Europameisterschaft 2028 wetten in der Schweiz – was es kostet, was es bringt

Updated Oktober 2026
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Stand: Oktober 18, 2026 – geprüft gegen die Gespa-Geldspielaufsicht und die Spielregeln der beiden bewilligten Schweizer Veranstalter.

Wer in der Schweiz auf eine Fussball-Europameisterschaft wetten will, hat genau zwei Anbieter zur Auswahl. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport – beide brauchen eine Schweizer Bewilligung, beide nehmen nur Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet auf. Alles, was daneben im Internet wirbt, ist hier nicht erlaubt. Hier erfahren Spielende, was eine Wette bei einem bewilligten Veranstalter kostet, was die Quote über die Chancen sagt und was Bonusaktionen tatsächlich bedeuten. Die Endrunde, um die es geht, ist die EM 2028; die letzte EM war 2024 in Deutschland, das Turnier wird alle vier Jahre gespielt.

Ein Fussballtor mit weissem Netz steht auf frisch gemähtem Rasen, die hellen und dunklen Streifen im Gras leuchten im Gegenlicht.
Das Finale der Fussball-Europameisterschaft 2028 ist am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Die zehn Anbieter im Überblick

Die Liste beschränkt sich auf die zwei bewilligten Schweizer Veranstalter und auf acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung, an denen Schweizer Spielende im Internet vorbeikommen. Bewilligt heisst: Gespa-Aufsicht, Schutz durch das Schweizer Geldspielgesetz, Geld zurück im Streitfall. Ohne Bewilligung heisst: keine Schweizer Aufsicht, keine Spielsperre, die im Inland gilt, kein Rechtsweg vor einer Schweizer Behörde, ausländische Lizenzen haben hier keine Kraft. Welcher Anbieter zu welcher Gruppe gehört, ist die wichtigste Trennlinie dieser Seite.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne; Aufsicht Gespa
bet-at-home keine Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
1Bet keine Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Duelbits keine Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
GG.BET keine Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
BetFury keine Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Betscore keine Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz nicht etabliert; in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
X3Bet keine Schweizer Bewilligung ausgewiesene Lizenz Tobique (Kanada); in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)

Die Gespa publiziert nur die Liste der gesperrten ausländischen Domains, keine Liste «weiterer bewilligter» Buchmacher – es gibt keine. Wer in der Schweiz Sportwetten anbietet, ist Veranstalter eines Grossspiels und braucht eine Bewilligung; die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, ersetzt diese Bewilligung nicht.

Ein alter Holzsitz auf einer leeren Stehplatztribüne, darunter verwitterte Betonstufen in der Nachmittagssonne.
Die Fussball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften statt.

Was die EM ist und wann sie stattfindet

Die Fussball-Europameisterschaft wird seit 1960 ausgetragen, organisiert von der UEFA, alle vier Jahre. Seit 2016 spielen 24 Mannschaften mit, davor waren es von 1996 bis 2012 sechzehn. Rekordsieger ist Spanien mit vier Titeln, Deutschland hat drei (1972, 1980, 1996), Rekordtorschütze ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Die letzte Endrunde war die EM 2024 in Deutschland vom 14. Juni bis 14. Juli 2024; Spanien besiegte England im Berliner Olympiastadion mit 2:1 und holte den vierten Titel. Sechs Spieler trafen je dreimal: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz; insgesamt 2’681’288 Zuschauerinnen und Zuschauer sahen die 51 Spiele.

Eine Europameisterschaft findet 2026 nicht statt. Die nächste Endrunde ist die EM 2028, sie läuft vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland. Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 im Londoner Wembley-Stadion. Gespielt wird in sechs Vierergruppen, danach Achtelfinale (24. bis 27. Juni), Viertelfinale (30. Juni und 1. Juli), Halbfinale (4. und 5. Juli) und Finale; ein Spiel um Platz drei gibt es nicht. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast: zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams, die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Wer also jetzt schon eine Langzeitwette auf den Turniersieger abschliessen will, wettet auf ein Ereignis, dessen Teilnehmer noch nicht feststehen.

