Kombiwette Strategie – so entstehen Quote, Risiko und Bonus

Updated Oktober 2026
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Wer auf einer Kombiwette setzt, kombiniert mehrere Voraussagen zu einem Wettschein. Jede Einzelquote fliesst in eine Gesamtquote, alle Tipps müssen eintreffen, und der Buchmacher verrechnet in jeder einzelnen Quote seine Marge – sie vervielfacht sich mit der Zahl der Beine. Das macht die Kombiwette zum populärsten und zum am leichtesten überschätzten Wettformat. Die Seite zeigt, wie eine Kombination technisch entsteht, was sie gegenüber der Einzelwette kostet, wie die beiden Schweizer Veranstalter – Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport – Kombinationen ausgestalten, und wo die ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung stehen. Stand der Auswertung: Oktober 18, 2026; abgeglichen gegen die Veranstalterbewilligungen und die Sperrliste der Gespa.

Ein Schachbrett mit mehreren Figuren mitten in einer Partie steht auf einem Holztisch, daneben liegt ein Stift.
Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn.

Rechtslage: Wer in der Schweiz überhaupt Kombiwetten anbieten darf

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) regelt Sportwetten als Grossspiel und weist die Aufsicht der Gespa zu, der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Eine Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine dritte inländische Marke wird es nicht geben.

Die zwei Veranstalter und ihre Gebiete

Swisslos (SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel) veranstaltet Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) in den Deutschschweizer Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und gibt als Kontakt Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, mit 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden an. Ein Online-Konto öffnet bei beiden nur, wer im Vertragsgebiet Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Ein leeres kariertes Heft und ein Bleistift liegen auf einem Küchentisch im warmen Licht des späten Nachmittags.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Was beworben werden darf – und was nicht

Werbung für Geldspiele darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und richtet sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Ausländische Lizenzen – Tobique, Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – haben in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS); das Veranstalten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, gewerbsmässig mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe (Art. 130 BGS). Wer spielt, wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und der Schutz durch die Schweizer Spielsperre greift nicht.

Die Sperrliste und das Domain-Hopping

Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS sperren (Art. 86–93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, Ende 2025 mit 671 Domains). Gesperrte Anbieter weichen innert Stunden auf neue Domains aus – die Gespa nennt dafür die Namen Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste. Wer in der Schweiz bei einem nicht bewilligten Anbieter spielt, hat keinen Schweizer Schutz, keinen Zugang zum Schweizer Sperrregister und keine Schweizer Rekursmöglichkeit.

Ein hölzerner Richterhammer liegt auf einer polierten Tischplatte vor einem hohen Fenster mit weichem Morgenlicht.
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300'000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen.

Spielerschutz: Limiten, Sperre und Verlustbremse

Kombiwetten verleiten zu hohen Einsätzen, weil die Gesamtquote verlockend aussieht. Drei Schutzmechanismen stehen bereit: eigene Verlustlimiten, eine freiwillige Einzahlungslimite und die Spielsperre mit Registereintrag.

Verlustlimiten vor der ersten Wette

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für einen, sieben und 30 Tage setzen – die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; das geht über die gesetzliche Frist von 24 Stunden hinaus und ist eine freiwillige Verschärfung von Swisslos. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Bei Loterie Romande folgen die Mechanismen denselben Grundsätzen, weil Art. 87 VGS den Veranstalter verpflichtet, mindestens einen Höchstwert für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust zu verlangen.

Spielsperre und Sperrregister

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Wer gesperrt ist oder das 18. Altersjahr nicht erreicht hat, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Auszahlungen erfolgen ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im eigenen Namen (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen sind im bewilligten Markt nicht vorgesehen.

Testkäufe der Gespa

Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen getestet, wie oft eine Sportwette an Minderjährige verkauft wird: In 47.5 % von 200 Versuchen ist das gelungen. Das ist kein Grund, den Verkaufspunktenschutz als streng darzustellen – er hat sichtbare Lücken. Wer online spielt, durchläuft eine Identitätsprüfung mit Ausweis und Adressabgleich, und pro Person ist nur ein Konto zulässig.

