Geld verdienen mit Wetten 2026 – was erlaubt ist und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Stand: Oktober 18, 2026, geprüft gegen die Daten der Gespa und die Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter.

Ein kleiner Stapel Münzen neben einer Sanduhr auf einem Holztisch im weichen Fensterlicht.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Wer im Internet nach «Geld verdienen mit Wetten» sucht, findet Geschichten von Einzelgewinnen, Systemwetten mit hohen Quoten und Tipps, die angeblich dauerhaft funktionieren. In der Schweiz ist die Ausgangslage eine andere als in Märkten mit zwanzig konzessionierten Buchmachern. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) erlaubt Sportwetten als Grossspiel nur zwei Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Jede Wette, die bei einem anderen Anbieter platziert wird, läuft ausserhalb der Schweizer Bewilligung und damit ohne den Schutz des Gesetzes. Wer Geld verdienen will, muss zuerst entscheiden, wo er überhaupt wetten darf.

Dieser Ratgeber bietet eine Einordnung für die Schweiz. Er erklärt, was die Quote enthält, wie die Veranstalter ihr Geld verdienen, welche Regeln für Self-Set-Limits und Spielsperre gelten, welche Wettformen bei Sporttip verfügbar sind und was bei einem Gewinn steuerlich zu beachten ist. Zehn Anbieter werden tabellarisch eingeordnet: die beiden Schweizer Veranstalter zuerst, danach ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung, die in Suchresultaten auftauchen und in der Praxis für Schweizer Spielerinnen und Spieler erreichbar sind. Das Urteil fällt am Ende jeder Box, nicht am Anfang.

Rechtslage: warum nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten dürfen

Sportwetten sind in der Schweiz als Grossspiel eingestuft und unterstehen dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), das am 1. Januar 2019 in Kraft trat. Die Aufsicht liegt bei der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern, die gestützt auf das Geldspielkonkordat seit dem 1. Januar 2021 handelt. Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Die kantonale Hoheit hat die Zahl der möglichen Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sitz in Basel (vertreten durch SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft) und Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) mit Sitz in Lausanne.

Eine alte Balkenwaage mit zwei kleinen Steinen in den Schalen steht im Gleichgewicht auf einem Regal.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Jede Bewilligung gilt räumlich nur in der Schweiz und ist nach dem Vertragsgebiet der beiden Veranstalter aufgeteilt. Swisslos bedient die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), den Kanton Tessin sowie das Fürstentum Liechtenstein; Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto lässt sich nur mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet eröffnen; die Identität wird über den hochgeladenen Ausweis sowie Adressdatenbanken verifiziert. Wer im anderen Landesteil wohnt, kann bei jenem Veranstalter kein Konto anlegen, der formal nicht zuständig ist.

Die Veranstalter unterstehen zudem einer geschlossenen Liste dessen, was gewettet werden darf: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettformen. Wetten auf Wetter, Politik oder Shows sind ausgeschlossen. Vorrunden sind nur dann erlaubt, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe ebenfalls. Wetten auf Trainingsläufe sind tabu, ebenso Eckball- oder Kartenmärkte, soweit nicht ausdrücklich aufgeführt. Esports ist in der Liste nicht enthalten und wird hier nicht behandelt. Der Reingewinn der Veranstalter fliesst vollständig an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen: Swisslos hat 2025 insgesamt CHF 562 Mio. ausgeschüttet, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten allein stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.).

Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielerinnen und Spieler werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz. Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains; Schweizer Telekomanbieter blocken sie per DNS. Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, und Bet-at-Home oder Interwetten nennt die Gespa als Beispiele für «Domain-Hopping», bei dem blockierte Adressen innert Stunden ersetzt werden.

Spielerschutz: Limiten, Spielsperre und wer mitspielen darf

Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Pro Person ist nur ein Konto zugelassen, und es darf keine Spielsperre bestehen. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann bei Sporttip oder Jouez Sport wetten, muss aber zuerst drei Verlustlimiten selbst setzen: für 1 Tag, 7 Tage und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 pro Periode, bei Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite tritt sofort in Kraft; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, was spontane Eskalationen unterbricht. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Wer höhere Limits möchte, muss warten – und wer einen schlechten Tag hatte, kann sofort runterregeln.