Eine Wette auf die Europameisterschaft ist immer auch eine Wette darauf, dass ein Spiel stattfindet. Turniere verschieben sich, Mannschaften werden zurückgezogen, ein Schlüsselspieler fällt verletzt aus. Die Sporttip-Spielregeln behandeln abgesagte oder abgebrochene Spiele nach festen Regeln; der Wettschein wird in der Regel ungültig, sobald ein Ereignis nicht stattfindet, und der Einsatz wird zurückerstattet. Wer seine Wette gegen ein solches Risiko absichern will, findet in den Spielregeln die Bedingungen, nicht auf der Werbeseite.

Rechtslage in der Schweiz: nur zwei Veranstalter sind erlaubt

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019). Aufsichtsbehörde ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern; sie ist nicht zu verwechseln mit der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel, geregelt in den Artikeln 21 bis 25 BGS. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), egal aus welchem Land sie stammt.

Ein Fahrrad lehnt an einer Mauer in einer Altstadtgasse, das Kopfsteinpflaster glänzt nass nach dem Regen.
Bei der Fussball-Europameisterschaft 2024 erzielten sechs Spieler je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit Sitz in Basel führt Sporttip im deutschsprachigen Vertragsgebiet: Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug, Zürich, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande mit Sitz in Lausanne betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in einem anderen Kanton wohnt, kann sich nur beim Veranstalter seines Gebiets registrieren.

Online-Konten werden nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet eröffnet, mit Ausweis und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keine Schweizer Aufsicht, keine Verbindung zum schweizweiten Ausschlussregister und im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg. Die Gespa kann die Domains ausländischer Anbieter auf die Sperrliste setzen; Schweizer Telekomanbieter sperren sie über DNS. Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist in der Schweiz verboten und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft werden (Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS). Ausländische Plattformen, die Schweizer Spielende dennoch annehmen, machen sich nach Art. 130 BGS strafbar, nicht die Spielenden selbst – aber Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Kontrolle, ob die Quoten fair sind oder Auszahlungen tatsächlich erfolgen.

Verantwortung beim Wetten: Limiten, Pausen, Sperre

Bevor die erste Sporttip-Wette platziert wird, verlangt der Anbieter, dass Spielende Verlustlimiten für einen, sieben und dreissig Tage setzen, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 (CHF 1’000 für unter 21-Jährige, die bei Sporttip ohnehin nicht teilnehmen dürfen). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Die Statuten schreiben vor, dass überhaupt eine oder mehrere Maximalwerte für tägliches, wöchentliches oder monatliches Einsatz- oder Verlustvolumen gesetzt werden müssen; die Werte selbst legt der Anbieter in seinen Bedingungen fest. Eine schweizweite staatliche Einsatzobergrenze existiert nicht.

Wer sich selbst aussperren will, kann bei Sporttip den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren lassen, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und in Liechtenstein. Die Gespa schreibt eine Selbstsperre von drei Monaten Mindestdauer vor, bevor sie auf Antrag wieder aufgehoben werden kann, mit Begleitung durch eine Fachstelle. Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Wer gesperrt ist oder das Alter von 18 Jahren nicht erreicht hat, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Was die Aufsicht 2025 selbst gemessen hat: Bei Testkäufen an Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Versuchen eine Sportwette an Minderjährige verkauft. Das ist kein Werbeversprechen, sondern ein Kontrollergebnis, das zeigt, warum die Online-Identitätsprüfung überhaupt eingeführt wurde. Wer das Gefühl verliert, wie viel er oder sie einsetzt, findet Hilfe bei der Fachstelle für Suchtfragen, bei der Gespa selbst und bei der nationalen Plattform «SOS-Spielsucht». Eine Spielsperre ist kein Eingeständnis von Schwäche, sondern Teil des Werkzeugs, das das Geldspielgesetz allen Bietern mitgibt.