Boni und Gratiswetten: Was ein Kombi-Aufschlag wirklich bringt

Boni verändern nicht die Marge, die in jeder einzelnen Quote steckt. Sie verschieben einen Teil der Marge vom Buchmacher zurück zum Spielenden – vorausgesetzt, die Bedingungen passen. Zwei Schweizer Veranstalter kennen den Aufschlag auf den Nettogewinn einer Kombination, und beide koppeln ihn an Mindestquoten und eine Mindestanzahl Voraussagen.

Der Sporttip-Kombiboost

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert; Cash-Out lässt einen laufenden Boost verfallen. Quotenboosts und Profitboosts bei Sporttip sind nach Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung begrenzt – ein zweiter Boost auf dasselbe Ereignis ist ausgeschlossen.

Jouez Sport: keine analoge Stufenleiter

Jouez Sport kennt keinen öffentlich ausgewiesenen Kombi-Bonus, der an die Zahl der Voraussagen gekoppelt ist. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Wer Boni sucht, findet sie eher bei Sporttip; wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, hat zu Jouez Sport ohnehin keine inländische Alternative.

Die Mechanik hinter dem Aufschlag

Ein Aufschlag auf den Nettogewinn wirkt wie eine Preiserhöhung in eine Richtung: Er nimmt dem Veranstalter einen Teil seines Vorteils weg, ohne die Grundwahrscheinlichkeit des Ereignisses zu verändern. Wer 100 Franken auf eine Vierer-Kombi à 1.50 pro Bein setzt und gewinnt, erhält ohne Boost 506 Franken – 100 Franken Einsatz plus 406 Franken Gewinn – und mit 5 % Boost 100 Franken Einsatz plus 426 Franken Gewinn. Das klingt bescheiden, weil es bescheiden ist: 5 % auf 406 Franken sind 20 Franken. Der Boost skaliert erst bei sieben Voraussagen sichtbar, wo 20 % auf eine entsprechend höhere Gewinnsumme deutlich zuschlagen. Bei fünfzehn Voraussagen verdoppelt sich der Nettogewinn – aber fünfzehn Beine, die alle eintreffen müssen, sind eine sehr hohe Hürde, und die Marge, die in jeder der fünfzehn Einzelquoten steckt, multipliziert sich ebenso.

Strategie: Warum keine Kombination langfristig sicher aufgeht

Eine Voraussage entsteht aus Form, Statistik, Verletzungsmeldungen, Wetter und Quote. Der Wert einer Wette bemisst sich nicht an der Wahrscheinlichkeit, die ein Tipper ihr zuschreibt, sondern an der Differenz zur impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote. Genau diese Differenz ist ein Value-Bet: Die Quote ist grösser, als sie nach der wahren Wahrscheinlichkeit sein sollte.

Einzelwert vor Kombinationswert

Wer kombiniert, bezahlt für jeden Multiplikator die Marge des Anbieters mit. Eine Einzelwette zu Quote 1.90 auf beiden Seiten eines Zweiweg-Marktes hat – ohne Verlust – einen Auszahlungsschlüssel von rund 89.5 % und damit eine Marge von etwa 10.5 %. Wer auf beiden Beinen einer Kombi dieselbe Einzelquote ansetzt, landet bei einer Gesamtquote von rund 3.61, der Auszahlungsschlüssel des kombinierten Marktes sinkt auf etwa 79.7 %, die Marge steigt auf etwa 20.3 %. Das ist der zuverlässige Teil der Mechanik: Mit jedem Bein wächst die Marge überproportional. Der Buchmacher gewinnt im Mittel mehr an einer Zehn-Bein-Kombi als an zehn Einzelwetten – und der Spielende verliert im Mittel mehr.

Eine grobe Veranschaulichung an einem konstruierten Zweiweg-Markt mit Quote 1.90 auf jeder Seite: Der Auszahlungsschlüssel liegt bei rund 89.5 %, die Marge bei rund 10.5 %, der Anbieter behält also etwa 10.5 Rappen von 100 Franken Umsatz. Wer auf beiden Beinen zu 1.90 kombiniert, spielt gegen einen Auszahlungsschlüssel von rund 79.7 %, die Marge steigt auf rund 20.3 Rappen pro 100 Franken Umsatz. Das ist die Bandbreite: Je mehr Beine, desto näher rückt der Auszahlungsschlüssel an eine Untergrenze, die von der Ausgestaltung jedes Marktes abhängt – nicht von einem fixen Prozentsatz. Wer behauptet, eine «sichere Kombiwette» gefunden zu haben, hat in aller Regel nur die Marge nicht mitgerechnet.