Eine Person von hinten auf einem Waldweg, die langsam zwischen hohen Tannen geht.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Die Spielsperre funktioniert in zwei Stufen. Produktbezogen lässt sich der Zugang zu Swisslos für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Sperre wird ins schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos (inklusive Online-Casinos) und im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbst gewählte Sperre kann frühestens nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle. Eine Pause von bis zu sechs Monaten muss der Veranstalter ebenfalls anbieten. Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Die Gespa führt Testkäufe durch; 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Versuchen eine Sportwette an Minderjährige verkauft – das ist kein Punkt, an dem man den stationären Schutz als streng beschreiben sollte, sondern einer, an dem man ihn nüchtern zur Kenntnis nimmt.

Wer mit Wetten Geld verdienen will, ist im Spielerschutz falsch unterwegs, sobald die eigenen Verlustlimiten erhöht werden müssen, um die nächste Wette zu platzieren. Die Mechanik, die einen Gewinn erzwingen soll, ist dieselbe, die einen Verlust beschleunigt. Eine Selbstsperre ist dann kein Eingeständnis, sondern ein Werkzeug.

Wettformen und Quote: warum die Marge in jedem Preis steckt

Eine Wette besteht aus Einsatz, Quote und Ausgang. Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote; bei Kombinationswetten aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Resultat wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet – ein Detail, das bei grossen Einsätzen ein paar Rappen kostet, aber niemals den Ausgang verschiebt.

Die Quote ist nicht das, was der Markt für richtig hält, sondern das, was der Veranstalter anbietet – und sie enthält in jedem Preis eine Marge. Die Auszahlungsquote eines Marktes mit den Quoten q₁ bis qₙ berechnet sich als 1 ÷ (1/q₁ + … + 1/qₙ). Die Marge ist die Differenz zu 100 %. Für einen ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1.90 ergibt sich: 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) = 1 ÷ (0,5263 + 0,5263) = 1 ÷ 1,0526 = 0,9500, die Auszahlungsquote also 95 %, die Marge 5 %. Bei einem Drei-Wege-Markt (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg) mit ausgeglichenen Quoten 3,10 / 3,10 / 3,10 wäre die Auszahlungsquote noch tiefer und die Marge höher. Diese Marge ist der Lohn des Veranstalters pro umgesetztem Franken, und sie ist der Grund, weshalb auf Dauer kein Einkommen herausspringt.

Wer das nicht glaubt, rechnet es sich an einem Beispiel vor: Wetten zu je CHF 10 auf beide Seiten eines Zwei-Wege-Marktes ergeben CHF 20 Einsatz. Bei Auszahlungsquote 95 % zahlt der Veranstalter CHF 19 als Gewinn zurück, und CHF 1 verbleibt als Marge. Egal welche Seite gewinnt, der Veranstalter nimmt diesen Franken mit. Bei Schweizer Veranstaltern fliesst die Marge über die Swisslos-Rechnung in gemeinnützige Zwecke; bei ausländischen Anbietern landet sie beim Betreiber. Die Mechanik ist dieselbe.

Wettform Wie die Quote zustande kommt Effekt auf Gewinn und Risiko
Einzelwette Eine Voraussage, eine Quote Auszahlung = Einsatz × Quote; Risiko auf ein Ereignis konzentriert
Kombinationswette Produkt der Einzelquoten Höhere Quote, aber jede Voraussage muss eintreffen; die Marge vervielfacht sich auf jeder Stufe
Systemwette Mehrere Kombinationen aus denselben Voraussagen Trefferquote steigt, weil nicht alle Voraussagen stimmen müssen; die eingesetzte Marge ist dennoch in jeder Kombination enthalten

Systemwetten verteilen das Risiko, ohne die Marge aufzuheben. Wer aus vier Voraussagen mit je 1.50 eine Systemwette baut, bezahlt die Marge in jeder der sechs möglichen 2er-Kombinationen und in den vier 3er- und der einen 4er-Kombination einzeln mit. Das System ist ein Werkzeug der Risikostreuung, kein Trick, der die Buchmacher-Marge neutralisiert.