Bonus und Gratiswette: was es kostet, was es bringt

Die Werbung spricht von «Gratiswette», «Bonus» und «Boost», die Realität heisst Bedingungen. Bei Sporttip sind die häufigsten Aktionsformen Quotenboosts und Profitboosts, beide nur online, beide nur einmal pro Person und Wette nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost ersatzlos. Ein Quotenboost erhöht die Quote einer Prematch-Einzelwette auf eine Voraussage; ein Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen genannten Prozentsatz.

Daneben gibt es den Sporttip-Kombiboost, ebenfalls nur online, ebenfalls an Bedingungen geknüpft: mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von je 1.50 oder höher, Bonus auf den Nettogewinn 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung gedeckelt. Wer unter der Mindestquote liegt, lässt den Boost aus; wer unter der Mindestanzahl Voraussagen bleibt, sowieso. Der «Gratis»-Charakter verschwindet schnell, sobald die Bedingungen dazukommen.

Bei einer Gratiswette, deren Einsatz mit dem Gewinn nicht zurückgezahlt wird – was im Markt üblich ist –, ist der tatsächliche Wert der Wette kleiner als der Nennwert. Auf einer Quote von 2.10 ist eine CHF-10-Gratiswette im Durchschnitt rund CHF 4.50 wert, nicht CHF 10. Bei 3.40 sind es rund CHF 6.20, bei 3.60 rund CHF 6.50. Diese Werte sind Schätzungen auf Basis der Auszahlungsquote des Markts, nicht garantierte Gewinne. Wer eine Gratiswette einlöst, sollte wissen, dass die Quote, zu der sie gespielt wird, über den Wert entscheidet – niedrige Quoten entwerten den Bonus, hohe Quoten bringen mehr, aber mit höherem Risiko.

Die Gespa verlangt für Gratisspiele und Gratisspielguthaben eine vorgängige Bewilligung (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 hat sie 24 Bewilligungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Beide Veranstalter sind deshalb zurückhaltend mit Aktionen, die nicht bewilligt sind, und die bewilligten Aktionen fallen klein aus. Wer einen Bonus sucht, der «grosszügig» wirkt, sucht ihn am ehesten bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung – und damit ausserhalb des Schutzes, den das BGS bietet. Werbung für Boni kann zudem irreführend sein; das BGS verbietet irreführende Werbung (Art. 74).

Was eine Aktion wert ist, hängt am Ende nicht an der Zahl auf dem Werbebanner, sondern an drei Zahlen: Mindestquote, Umsatzfaktor, Frist. Wer eine Aktion liest, liest zuerst diese drei.

Die Wett-App: was sie kann und was sie nicht ersetzt

Eine App ist eine Bedienoberfläche, keine Bewilligung. Bei Sporttip läuft die App auf demselben Konto, denselben Regeln, denselben Limiten wie die Webseite. Was zählt, ist, ob die Bedienung übersichtlich ist, ob die Ladezeiten kurz bleiben und ob das Smartphone dieselben Informationen zeigt, die am Rechner verfügbar sind – Wettauswahl, Quotenverlauf, offene Wetten, Cash-Out-Status. Die App ersetzt weder die Identitätsprüfung noch die Verlustlimiten noch die Spielsperre.

Wer die App eines Anbieters ohne Schweizer Bewilligung nutzt, spielt auf einer Plattform, die in der Schweiz nicht zugelassen ist. Das hat zwei Folgen. Erstens: Im Streitfall gibt es keine Schweizer Aufsicht, an die man sich wenden kann, und kein Schweizer Gericht, das die Auszahlung erzwingt. Zweitens: Die Identitätsprüfung, die das BGS verlangt, läuft nicht über die Schweizer Gespa und nicht gegen das Schweizer Ausschlussregister. Wer sich selbst für die Westschweizer Loterie sperren liess, ist auf einer ausländischen App trotzdem nicht gesperrt, weil die Sperre dort nicht eingetragen ist.