Die zwei grössten Fehler

Der erste Fehler ist die Annahme, dass eine niedrige Einzelquote «sicher» sei. Eine Quote von 1.20 entspricht einer impliziten Wahrscheinlichkeit von etwa 83 % – das heisst, in einem von sechs Fällen geht sie verloren. Eine Sechsfach-Kombi aus lauter 1.20-Quoten gewinnt nur in etwa 36 % der Fälle, und die Gesamtquote liegt nominal bei knapp 2.99, aber die Marge drückt den Auszahlungsschlüssel in einen Bereich, in dem der erwartete Verlust gross wird. Der zweite Fehler ist das Vertrauen auf eine «heisse Serie» oder ein erkanntes Muster. Wettmärkte sind mit Devine nach Eintreffen öffentlich verfügbarer Informationen sehr effizient; ein Spieler, der keine Insider-Information hat, bezahlt im Mittel die Marge des Anbieters mit.

Was bleibt

Eine Strategie, die langfristig sicheren Gewinn verspricht, gibt es nicht. Wer trotzdem spielt, hält die Zahl der Beine klein – zwei oder drei, wenn überhaupt – und achtet darauf, dass die Einzelquoten so stehen, dass die implizite Wahrscheinlichkeit jedes Beins unter der eigenen Einschätzung liegt. Das ist Value-Disziplin, keine Strategie im Sinne eines Siegesreihenfolge. Wer den Nettogewinn erhöhen will, findet im Sporttip-Kombiboost einen Aufschlag, der nicht an ein zusätzliches Risiko gekoppelt ist – an die Bedingungen allerdings schon.

Wettarten und Quoten: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Die Einzelwette steht für sich: Eine Voraussage, eine Quote, Einsatz mal Quote als möglicher Gewinn. Die Kombiwette kombiniert mehrere Voraussagen, alle müssen eintreffen, die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten. Die Systemwette deckt mehrere Kombinationen aus denselben Voraussagen ab – eine Teilmenge der Beine kann verlieren, ohne dass der ganze Schein storniert ist.

Wie die Gesamtquote entsteht

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinn aus Einsatz mal Quote – bei Kombinationen mit der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Das klingt marginal, schluckt aber bei vielen kleinen Wetten ein paar Rappen pro Schein. Bei Jouez Sport entspricht die Logik derselben Mechanik, mit eigenen Limits: 2 bis 10 Voraussagen, eine Mindestquote von 1.10 auf jeder Einzelwette oder auf der Gesamtquote, und eine maximale Gesamtquote von 100’000.

Live-Wetten und zeitlicher Ablauf

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer eine Livewette platziert, sollte den Zeitpunkt genau prüfen: Eine Wette nach dem Tor zählt nicht, und sie wird auch nicht rückwirkend storniert. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Absage, Verschiebung und Annullierung

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette bei Sporttip ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Innerhalb eines Turniers kann eine Nachholung im Rahmen des Turniers zulässig sein; das Wettprogramm weist das aus. Wer eine Kombi mit Beinen aus verschiedenen Ligen baut, läuft eher in eine Annullierung als bei einem Schein aus Beinen eines einzelnen Wettbewerbs – ein zusätzliches Risiko, das nicht in der Quote, sondern in der Spielplanstruktur liegt.

Abhängige Ereignisse und der Bet-Builder

Voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion». Wer etwa auf «Heimsieg» und «über 2.5 Tore» im selben Spiel setzt, muss den vom System vorgesehenen Weg gehen; eine unabhängige Einzelwetten-Kombi auf dasselbe Spiel ist nicht vorgesehen. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne die Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer darauf baut, dass ein Anbieter eine offensichtlich zusammengehörige Kombi annimmt, baut auf einen Fehler, den der Anbieter nachträglich korrigieren darf.