Quotenboost, Profitboost und Cash-Out bei Sporttip

Drei Begriffe tauchen rund um die Schweizer Veranstalter regelmässig auf. Der Quotenboost gilt nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage: die angegebene Quote wird einmalig für den Kunden erhöht, ist pro Person einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Beim Profitboost wird der mögliche Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen Prozentsatz erhöht, ebenfalls einmal nutzbar, ebenfalls limitiert. Wird vor dem Ende der Wette Cash-Out ausgelöst, verfällt der Boost. Der Kombiboost schliesslich erhöht den Nettogewinn einer Kombinationswette auf ausgewählten Online-Wetten: mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote je mindestens 1.50, und der Bonus beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Auch hier sind Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert; die Marge des Marktes bleibt unverändert.

Cash-Out funktioniert bei Sporttip nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung, und nur online. Der Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn bei natürlicher Abwicklung, hängt vom Spielverlauf ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden; eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt zur Verfügung steht, besteht nicht. Wer Cash-Out nutzt, verzichtet auf den offenen Ausgang – und nimmt einen tieferen, dafür heute sicheren Betrag mit.

Beispiele für die Marge in zwei Märkten

Die zweite Konfiguration zeigt, dass drei ausgeglichen quotierte Wege nicht zwingend teurer für die Wettenden sein müssen – die Marge steckt in der Verteilung, nicht in der Zahl der Ausgänge. In der Praxis quotieren Schweizer Veranstalter Märkte differenzierter, und nicht alle Märkte tragen die gleiche Marge.

Sportarten und Wettbewerbe: wo das Angebot überhaupt stattfindet

Wer in der Schweiz Geld mit Wetten verdienen will, kann nur auf Ereignisse setzen, die in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettformen stehen. Fussball und Tennis sind die dominierenden Angebote, weil sie international die grösste Aufmerksamkeit erhalten und die meisten Märkte tragen. Die Schweizer Veranstalter konzentrieren sich stark auf den europäischen Spitzenfussball; die lokale Super League, die Champions League, die Bundesliga, die Premier League und die grossen Europapokale sind durchgehend im Programm. Hinzu kommen Nationalmannschafts-Wettbewerbe und die grossen Turniere im Kalender.

Tennis folgt einem anderen Rhythmus: zwölf Monate Turniere, kurze Saison pro Spiel, häufiger Siegerwechsel, dafür oft hohe Favoriten-Quoten. Auch hier trägt jeder Markt seine eigene Marge; das Spezialwissen über Sand- oder Hartplatz, über die Formkurve in den letzten Wochen, hilft, die Quote zu lesen, hebt aber die Marge nicht auf. Eishockey nimmt in der Schweiz traditionell einen hohen Stellenwert ein: die National League und die schwedische sowie finnische Liga gehören zum Standardangebot. Eishockey-Quoten sind wegen der Heim- und Auswärtsstärke und der häufigen Verlängerungen schwankungsanfällig, was die Marge bei «Wer gewinnt nach Verlängerung?»-Märkten oft hochhält.

Live-Wetten sind bei Sporttip ausdrücklich erlaubt; die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Das hat zwei praktische Folgen. Erstens zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1,00 – das hebt den Gewinn auf. Zweitens kann der Veranstalter in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, VAR-Entscheidung) Wetten mit Quote 1,00 werten, was das kurzfristige Ausnutzen einer Spielsituation eindämmt. Wer live wettet, sieht das Spielgeschehen nicht zwingend selbst; die Spielverzögerung kann zwischen Bild und Quote mehrere Sekunden betragen, und genau in dieser Lücke liegt der Vorteil des Veranstalters.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationen erhält die Voraussage die Quote 1,00 – der Rest der Kombination läuft weiter. Die reguläre Spielzeit umfasst die normale Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder Gegenstand der Wette sind. Diese Definitionen klingen trocken, entscheiden aber, ob ein später Ausgleich noch zählt.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Sporttip irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet werden. Wer mehrere Märkte auf dasselbe Spiel kombinieren will, geht den offiziellen Weg – alles andere läuft auf Risiko.