Bei Sporttip ist die mobile Bedienung eng an das Spielerkonto gekoppelt: dasselbe Login, dieselben Limiten, dieselbe Auszahlung auf das hinterlegte Schweizer Bankkonto oder die hinterlegte Schweizer Karte im eigenen Namen. Auszahlungen an anonyme Konten, Kryptowährungen oder Drittkonten sind nach der Spielregeln-Lage ausgeschlossen, weil Gewinne nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt werden. Eine kleine Sache, die das Vertrauen in den Anbieter verändert, lange bevor die erste Wette platziert ist.

Prognosen und Tipps: warum keine Vorhersage sicher ist

Eine Wettprognose ist eine Schätzung, kein Versprechen. Wer für die EM 2028 einen Tipp abgibt, schätzt die Form einer Mannschaft, die Kadertiefe, den Spielplan, die Reisebelastung und den Zustand der Schlüsselspieler zum Zeitpunkt des Turniers. Ein Quotenvergleich zeigt, wie der Markt diese Schätzung bewertet; je niedriger die Quote, desto höher schätzt der Markt die Wahrscheinlichkeit ein. Die Quote ist aber keine Wahrscheinlichkeit, sondern der Preis, den der Anbieter für die Wette zahlt – und in jeder Quote steckt die Marge des Anbieters. Auf der 1.20 eines klaren Favoriten liegt die Marge genauso wie auf der 8.00 der Aussenseiter.

Wer seine eigene Prognose gegen den Markt prüfen will, vergleicht die Quoten mehrerer Anbieter für dasselbe Ereignis. In der Schweiz heisst das: Swisslos und Loterie Romande – mehr gibt es nicht. Wer ausländische Plattformen vergleicht, sieht andere Quoten, anderes Wettprogramm, andere Märkte – und handelt sich die rechtlichen Folgen ein, die im Abschnitt zur Rechtslage stehen. Eine Schweizer Bewilligung schützt die Wette nicht vor Verlust; sie schützt die Auszahlung, die Spielsperre und den Weg zur Aufsicht.

Was nicht funktioniert: Tipps aus dem Internet, die einen «sicheren Gewinn» versprechen. Kein System gewinnt dauerhaft, kein Tipp ist sicher, und Sportwetten sind kein Einkommen. Wer sich daran hält, gewinnt nicht öfter – verliert aber seltener das, was er nicht riskieren wollte.

Wettarten und Quoten: was eine Quote über die Wette sagt

Eine Wette ist eine Vereinbarung über einen Einsatz und einen möglichen Gewinn. Der Einsatz wird mit der Quote multipliziert, das Ergebnis ist die Brutto-Rückzahlung im Gewinnfall. Bei einer Einzelwette auf eine Voraussage – Heimsieg, Auswärtssieg, Unentschieden, «die Schweiz kommt weiter» – gilt diese Rechnung direkt. Bei einer Kombiwette werden die Quoten der einzelnen Voraussagen multipliziert; eine Vierer-Kombi mit Quoten 1.50, 1.80, 2.10 und 2.40 ergibt eine Gesamtquote von rund 13.6, ein Einsatz von CHF 10 wird im Gewinnfall mit CHF 136 zurückgezahlt. Bei einer Systemwette werden mehrere Kombinationen aus denselben Voraussagen gebildet; die Auszahlung hängt davon ab, wie viele Voraussagen richtig sind.

In jeder Quote steckt die Marge des Anbieters. Die Auszahlungsquote eines 1X2-Markts errechnet sich, indem die Kehrwerte der drei Quoten addiert und 1 durch die Summe geteilt wird. Für ein illustratives Beispiel mit den Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 ergibt sich:

Das ist der Anteil, den der Anbieter im Durchschnitt von jedem Franken Einsatz auf diesem Markt behält; er ist über die ganze Bundesliga-Saison und erst recht über ein ganzes Turnier stabiler, als die Quoten es suggerieren. Die Spanne realistischer Margen im 1X2-Fussball liegt je nach Anbieter und Event zwischen etwa 3 % und 8 %; die Marge dieses Beispiels liegt am unteren Rand, was für einen bewilligten Anbieter auf einem stark umkämpften Markt spricht. Das ist der statistische Preis, den jede Wette kostet, unabhängig davon, ob sie gewinnt oder verliert.

