter bleibt. Die Rechnung geht für einen Zweiwege-Markt wie folgt: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂). Die Marge ist 1 − Auszahlungsquote.

Für ein illustratives Beispiel mit zwei gleich hohen Quoten – jeder Ausgang wird mit 1.90 quotiert – lautet die Rechnung: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) = 1 ÷ 1.0526 ≈ 0.95. Die Auszahlungsquote liegt bei rund 95 %, die Marge entsprechend bei rund 5 %. In der Praxis sind die Quoten selten symmetrisch – die impliziten Wahrscheinlichkeiten plus Marge summieren sich nicht zu 1, sondern zu über 1; genau diese Summe, eins minus ihr Kehrwert, ist die Marge.

In Bandbreite ausgedrückt: Bei einem weitgehend ausgeglichenen Zweiwege-Markt auf 1.90 / 1.90 liegt die Marge in der Grössenordnung von etwa 5 %. Bei stärkeren Ungleichgewichten – etwa 1.50 / 2.75 – steigt die Marge oft gegen 6 bis 8 %, und bei sehr schiefen Märkten wie 1.05 / 12.00 sind 10 % und mehr nicht ungewöhnlich. Wer den exakten Wert für ein konkretes Spiel wissen will, gibt die Quoten in einen Auszahlungsrechner und subtrahiert das Ergebnis von 100 %.

Warum die Marge nicht das Problem ist – aber der Grund, warum die Quote allein nicht reicht

Die Marge gehört zum Geschäftsmodell. Sie erklärt, warum der blosse Tipp auf den Favoriten über lange Strecken verliert: Der Rechner addiert die impliziten Wahrscheinlichkeiten zu einem Wert über 100 %, und diese «Über 100 %» ist genau die Marge. Wer als Wettender trotzdem gewinnen will, braucht nicht eine «bessere Quote» im Schnitt, sondern einen besseren Wahrscheinlichkeitsschätzer. Das ist exakt das, was ein Value-Rechner nutzt – er vergleicht die implizite Wahrscheinlichkeit des Buchmachers mit der eigenen.

Wer in der Schweiz spielen darf – und wer besser nicht

Voraussetzungen für die Online-Registrierung

Wer sich bei Swisslos online registriert, muss mindestens 18 Jahre alt sein, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet haben und darf keine Spielsperre haben. Die Identität wird über einen Ausweis verifiziert, die Daten werden gegen Adressdatenbanken geprüft. Bei Sporttip selbst gilt zusätzlich: Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Verlustlimiten und Einzahlungslimiten

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen – die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; das ist strenger als die gesetzliche 24-Stunden-Frist nach Art. 87 VGS. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Spielsperre und Schutz für Minderjährige

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer ausgeschlossen ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne; eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben, mit Beteiligung einer Fachstelle.

Steuern auf Gewinne

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen – die ESTV zählt Sportwetten ausdrücklich dazu – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; ab 1.1.2026 liegt der bundesrechtliche Schwellenwert bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400), die kantonalen Schwellenwerte unterscheiden sich. Über dem Schwellenwert zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die bei der Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Für die meisten Wetten bleibt das irrelevant – sie liegen weit unter dem Freibetrag. Gewinne aus ausländischen Grossspielen werden im Kanton Thurgau ohne Freibetrag besteuert; in anderen Kantonen ist die Praxis unterschiedlich. Pauschale Aussagen sind hier nicht möglich; eine verbindliche Auskunft gibt das kantonale Steueramt oder ein Steuerberater.

Werbe- und Bonusregeln

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten; Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit Bussen bis CHF 500’000 geahndet. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; in 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Wer von Bonusangeboten hört – über welche Kanäle auch immer –, sollte prüfen, ob die Bewilligung des Anbieters überhaupt Werbung erlaubt.

Auszahlungen, Einzahlungen und steuerliche Grenzen

Spielguthaben und Wallet-Limiten

Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein kaufen – Mindestbetrag CHF 20 –, in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Beim Aufladen bietet Swisslos unter anderem PostFinance Pay an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.