Wie Wettanbieter ihr Geld verdienen: die Mechanik hinter jeder Quote

Ein Wettanbieter verdient nicht am Ausgang eines Spiels, sondern an der Marge, die er über Märkte und Kunden kumuliert. Die Logik lässt sich in drei Schritten erklären: Der Veranstalter schätzt einen Ausgang nicht als korrekt oder falsch, sondern als mehr oder weniger wahrscheinlich. Aus dieser Wahrscheinlichkeit leitet er eine faire Quote ab, zieht die Marge ab und publiziert die effektive Quote. Über viele Wetten mittelt sich die Differenz zwischen ausbezahlten Gewinnen und vereinnahmten Einsätzen; die kumulierte Marge bleibt als Reingewinn.

Bei Swisslos ist der Mechanik ein gemeinnütziger Deckel aufgesetzt: Der Reingewinn von 2025 in Höhe von CHF 562 Mio. wurde zu rund 90 % an die kantonalen Fonds und zu 10 % an die Stiftung Sportförderung Schweiz ausgeschüttet. Aus den Sportwetten allein stammten CHF 109 Mio. Marge ist also nicht zwingend Gewinn eines Privatunternehmens; sie ist die Einnahme, aus der ein gemeinnütziges System gespeist wird. Das ändert nichts an der Rechnung für die Wettenden, aber es verändert den Charakter der Marge: Sie fliesst nicht an einen Aktionär, sondern an kulturelle und sportliche Zwecke.

Für den Kunden bedeutet das: Wer kurzfristig gewinnt, profitiert von einer Wette mit günstiger Quote oder einem Quotenboost; wer langfristig wettet, finanziert diese Ausschüttung mit. Die Frage «Wie kann ich mit Wetten Geld verdienen?» hat damit nur eine ehrliche Antwort: indem man die Marge bezahlt, die Buchmacher im Durchschnitt verlieren lassen. Systematisch gewinnen lässt sich nur, wer Informationen hat, die der Markt nicht hat – und solche Informationen sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Zehn Anbieter im Vergleich: was erlaubt ist und was nicht

Die Schweiz hat zwei erlaubte Veranstalter und eine lange Liste ausländischer Anbieter, die Schweizer Spielerinnen und Spieler über die Grenze hinweg erreichen. Wer eine Tabelle will, soll sehen, was die Bewilligung trägt und was sie nicht trägt. Die Spalten zur Bewilligung tragen für die Schweizer Anbieter den Eintrag, der ihre Rechtsposition beschreibt; für die ausländischen Anbieter den Eintrag, der ihre fehlende Position beschreibt – eine Bewilligung, die in der Schweiz keine Wirkung entfaltet, ist keine.

Anbieter Produkt / Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
BetOnRed – keine wie angegeben: nicht ausgewiesen
BDMBet – keine wie angegeben: nicht ausgewiesen
Roobet – keine wie angegeben: nicht ausgewiesen
Bahigo – keine wie angegeben: nicht ausgewiesen
BetPanda – keine wie angegeben: nicht ausgewiesen
Jackbit – keine wie angegeben: nicht ausgewiesen
BetAlright – keine wie angegeben: nicht ausgewiesen
BetFury – keine wie angegeben: nicht ausgewiesen

Die Tabelle zeigt, was die Bewilligung trägt: zwei Schweizer Anbieter, beide mit gemeinnütziger Mission, beide in fest definierten Vertragsgebieten, beide ohne Zweifel an der Lizenz dahinter. Acht ausländische Anbieter mit – so die Gespa und das BGS – keiner Bewilligung in der Schweiz, deren Domains auf der Sperrliste landen können und die keine Schweizer Spielerin und keinen Schweizer Spieler schützen. Sie tauchen trotzdem in Suchresultaten auf, weil Suchmaschinen Werbung und Affiliates nicht zwingend nach Schweizer Recht filtern. Wer einen dieser Namen in den Suchresultaten sieht, sollte prüfen, ob die Adresse wirklich auflöst – die Gespa ersetzt blockierte Domains innert Stunden durch neue, und genau das nennt sie Domain-Hopping. Wer dauerhaft mit Wetten umgehen will, kommt an den beiden Schweizer Veranstaltern nicht vorbei, wenn er sich innerhalb der Schweiz schützen lassen will.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist einer der zwei in der Schweiz zugelassenen Veranstalter und führt Sportwetten unter dem Produktnamen Sporttip durch. Die rechtliche Basis bildet die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt und volljährig ist, kann ein Online-Konto eröffnen und nach der Identitätsprüfung online oder per App wetten; Wetten aus der App lassen sich zusätzlich als QR-Code an einer Verkaufsstelle abgeben. Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, und wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses nicht wetten.