Was die Quote nicht sagt: was im Spiel passieren wird. Bei Sporttip zählt zur regulären Spielzeit die reguläre Spieldauer (Fussball: 90 Minuten) plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei Live-Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, wertet Sporttip zur Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten ebenfalls mit 1.00 werten. Wer live wettet, achtet auf den Spielstand, nicht auf den Tipp, den er oder sie vor einer Stunde abgegeben hat.

Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, nur online, nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Wettgewinn bei vollem Ablauf, hängt vom Stand der Ereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt zur Verfügung steht; eine ausgeführte Cash-Out-Wette lässt sich nicht rückgängig machen. Wer Cash-Out nutzt, nimmt den kleineren sicheren Betrag und gibt die Chance auf den grösseren ungewissen Gewinn ab; beides ist eine bewusste Entscheidung, keine Pflicht.

Wetten auf mehrere Voraussagen derselben Sportveranstaltung – zum Beispiel Ergebnis und Tore in einem Spiel – sind bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion zulässig. Werden solche Wetten ohne diese Funktion angenommen, kann Swisslos die ganze Kombiwette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer auf dem Wettschein zum Beispiel Heimsieg und «über 2,5 Tore» kombinieren will, prüft, ob der Anbieter die Bet-Builder-Option anbietet, statt auf die Annahme zu vertrauen.

Die EM 2028 als Wettanlass: was gespielt wird

Wer auf die EM 2028 wettet, wettet auf eine Endrunde, deren Teilnehmerfeld sich erst über die Qualifikation füllt. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast, die Spiele beginnen 2027. Eine Langzeitwette auf den Turniersieger ist deshalb über ein Jahr im Voraus platzierbar und damit eine Wette auf eine sehr junge Einschätzung. Die Quote auf den Favoriten sinkt, sobald die Kader bekannt sind, und sie schwankt mit jeder Verletzung, jeder Sperre und jeder unerwarteten Niederlage in der Vorbereitung.

Wer auf den Gruppensieger wettet, wettet auf drei Spiele in einer Gruppe mit vier Teams, bevor die K.-o.-Phase beginnt. Wer auf das Erreichen des Halbfinals oder des Finals wettet, wettet auf eine K.-o.-Serie, in der ein Spiel das Turnier beenden kann. Die mögliche Auszahlung wächst mit der Zahl der Runden, die ein Team überstehen muss, und mit der Unsicherheit über den genauen Turnierverlauf. Genau diese Unsicherheit ist der Grund, warum Langzeitwetten quotiert sind, wie sie quotiert sind: Der Anbieter weiss so wenig wie die Wettenden, was passieren wird, und baut in jede Quote die Marge ein.

Was am Turnier tatsächlich auf dem Spiel steht: der Spielplan mit Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 in Cardiff und Finale am 9. Juli 2028 in Wembley, sechs Vierergruppen und eine K.-o.-Phase ab dem 24. Juni. Wer auf einzelne Spiele wettet, orientiert sich am Spielplan, sobald er feststeht. Wer auf den Turniersieger wettet, lässt sich Zeit – und liest vorher die Auszahlungsregeln, weil bei einer Verschiebung des Turniers oder beim Ausschluss einer Mannschaft andere Regeln gelten als bei einem gewöhnlichen Spielabbruch.

Bewilligte Veranstalter: was sie leisten, was sie kosten

Swisslos Sporttip

Swisslos ist eine der beiden bewilligten Veranstalterinnen in der Schweiz, mit Sitz in Basel und Aufsicht durch die Gespa. Das Sportwetten-Produkt heisst Sporttip und wird im deutschsprachigen Vertragsgebiet sowie in Tessin und Liechtenstein angeboten. Wer dort wohnt, kann sich online registrieren, mit Ausweis und Adressprüfung. Wer nicht im Vertragsgebiet wohnt, kann kein Konto eröffnen – der Anbieter darf die Schweizer Bewilligung nur in seinem Gebiet nutzen.