Einordnung: Schweizer Veranstalter und ausländische Marken im Vergleich

Die folgende Einordnung folgt den Kriterien der Gespa: Bewilligung, Vertragsgebiet, Kombinationsregeln, Höchsteinsatz und Höchstgewinn. Die ersten beiden Karten führen die zugelassenen Schweizer Veranstalter mit ihren unterschiedlichen Kombi-Regeln. Die übrigen Karten stehen für ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung, die einem Schweizer Publikum begegnen – genannt zur Einordnung, nicht als Empfehlung.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) Loterie Romande, Lausanne
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
Rabona ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
Boomerang Bet ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
PowBet ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung Tobique (Kanada), ohne Wirkung in der Schweiz
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung nicht ausgewiesen

Swisslos Sporttip

Swisslos Sporttip ist einer der zwei vom Geldspielgesetz vorgesehenen Veranstalter und unterliegt der Aufsicht der Gespa. Die Marke richtet sich an die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Die Kombinationsregeln sind grosszügig: Der Kombiboost staffelt den Aufschlag auf den Nettogewinn nach der Zahl der Voraussagen – 5 %, 20 %, 40 %, 100 % – und verlangt Mindestquoten von 1.50 pro Bein sowie mindestens vier Beine. Der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und bei CHF 10’000 pro Systemwette; Cash-Out ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, aber nur als vollständiges Cash-Out und nur online. Wer im Vertragsgebiet wohnt und auf Kombinationen setzt, findet hier das einzige legal beworbene Angebot; die Bedingungen sind in den Spielregeln Version 4.2 dokumentiert und die Identitätsprüfung läuft über den Ausweis. Wer auf eine breite Auswahl an Wettmärkten und internationaler Konkurrenz aus ist, wird von der geschlossenen Liste der Gespa ausgebremst – das ist die Kehrseite der Bewilligung.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande Jouez Sport ist der zweite zugelassene Veranstalter und bedient die Romandie. Die Marke setzt strengere Kombi-Limits: 2 bis 10 Voraussagen, Mindestquote 1.10, maximale Gesamtquote 100’000, Höchstgewinn CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Ein öffentlich ausgewiesener Kombi-Bonus fehlt; die Spielregeln stammen aus der 17. Auflage (September 2024). Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, hat keine inländische Alternative – ein Monopol, das weniger Vielfalt, aber dieselbe regulatorische Sicherheit bietet. Wer mit den Grenzen der Westschweizer Märkte auskommt und keinen Bonusaufpreis braucht, ist hier richtig.

WirWetten

WirWetten tritt ohne Schweizer Bewilligung auf und die ausgewiesene Lizenz ist nicht feststellbar. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Domains dieses Anbieters können auf der Sperrliste der Gespa landen, die Schweizer Internetanbieter per DNS blocken. Wer hier spielt, hat keinen Zugang zum Schweizer Spielsperrregister und keine Schweizer Rekursmöglichkeit; bei Streitfällen gilt das Recht des ausländischen Sitzes. Für Schweizer Spielende fällt diese Marke ausserhalb des bewilligten Marktes – sie wird hier genannt, weil sie im Marktvergleich auftaucht, nicht weil sie eine Alternative zur Bewilligung wäre.

Gamdom

Gamdom tritt ohne Schweizer Bewilligung auf, ohne ausgewiesene Lizenz. Die Bewertung folgt dem Muster der übrigen offshore-Marken: kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Spielsperrverknüpfung, kein Schweizer Rekurs. Im Vergleich zu den bewilligten Veranstaltern fehlt jede Verbindung zum Schweizer Vollstau – die Spielauswahl kann breiter sein, die Frage ist nur, ob ein Schweizer Spieler das mit den fehlenden Schutzmechanismen bezahlen will.

Rabona

Rabona verfolgt dasselbe Profil: keine Schweizer Bewilligung, keine ausgewiesene Lizenz. Domains dieses Anbieters können auf der Sperrliste der Gespa erscheinen. Die Marke ist für die hier behandelte Frage nach einer legalen Kombiwette in der Schweiz ohne Belang – sie kannte weder Verlustlimiten-Pflicht noch die Schweizer Spielsperre, und sie konnte ihren Sitz in einem anderen Rechtsraum haben, der im Streitfall zuständig wäre.