Auszahlungen und Verfall

Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen.

Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks. Wer sich gegen eine verweigerte Auszahlung wehren will, muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben – diese Frist ist kurz, verglichen mit der Gewohnheit, das «später zu klären».

Bargeldlose Zahlung – kein Schweizer Sonderweg bei ausländischen Anbietern

Schweiz kennt kein Zahlungsverbot für ausländische Wettanbieter; ob eine Bank oder ein Kartenherausgeber eine Zahlung blockiert, ist deren eigene Entscheidung. Verlangt wird nur, dass Gewinne und Guthaben auf ein Konto im Namen des Spielenden fliessen – anonym oder in Kryptowährungen auszahlen lässt ein bewilligter Veranstalter nicht.

Verantwortungsvolles Spielen – das, was der Rechner nicht sieht

Was ein errechneter Vorteil leistet – und was nicht

Ein Value-Rechner rechnet im Mittel über sehr viele Wetten. Verlustserien schliesst er nicht aus. Wer vier von fünf Wetten verliert und beim fünften gewinnt, hat im Mittel trotzdem einen Vorteil – aber ein negatives Jahr, in dem diese Verlustserie genau hineinfällt, fühlt sich nicht nach Mittelwert an. Wer mit dem Rechner arbeitet, behält zwei Dinge im Auge: einen festen Einsatzrahmen, der Verlust tageweise, wochenweise und monatsweise abdeckt, und die realen Verlustlimiten, die Swisslos verlangt.

Selbstsperre und Schutzregister

Eine Spielsperre in der Schweiz ist mehr als ein Knopf in der App: Sie wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Sperre dauert zwischen einem Tag und 180 Tagen; eine unbefristete Sperre hebt nur eine Fachstelle auf. Ein Vorteil, den Schweizer Spielende gegenüber Spielern bei ausländischen Anbietern haben: Eine gesetzte Sperre dort wird nicht in das Schweizer Register übertragen – das Schweizer Register schützt nur vor Schweizer Veranstaltern.

Eingeschränkte Rechte bei Tests und Jugendschutz

Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt – eine Sportwette wurde in 47.5 % von 200 Fällen an Minderjährige verkauft. Das ist kein Randbefund; es bedeutet, dass der Schutz an der Verkaufsstelle in der Praxis durchlässig ist. Online gelten die Alters- und Identitätsprüfungen deutlich strenger, aber wer am Schalter spielt, sollte sich nicht auf die Kontrolle verlassen.

Wer die zwei Veranstalter im direkten Vergleich sucht

Eine Seite hat in der Schweiz zwei Veranstalter. Die Tabelle trägt die wesentlichen Felder zusammen – ohne Wertung, weil die Entscheidung letztlich am Wohnsitz hängt.

Marke Bewilligung Träger
Swisslos Sporttip Schweizer Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Vertragsgebiet deutschsprachige Kantone, Tessin und Liechtenstein
Loterie Romande – Jouez Sport Schweizer Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung unter BGS) Société de la Loterie de la Suisse Romande; Vertragsgebiet Westschweiz (FR, GE, JU, NE, VD, VS)

Wer seinen Wohnsitz in der Deutschschweiz oder im Tessin hat, hat bei Swisslos ein Konto und kann bei Loterie Romande keines eröffnen. Wer in der Romandie wohnt, hat es umgekehrt. Beide bieten ein ähnliches Spektrum an Wettmärkten – Sporttip im Detail dokumentierter, Jouez Sport mit eigener Auszahlungslogik – und beide haben ihre Hausregeln, die in den Rechner einfliessen, wenn die Rechnung ernst genommen werden soll.