Das Wettprogramm umfasst Einzelwetten, Kombiwetten, Systemwetten, Prematch und Live, mit Fussball als einer der tragenden Sportarten. Cash-Out ist verfügbar, aber nur als vollständiger Cash-Out, ohne Teilauszahlung, ohne Garantie für jeden Markt. Der Mindesteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette ist CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000, der Höchsteinsatz pro Systemwette CHF 10’000; diese Limiten kann Swisslos jederzeit ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Verlustlimiten und Einzahlungslimiten werden vor der ersten Wette gesetzt, mit den im Abschnitt ‚Verantwortung beim Wetten‘ genannten Höchstwerten und Fristen.

Was Sporttip von einem ausländischen Anbieter unterscheidet, ist nicht das Wettprogramm, sondern die Aufsicht. Bei Streit über eine abgerechnete Wette kann man sich an die Gespa wenden, die als Aufsicht entscheidet. Die Spielsperre gilt schweizweit, auch für Casinos. Gewinne werden auf ein Schweizer Konto im eigenen Namen ausgezahlt, was die Auszahlung verlangsamen kann, dafür aber den Weg zum Geld kurz hält. 2025 hat Swisslos aus den Sportwetten CHF 109 Mio. umgesetzt (2024: CHF 122 Mio.) und einen Reingewinn von CHF 562 Mio. an kantonale Fonds und die Stiftung Sportförderung Schweiz verteilt.

Das Urteil: Sporttip ist der Anbieter, an dem eine Schweizer Wette auf die EM 2028 nicht vorbeikommt, wenn der Wohnsitz im Vertragsgebiet liegt. Die Quote wird in der Regel nicht die höchste sein, die im Internet zu finden ist; der Schutz, die Aufsicht und die Spielsperre sind es, die den Unterschied machen. Wer den Vergleich mit ausländischen Plattformen sucht, vergleicht nicht dasselbe Produkt – und sollte das vor der ersten Einzahlung wissen.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sitz in Lausanne, mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden, Aufsicht durch die Gespa wie bei Swisslos. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann sich online registrieren; wer im deutschsprachigen Vertragsgebiet wohnt, ist bei Swisslos richtig, nicht hier.

Jouez Sport bietet das Wettprogramm, das ein bewilligter Veranstalter in der Schweiz anbieten darf: Fussball und andere Sportarten aus der Gespa-Liste, Einzel- und Kombiwetten, Prematch und Live, Cash-Out nach den eigenen Regeln. Die genauen Quoten, das Wettprogramm und die Aktionsbedingungen legt die Loterie Romande selbst fest; ein direkter Quotenvergleich gegen Swisslos ist möglich, soweit beide denselben Markt anbieten.

Was die Loterie Romande von Swisslos unterscheidet, ist weniger das Produkt als die Region. Wer in der Romandie wohnt, hat nur diesen Anbieter, genauso wie die Deutschschweiz nur Swisslos hat. Die Gespa-Bewilligung ist dieselbe; die Spielsperre gilt schweizweit und ist über beide Veranstalter hinweg wirksam. Die 24 Bonusbewilligungen, die die Gespa 2025 an die Loterie Romande erteilt hat, zeigen, dass auch hier Aktionen möglich sind – mehr als bei Swisslos mit 8 Bewilligungen, aber im internationalen Vergleich weiterhin klein.

Das Urteil: Für Spielende in der Westschweiz ist Jouez Sport die einzige bewilligte Adresse, und es ist eine gute: Schweizer Aufsicht, schweizweite Spielsperre, Auszahlung auf das eigene Schweizer Konto. Wer ein Konto bei einem ausländischen Anbieter hat und parallel bei Jouez Sport wettet, spielt zwei verschiedene Spiele: eines mit Schutz, eines ohne.

Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: was sie kosten, was sie versprechen

bet-at-home

bet-at-home wirbt im deutschsprachigen Raum und ist in der Schweiz ohne Bewilligung. Die ausgewiesene Lizenz des Anbieters ist in der Schweiz nicht etabliert und hat hier keine Kraft. Wer auf bet-at-home wettet, hat im Streitfall keinen Schweizer Rechtsweg; die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, was den Zugang über Schweizer Internetanschlüsse blockiert.