Boomerang Bet

Boomerang Bet folgt dem offshore-Muster: keine Schweizer Bewilligung, keine ausgewiesene Lizenz. Die Bewertung erfolgt nach den Gespa-Kriterien – Schutz, Sperrregister, Rekurs –, die alle drei nicht greifen.

PowBet

PowBet ist eine weitere offshore-Marke ohne ausgewiesene Lizenz und ohne Schweizer Bewilligung. Sie kann in der Schweiz über die DNS-Sperrliste blockiert werden; ihre Spielauswahl ist für die Frage nach einer bewilligten Kombiwette in der Schweiz nicht relevant.

X3Bet

X3Bet nennt als Lizenz Tobique (Kanada) – eine Lizenz, die in der Schweiz keine Wirkung hat (Art. 4 BGS). Die Domains können auf der Sperrliste der Gespa blockiert werden, und Schweizer Spielende haben keinen Zugang zum Schweizer Spielsperrregister.

Playzilla

Playzilla tritt ohne Schweizer Bewilligung und ohne ausgewiesene Lizenz auf. Die übliche offshore-Bewertung greift: kein Schweizer Schutz, kein Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Rekursmöglichkeit.

Jackbit

Jackbit schliesst die Liste der offshore-Marken ohne Schweizer Bewilligung und ohne ausgewiesene Lizenz ab. Die Einordnung folgt den Gespa-Kriterien; ein Schweizer Vorteil ergibt sich aus dieser Marke nicht.

Überblick: Wie eine Kombiwette entsteht und was sie kostet

Eine Kombiwette ist eine Wette mit mehreren Voraussagen auf einem Schein. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten, alle Voraussagen müssen eintreffen, und der Gewinn errechnet sich aus Einsatz mal Gesamtquote – bei Sporttip auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf fünf Rappen genau abgerundet. Das Mindesteinsatz bei Sporttip liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette.

Die drei Kosten, die jeder kennt

Die erste Kostengrounde ist die Marge in jeder Quote. Sie wird mit jeder weiteren Voraussaga multipliziert: Eine Zwei-Bein-Kombi aus zwei Quoten à 1.90 hat einen Auszahlungsschlüssel von rund 79.7 %, eine Zehn-Bein-Kombi aus zehn Quoten à 1.50 hat einen Auszahlungsschlüssel, der je nach Ausgestaltung der einzelnen Märkte näher an eine Untergrenze rückt. Die zweite Kostengrounde ist die Korrelation: Beine aus verschiedenen Ligen erhöhen das Risiko von Annullierungen, und Annullierungen werden in einer Kombi zu Quote 1.00 gewertet – die Wette bleibt stehen, verliert aber an Wert. Die dritte Kostengrounde ist die Disziplin: Wer eine Kombi mit Aufschlag baut, muss die Mindestquoten einhalten, und wer Cash-Out nutzt, verliert den laufenden Bonus.

Wie man eine Kombi liest

Eine Gesamtquote von 5.00 auf einer Vierer-Kombi liest sich als «fünf Franken pro Franken Einsatz», nicht als «85 % Gewinnwahrscheinlichkeit». Die implizite Wahrscheinlichkeit liegt deutlich tiefer, weil die Marge in jedem Bein die faire Quote drückt. Wer sich vor der Platzierung die implizite Wahrscheinlichkeit jedes Beins ausrechnet und sie mit der eigenen Einschätzung vergleicht, hat den ersten Schritt zu einem Value-Bet getan – vorausgesetzt, die eigene Einschätzung ist besser als die des Marktes, was niemand garantieren kann.

Wann eine Kombi sinnvoll ist

Eine Kombi ist dann sinnvoll, wenn die Einzelwetten so schwach quotiert sind, dass die Kombi sie aufwertet – und wenn die Zahl der Beine klein bleibt. Ein Zwei-Bein-Kombi aus zwei Value-Beinen kann eine sinnvolle Verdoppelung des Einsatzes sein, weil die Marge nicht ausreicht, um den Vorteil aufzufressen. Eine Sieben-Bein-Kombi aus Beinen, die alle nahe an Quote 1.50 liegen, kostet mehr Marge, als sie durch die Quote ausgleicht. Der Sporttip-Kombiboost ist erst ab sieben Voraussagen wirklich spürbar – und ab da ist auch die Hürde, dass alle sieben Beine eintreffen müssen, deutlich höher.