Wann der Rechner an seine Grenzen stösst

Ein Rechner rechnet. Was er nicht kann: kontrollieren, ob die eingegebene Wahrscheinlichkeit stimmt. Wer die eigene Schätzung überschätzt, sieht einen «Value», wo keiner ist. Wer sie systematisch unterschätzt, sieht überall rote Zahlen und schreibt sie dem Anbieter zu, obwohl die Quote fair war. Das ist der Grund, warum professionelle Wettende ihre Modelle über Jahre pflegen und die meisten Freizeitspieler mit dem blossen Bauchgefühl besser beraten sind, wenn sie keine mehrere Hundert Spiele umfassende Stichprobe vorlegen können.

Drei weitere Punkte, die in Rechnern gerne fehlen: aktuelle Quoten, schwankende Cash-Out-Angebote und die Annahmebedingungen für abhängige Ereignisse. Der Rechner sieht nicht, ob die Quote gerade von 1.85 auf 1.95 gesprungen ist; er sieht nicht, dass Swisslos Cash-Out jederzeit ändern oder zurückziehen kann; er sieht nicht, dass ein bestimmtes Ereignis nur über den Bet Builder angeboten wird. Wer ihn nutzt, nutzt ihn mit diesen Lücken – nicht trotz ihnen.

Häufige Fragen zu Value-Rechnern und Schweizer Sportwetten

Wie funktioniert ein Value-Rechner, und welche Angaben braucht er?

Ein Value-Rechner verarbeitet zwei Zahlen: die angebotene Quote und die selbst geschätzte Wahrscheinlichkeit. Aus ihnen berechnet er die implizite Wahrscheinlichkeit (1 ÷ Quote), die Marge des Marktes und den erwarteten Wert einer Wette in Franken. Wer nur eine Quote eingibt, erhält eine Beschreibung des Marktes – keinen Value.

Wie lässt sich die implizite Wahrscheinlichkeit aus einer Quote berechnen?

Die Rechnung lautet 1 ÷ Quote. Eine Quote von 2.10 entspricht 47.6 %, eine Quote von 1.50 entspricht 66.7 %, eine Quote von 4.00 entspricht 25 %. Diese Zahl ist die Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter «meint» – sie ist der Vergleichspunkt für die eigene Schätzung, nicht die zu setzende Quote.

Wie wird die Marge des Anbieters aus den Quoten eines Ereignisses sichtbar?

Addiert man die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes und bildet den Kehrwert der Summe, erhält man die Auszahlungsquote. Subtrahiert man diese von 100 % (oder von 1 in Dezimalform), hat man die Marge. Für 1.90 / 1.90 liegt sie bei rund 5 %; bei schiefen Märkten steigt sie deutlich.

Warum ist das Ergebnis eines Rechners nur so gut wie die eingegebene Wahrscheinlichkeitsschätzung?

Der Rechner rechnet mechanisch. Eine Überschätzung der eigenen Trefferquote erzeugt einen positiven Erwartungswert, der keiner ist; eine Unterschätzung erzeugt eine rote Zahl, die die Quote nicht verdient. Wer über mehrere Hundert Wetten keine konsistent überlegene Schätzung vorlegen kann, arbeitet besser mit festen Limits als mit einem Rechner.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und wie wird er bei Sporttip gerundet?

Der Gewinn ist Einsatz mal Quote. Bei Kombinationswetten gilt das Produkt der Einzelquoten als Gesamtquote. Sporttip rundet den Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und anschliessend auf 5 Rappen genau ab; das fällt bei kleinen Einsätzen nicht ins Gewicht, bei vielen kleinen Kombinationen aber durchaus.

Welche Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport, und wie lassen sich Verlustlimiten setzen?

Sporttip nimmt pro Einzel- oder Kombinationswette höchstens CHF 1’000 und pro Systemwette höchstens CHF 10’000 an; Mindesteinsatz CHF 1. Jouez Sport nimmt online höchstens CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette an, ein Multiples-Schein höchstens CHF 7’500 insgesamt. Verlustlimiten setzen Sporttip-Spielende vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage – Senkung sofort, Erhöhung erst nach 72 Stunden; eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage ist zusätzlich möglich. Beide Veranstalter sind verpflichtet, solche Limiten anzubieten.

Inhalt erstellt vom Team «asiahandicapch»