1Bet

1Bet ist in der Schweiz ohne Bewilligung, Lizenz in der Schweiz nicht etabliert, Domain im Inland sperrbar. Wer hier spielt, ist nicht durch die Schweizer Spielsperre geschützt; wer sich selbst für Sporttip sperren liess, ist auf 1Bet nicht gesperrt.

Duelbits

Duelbits ist eine Plattform, die unter anderem mit Kryptowährungen wirbt. In der Schweiz nicht bewilligt, Lizenz nicht etabliert, Domain sperrbar. Auszahlungen an Kryptowährungen sind mit dem BGS ohnehin nicht vereinbar, weil Gewinne nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgehen dürfen.

GG.BET

GG.BET positioniert sich im E-Sport und wirbt auch mit klassischem Sport. In der Schweiz nicht bewilligt, Lizenz nicht etabliert, Domain sperrbar. E-Sport taucht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten nicht auf; ein bewilligter Anbieter darf entsprechend keine E-Sport-Wetten anbieten.

BetFury

BetFury wirbt mit Kryptowährungen und Casino-Spielen. In der Schweiz nicht bewilligt, Lizenz nicht etabliert, Domain sperrbar. Die fehlende Schweizer Lizenz bedeutet, dass die Identitätsprüfung nicht nach BGS-Standard läuft, kein Anschluss an die Spielsperre besteht und keine Schweizer Aufsicht greift.

Bruce Bet

Bruce Bet ist in der Schweiz ohne Bewilligung, Lizenz nicht etabliert, Domain sperrbar. Wer hier wettet, nimmt die Folgen einer ausländischen Plattform in Kauf: keine Schweizer Aufsicht, keine Spielsperre, ausländische Lizenz ohne Inlandskraft.

Betscore

Betscore ist in der Schweiz ohne Bewilligung, Lizenz nicht etabliert, Domain sperrbar. Dasselbe Bild wie bei den anderen Plattformen dieser Liste: Ausländer ohne Inlandkraft, Inland ohne Schutz.

X3Bet

X3Bet ist nach Drittquellen mit einer Lizenz aus Tobique in Kanada ausgewiesen. Tobique hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer hier spielt, hat keinen Schweizer Rechtsweg, keine Spielsperre, keine Inland-Aufsicht. Eine ausländische Lizenz ist im Inland keine Lizenz.

Das Urteil zu allen acht: Sie sind kein Ersatz für einen bewilligten Anbieter, weil sie die Aufsicht nicht bieten, die das BGS vorsieht. Wer aus anderen Gründen dort spielt – Quoten, Wettprogramm, Zahlungsarten –, spielt wissend ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens und mit dem Risiko, dass die Gespa die Domain sperrt, der Anbieter die Auszahlung verweigert oder das Konto eingefroren wird, ohne dass eine Schweizer Behörde helfen kann.

Was eine Wette rechnerisch kostet

Eine Wette ist eine Investition in Unsicherheit: Der Einsatz wird riskiert, die Quote verspricht eine Auszahlung im Gewinnfall, die Marge des Anbieters ist der Preis, der in jeder Quote steckt. Die Auszahlungsquote eines Markts – zum Beispiel eines 1X2-Markts auf ein einzelnes Spiel – gibt an, welchen Anteil der Einsätze der Anbieter im Durchschnitt wieder auszahlt. Die Marge ist das, was er behält.

Für ein illustratives 1X2-Markt-Beispiel mit den Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95.4 %, die Marge bei rund 4.6 %. Wer auf einem Markt mit dieser Marge über das ganze Turnier hinweg gleichmässig auf alle Ausgänge setzt, verliert pro eingesetztem Franken rund 4.6 Rappen – nicht auf einmal, sondern über die Summe der Wetten verteilt. Bei einem Markt mit 6 % Marge sind es 6 Rappen pro Franken, bei 8 % sind es 8 Rappen. Der Spread zwischen 4.6 % und 8 % auf demselben Event ist das, was ein Quotenvergleich zeigt, wenn man die implizite Marge ausrechnet.