Wo man die Regeln findet

Die Spielregeln Version 4.2 von Sporttip und die 17. Auflage des Règlement Jouez Sport sind die verlässlichen Quellen für Höchsteinsätze, Höchstgewinne, Annullierungsregeln und Bonusbedingungen. Wer eine Wette platziert, sollte diese Regeln kennen – nicht aus Misstrauen, sondern weil sie die einzigen Regeln sind, die für die Wette gelten. Wer bei einer ausländischen Marke spielt, hat keine vergleichbare verlässliche Quelle; dort gilt das Recht des ausländischen Sitzes.

Häufige Fragen zur Kombiwette

Muss bei einer Kombiwette alles richtig getippt sein, damit sie gewinnt?

Ja. Bei einer Kombiwette müssen alle Voraussagen eintreffen, damit die Wette gewinnt. Verliert auch nur ein Bein, ist der ganze Schein verloren – mit Ausnahme von Systemwetten, bei denen eine Teilmenge der Beine verlieren darf, ohne dass der Schein storniert wird. Wird ein Bein abgesagt, wird es bei Sporttip mit Quote 1.00 gewertet, und die übrigen Beine laufen normal weiter. Bei Jouez Sport gelten die entsprechenden Regeln der 17. Auflage des Règlement Jouez Sport.

Wie funktioniert eine Kombiwette und wie wird die Gesamtquote berechnet?

Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten aller Voraussagen auf dem Schein. Der mögliche Gewinn errechnet sich aus Einsatz mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport liegt die Gesamtquote zwischen 1.10 (Mindestgrenze für die Quote) und 100’000, und es sind 2 bis 10 Voraussagen erlaubt.

Warum gibt es keine Kombiwetten-Strategie, die langfristig sicher aufgeht?

Weil die Marge in jeder Quote steckt und sich mit jeder Voraussage multipliziert. Eine Zwei-Bein-Kombi aus zwei Quoten à 1.90 hat einen Auszahlungsschlüssel von rund 79.7 %, also eine Marge von etwa 20.3 %. Je mehr Beine dazukommen, desto näher rückt der Auszahlungsschlüssel an die Untergrenze – der erwartete Verlust pro Franken Einsatz steigt. Hinzu kommt, dass die implizite Wahrscheinlichkeit jedes Beins vom Anbieter sehr genau auf das öffentlich verfügbare Informationsniveau gesetzt wird; ein Tipper ohne Insider-Information bezahlt im Mittel die Marge des Anbieters.

Wie viele Voraussagen darf eine Kombiwette bei Jouez Sport enthalten?

Bei Loterie Romande Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.

Was passiert mit einer Kombiwette, wenn eines der Spiele abgesagt wird?

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Sporttip-Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Innerhalb eines Turniers kann eine Nachholung im Rahmen des Turniers zulässig sein. Bei Loterie Romande gelten die entsprechenden Regeln der 17. Auflage des Règlement Jouez Sport, die je nach Fall Quote 1.00 oder Rückzahlung vorsehen.

Lohnen sich Einzelwetten oder Kombiwetten, wenn in jeder Quote eine Marge steckt?

Einzelwetten sind im Mittel günstiger, weil die Marge nicht multipliziert wird. Eine Kombiwette lohnt sich, wenn die einzelnen Beine so schwach quotiert sind, dass die Kombi sie aufwertet, und wenn die Zahl der Beine klein bleibt. Der Sporttip-Kombiboost mildert den Nachteil ab sieben Voraussagen durch einen Aufschlag auf den Nettogewinn – aber er ändert nichts an der Marge, die in jeder einzelnen Quote steckt. Wer auf eine Vier-Bein-Kombi ohne Boost setzt, bezahlt die volle Marge; wer auf eine Zehn-Bein-Kombi mit 40 % Boost setzt, hat einen Teil der Marge zurückbekommen – noch nicht die Hälfte.

Inhalt erstellt vom Team «asiahandicapch»