Spielerschutz ist bei Sporttip fester Bestandteil. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden (Obergrenzen CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre für 1 bis 180 Tage lässt sich selbst setzen; eine unbefristete Sperre wird ins schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos und in Liechtenstein. Praktisch wichtig: Spielguthaben wird über das Swisslos-Wallet verwaltet, eine Aufladung ist ab CHF 20 möglich, und pro 30 Tage sind höchstens CHF 10’000 ladbar. Auszahlungen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto sind zweimal pro 365 Tage kostenlos; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen.

Die Wettauswahl folgt der Schweizer Logik. Quotenboost und Profitboost sind nur online nutzbar und pro Person einmal verfügbar; der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote je mindestens 1,50 (Bonus 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn). Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1; der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden (oder im Turnier) nachgeholt, ist die Wette ungültig. Gewinne bis CHF 1’000 pro Wettquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden innert 3 Arbeitstagen auf das Bank- oder Postkonto überwiesen. Gewinne, die nicht innert 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks.

Urteil: Sporttip ist die einzige legale Anlaufstelle für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, mit voller Aufsicht durch die Gespa und mit harter Bindung an den Schweizer Spielerschutz. Wer hier wettet, weiss genau, was er zahlt und welche Grenzen gesetzt sind. Wer hier Gewinn erwartet, irrt: Die Marge von 5 % im Zwei-Wege-Markt ist nicht zu schlagen, und wer es trotzdem versucht, finanziert am Ende Schweizer Sportförderung. Lesen Sie die Spielregeln Version 4.2 direkt bei Swisslos, weil sich Limits und Boost-Bedingungen ohne Vorankündigung ändern können.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande ist der zweite zugelassene Veranstalter und führt Sportwetten unter dem Produktnamen Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura durch. Die Zentrale sitzt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, das Vertriebsnetz umfasst rund 2’350 Verkaufsstellen und die Belegschaft rund 221 Mitarbeitende. Wer hier wohnt und volljährig ist, kann online ein Konto eröffnen, das nach derselben Logik funktioniert wie Sporttip auf der anderen Sprachseite: Verlustlimiten vor der ersten Wette, Spielsperre auf Antrag, Wohnsitz im Vertragsgebiet als Voraussetzung.

Die Struktur spiegelt das Swisslos-Modell. Auszahlungen erfolgen auf Schweizer Konten, die Spielregeln sind in Französisch publiziert, und das Wettprogramm folgt der Gespa-Liste. Wer kombiniert, kann auf einen entsprechenden Kombiboost hoffen; Live-Wetten sind zulässig, und Cash-Out funktioniert nach derselben Mechanik wie bei Sporttip, sofern der Veranstalter es für den Markt anbietet. Da die Westschweiz und die Deutschschweiz zur selben Logik gehören, sind die Limits vergleichbar: Mindesteinsatz im einstelligen Frankenbereich, Höchsteinsatz im tiefen vierstelligen Bereich, und die maximalen Einsatz- und Boosterhöhungen sind je nach aktuellem Wettprogramm festgelegt.

Urteil: Jouez Sport ist die westliche Hälfte desselben legalen Angebots und steht Swisslos in Funktion und Schutz in nichts nach. Wer in der Romandie wohnt, kommt an diesem Anbieter nicht vorbei, wenn er sich an Schweizer Recht halten will. Wer das Spielerkonto bei Loterie Romande führt, hat den Vorteil der gemeinsamen Gespa-Aufsicht und des Zugangs zum schweizweiten Spielsperre-Register; wer in einem anderen Kanton wohnt, kann hier kein Konto eröffnen und muss für legale Wetten den Veranstalter seines Kantons nutzen.