Das ist die Information, die der Quotenvergleich liefert: nicht, wer gewinnt, sondern welcher Anbieter weniger vom Einsatz behält. Bei der EM 2028 wird sich zeigen, ob die Margen der bewilligten Veranstalter auf den Favoriten ähnlich liegen wie auf den Aussenseitern, oder ob die grossen Namen stärker abkassiert werden als die unerwarteten Teams. Wer das wissen will, rechnet es aus; wer es nicht wissen will, akzeptiert die Marge, die im Wettschein steht, ohne es zu merken.

Häufige Fragen

Findet 2026 eine Fussball-Europameisterschaft statt, und wann ist die nächste Endrunde?

Eine EM 2026 gibt es nicht; die nächste Endrunde ist die EM 2028 vom 9. Juni bis 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland. Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, Finale am 9. Juli 2028 in Wembley; gespielt wird mit 24 Mannschaften in sechs Vierergruppen. Die Qualifikationsauslosung ist am 6. Dezember 2026 in Belfast, gespielt wird ab 2027.

Wer wird Europameister 2028, und was sagen die Wettquoten darüber wirklich aus?

Das weiss zum Zeitpunkt der Auslosung niemand, und die Quoten sind keine Wahrscheinlichkeiten, sondern Preise. In jeder Quote steckt die Marge des Anbieters; ein Quotenvergleich zeigt, welcher Anbieter weniger vom Einsatz behält, nicht welches Team gewinnt. Wer auf den Turniersieger wettet, wettet auf ein Ereignis, dessen Teilnehmer und Form noch nicht feststehen.

Wie funktioniert eine Langzeitwette auf den Turniersieger, und wann wird sie abgerechnet?

Eine Langzeitwette wird mit dem Einsatz zur angegebenen Quote platziert und erst nach Turnierende abgerechnet, sobald der Sieger feststeht. Die Quote kann sich bis dahin verändern, die abgerechnete Wette gilt zur Quote bei Wettabgabe. Was im Fall eines Turnier-Abbruchs, eines Mannschafts-Ausschlusses oder einer Verschiebung passiert, regeln die Spielregeln des Anbieters; vor einer Wette lohnt sich ein Blick in diese Regeln.

Warum bieten die beiden Schweizer Veranstalter nur wenige und kleine Bonusaktionen an?

Weil das Geldspielgesetz für Gratisspiele und Gratisspielguthaben eine vorgängige Bewilligung der Gespa verlangt (Art. 75 Abs. 2 BGS). Die Gespa hat 2025 24 Bewilligungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt; bewilligte Aktionen fallen deshalb klein aus. Grosse Bonusprogramme, wie sie ausländische Anbieter zeigen, sind in dieser Form in der Schweiz nicht erlaubt.

Was geht bei einer Wett-App ohne Schweizer Bewilligung verloren, wenn etwas schiefläuft?

Die App ohne Bewilligung hat keine Schweizer Aufsicht, an die man sich wenden kann, und keinen Schweizer Rechtsweg, der eine Auszahlung erzwingt. Die Spielsperre, die in der Schweiz gilt, greift dort nicht, und die Identitätsprüfung läuft nicht nach BGS-Standard. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen, was den Zugang über Schweizer Internetanschlüsse blockiert, aber die bereits platzierte Wette und die Auszahlung bleiben im ausländischen Rechtsraum.

Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie wird ein Gewinn je nach Kanton besteuert?

Bei Sporttip müssen vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 (CHF 1’000 für unter 21-Jährige, die ohnehin nicht teilnehmen dürfen). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite gesetzt werden. Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei – der Bund nennt 2026 einen Freibetrag von CHF 1’071’000, die Kantone haben eigene Schwellen, deshalb je nach Kanton verschieden. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung rückforderbar ist; Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen je nach Kanton einer anderen Praxis, was eine kurze Rücksprache mit der kantonalen Steuerverwaltung sinnvoll macht.

Inhalt erstellt vom Team «asiahandicapch»