BetOnRed

BetOnRed tritt ohne Schweizer Bewilligung auf und ist nach Art. 4 BGS in der Schweiz nicht zugelassen. Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen; Schweizer Spielerinnen und Spieler, die dort einzahlen, haben keinen Anspruch auf Schweizer Schutz, kein Spielsperre-Register und keine Schweizer Aufsicht. Werbung für Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung kann mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS) – das trifft den Anbieter, nicht den Spieler, aber es ist ein Hinweis auf das Umfeld.

Wer der Marke trotzdem begegnet, sollte wissen: Auszahlungen laufen über die internen Regeln des Anbieters, Limits und Bonusbedingungen sind Vertragssache zwischen Spieler und Plattform. Schweizer Spielerinnen und Spieler können auf ihren Gewinn sitzen bleiben, wenn ein Anbieter ohne Schweizer Gerichtsstand die Auszahlung verweigert; im konkreten Fall hielfe nur der Weg über das ausländische Recht, nicht über die Gespa. Für ein bestimmtes Ereignis oder einen konkreten Markt fehlt jede zugesicherte Schweizer Grundlage.

Urteil: Wer in der Schweiz wettet und nicht gegen Art. 4 BGS verstossen will, geht hier nicht hin. Wer es trotzdem tut, akzeptiert die fehlende Aufsicht und das fehlende Sperrregister als Vertragsbedingung. Der einzige Vorteil gegenüber einem Schweizer Veranstalter liegt in einem breiteren Wettprogramm und in Bonusangeboten, die in der Schweiz nicht zulässig wären – beide schliessen sich mit dem Schweizer Recht nicht wirklich aus, aber sie stehen unter dem Vorbehalt der ausländischen Regeln.

BDMBet

BDMBet folgt demselben Muster wie BetOnRed: keine Schweizer Bewilligung, keine ausgewiesene Lizenz, die in der Schweiz Wirkung entfaltet, keine Anbindung an die Gespa. Die Marke wirbt international und akquiriert auch in Märkten, in denen Schweizer Spielerinnen und Spieler über Suchresultate stolpern. Wer hier einzahlt, hat keine Schweizer Spielsperre und keine Schweizer Auszahlungsgarantie. Die Gespa kann die Domain auf die Sperrliste setzen; Schweizer Telekomanbieter blocken sie per DNS, was aber Domain-Hopping nicht ausschliesst.

Praktisch heisst das: Wer hier spielt, verlässt sich auf die Hausregeln eines ausländischen Anbieters, dessen Gerichtsstand nicht in der Schweiz liegt und dessen Aufsicht nicht die Gespa ist. Limits und Bonusregeln sind Vertragsdetail, das bei Streit nach ausländischem Recht beurteilt wird. Ein typischer Vorteil gegenüber Swisslos ist das breitere Wettprogramm mit Esports und Spezialwetten; ein typischer Nachteil ist die fehlende Schweizer Spieler-ID, was bedeutet, dass eine Selbstsperre nur plattformintern gilt und bei einer zweiten ausländischen Plattform neu gesetzt werden muss.

Urteil: Wer eine legale Schweizer Wette setzen will, meidet BDMBet. Wer auf einer Schweizer Plattform gesperrt ist und hier weiter spielt, umgeht die eigene Spielsperre – ein klarer Hinweis, dass das Spielproblem andauert. Wer die Plattform testet, sollte wenigstens die Mittel zur Zahlung dokumentieren und die Regeln lesen, weil der Streitweg teurer werden kann als der Wetteinsatz.

Roobet

Roobet gehört zu den Marken, die in Online-Casino-Kreisen bekannt sind und gleichzeitig einen Sportwettenbereich anbieten, ohne dass eine Schweizer Bewilligung dahinter steht. Die Lizenz, auf die sich die Marke beruft, ist die Lizenz des ausländischen Rechts, in dem sie registriert ist; in der Schweiz entfaltet sie keine Wirkung (Art. 4 BGS). Zahlungen laufen häufig über Kryptowährungen, was in der Schweiz nicht über die üblichen Bank- oder PostFinance-Wege abgewickelt wird und die Frage der Auszahlung an ein Schweizer Konto zur Sache der internen Regeln macht.

Die Kombination Casino plus Sportwetten bedeutet für den Spielerschutz, dass die Limits, die eine Schweizer Plattform für sich setzt, hier nicht greifen. Wer hier spielt, verlässt sich auf freiwillige Limits, die der Anbieter aufstellt; eine Spielsperre wirkt nur plattformintern. Die Gespa hat keine Handhabe und keine Aufsicht; im Streitfall hilft der ausländische Gerichtsstand weiter, falls überhaupt einer vereinbart ist. Roobet ist in Bezug auf Schweizer Spielerinnen und Spieler deshalb klar ausserhalb des legalen Rahmens.

Urteil: Aus Schweizer Sicht ist Roobet kein Wetten, sondern ein ausländisches Angebot, das die Schweizer Bewilligung nicht hat. Wer hier Geld einzahlt, hat im Streitfall keine Schweizer Hilfe; wer die eigene Spielsperre in der Schweiz nutzt, sollte hier nicht spielen, weil die Sperre nicht greift. Wer dennoch spielen will, muss das mit ausländischem Recht und mit dem Bewusstsein tun, dass die Gespa die Domain blocken kann.

Bahigo

Bahigo ist ein weiterer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, dessen internationale Präsenz in Suchresultaten auftaucht. Aus Schweizer Sicht ist die Ausgangslage identisch zu BetOnRed und BDMBet: keine Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht, keine Sperrregister-Anbindung. Sportwetten, die unter dem Namen laufen, fallen unter Art. 4 BGS; die Gespa kann die Domain sperren, was aber Domain-Hopping nicht ausschliesst.

Wer hier einzahlt, sollte wissen, dass das Schweizer Recht keine Handhabe hat, falls Auszahlungen verweigert oder Limits einseitig geändert werden. Praktisch sind Limits und Auszahlungsbedingungen Vertragssache, was sie bei Schweizer Plattformen nicht sind – dort sind sie durch die Spielregeln der Gespa-Aufsicht transparent gemacht. Das Sicherheitsversprechen, das eine Schweizer Plattform bietet (Registrierung, Spielsperre, Auszahlungsweg auf Schweizer Konto, Aufsicht), ist hier nicht vorhanden.

Urteil: Bahigo gehört zu den Anbietern, die Schweizer Spielerinnen und Spieler nur über die Sperrliste kennenlernen sollten. Wer hier spielt, verzichtet freiwillig auf den Schweizer Schutz. Wer aus Neugier eine Wette testet, sollte die Auszahlungswege kennen und verstehen, dass eine Sperre in der Schweiz hier nicht greift.

BetPanda

BetPanda wirbt mit Kryptowährungen und ohne Schweizer Bewilligung. Aus Schweizer Sicht ist die Konstellation dieselbe wie bei Roobet: eine ausländische Lizenz, die in der Schweiz keine Wirkung entfaltet; keine Spielsperre-Anbindung; keine Schweizer Auszahlungsgarantie. Zahlungen über Kryptowährungen sind im Schweizer Recht nicht verboten, aber Auszahlungen an Schweizer Konten sind dadurch häufig an die internen Regeln des Anbieters gebunden, nicht an Schweizer Bankenregeln.

Wer hier spielt, hat im Streitfall nur den ausländischen Rechtsweg, und die Gespa kann die Domain blocken – was die Erreichbarkeit über alternative Domains nicht aufhebt. Aus Sicht des Schweizer Spielerschutzes ist die Plattform eine Lücke: Spielsperren aus der Schweiz greifen hier nicht, und wer auf einer Schweizer Plattform gesperrt ist, kann sich hier problemlos ein neues Konto anlegen.

Urteil: Wer mit Wetten auskommen will, ohne Schweizer Recht zu verletzen, lässt BetPanda aus. Wer auf Schweizer Plattformen gesperrt ist, sollte hier erst recht nicht spielen, weil die Sperre nur dort greift, wo sie eingetragen ist. Wer das ausländische Angebot dennoch testen will, sollte die Wettstrategie an die fehlende Aufsicht anpassen, nicht an irgendwelche Bonus-Versprechen.

Jackbit

Jackbit reiht sich in die Liste der Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ein, mit Sportwetten und Casino-Angeboten unter einer Marke. Die Marke ist international positioniert, richtet sich aber nicht primär an Schweizer Spielerinnen und Spieler; wer in einer Schweizer Suche landet, kommt meist über Werbung, Affiliate-Links oder Vergleichsseiten. Auch hier gilt Art. 4 BGS: keine Schweizer Wirkung, keine Sperrregister-Anbindung, keine Schweizer Aufsicht.

Die Spielmechanik entspricht internationaler Standardsoftware: Quotenboost, Kombiwetten, Live-Wetten, Cash-Out. Marge und Limits sind interne Vertragssache. Wer hier einzahlt, sollte die Auszahlungswege prüfen, bevor die erste Wette platziert wird, und sich bewusst sein, dass die Schweizer Spielsperre hier nicht greift.

Urteil: Jackbit ist aus Schweizer Sicht kein Wettanbieter im legalen Sinn, sondern eine internationale Plattform ohne Bewilligung. Wer in der Schweiz wettet, sollte hier nicht spielen; wer aus dem Ausland spielt, hat seine eigene Rechtslage im Auge zu behalten.

BetAlright

BetAlright bietet Sportwetten und Casino unter einer Marke ohne Schweizer Bewilligung an. Das Profil entspricht den bisherigen internationalen Marken: keine Lizenz, die in der Schweiz Wirkung entfaltet; keine Sperrregister-Anbindung; keine Schweizer Aufsicht. Werbung und Bonusversprechen sind international üblich und fallen in der Schweiz unter das Verbot der Werbung für nicht bewilligte Glücksspiele (Art. 74 Abs. 3 BGS), was den Anbieter, nicht den Spieler trifft.

Der Schweizer Spieler, der hier spielt, hat keinen Zugang zur Gespa und keine Schweizer Spielsperre. Im Streitfall hilft der ausländische Gerichtsstand weiter; die Sperrliste kann die Domain blocken, was das Angebot aber nicht aus dem Internet verbannt. Auszahlungen sind Vertragssache; Limits und Bonusregeln sind intern.

Urteil: Wer in der Schweiz legal wetten will, lässt BetAlright aus; wer die Marke nur vom Hörensagen kennt, sollte nicht über Suchresultate einzahlen, ohne die Limits und Auszahlungswege zu prüfen. Schweizer Spielerinnen und Spieler riskieren mit jeder Wette bei einem nicht bewilligten Anbieter den Verlust des Schutzes, den die zwei Schweizer Veranstalter bieten.

BetFury

BetFury ist eine weitere internationale Plattform ohne Schweizer Bewilligung, die Sportwetten und Casino kombiniert. Aus Schweizer Sicht gilt dasselbe wie für die anderen ausländischen Anbieter dieser Liste: keine Wirkung der Lizenz im Schweizer Recht, keine Anbindung an das schweizweite Sperrregister, keine Aufsicht durch die Gespa. Domains können gesperrt werden, was den Zugang nicht aufhebt, sondern nur verzögert.

Die Konsequenz für den Spielerschutz ist dieselbe wie überall auf dieser Liste: Spielsperren aus der Schweiz greifen nicht; Limits sind freiwillige Selbstbegrenzungen; Auszahlungen hängen am Vertrag mit dem Anbieter. Wer hier spielt, sollte die Auszahlungswege vorher prüfen und sich bewusst sein, dass eine Sperre in der Schweiz hier nicht wirkt.

Urteil: BetFury gehört zu den Anbietern, die Schweizer Spielerinnen und Spieler höchstens über die Sperrliste kennenlernen sollten. Wer in der Schweiz wettet und den Schutz der Gespa will, geht hier nicht hin. Wer aus dem Ausland spielt, hat seine eigene Rechtslage im Auge; die Schweizer Bewertung bleibt: keine Bewilligung, kein Schutz.

Bestehende Wettstruktur für die Schweizer Praxis

Wer in der Schweiz Sportwetten platzieren will, hat nur zwei mögliche Anbieter. Wer sich für Swisslos Sporttip entscheidet, braucht einen Wohnsitz im Vertragsgebiet (Deutschschweiz, Tessin oder Liechtenstein). Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, geht zu Loterie Romande Jouez Sport. Beide Anbieter verlangen denselben Spielerschutz-Rahmen: Verlustlimiten vor der ersten Wette, mögliche Selbstsperre, Auszahlung auf Schweizer Konto, Bewilligung und Aufsicht durch die Gespa.

Die Funktionsweise ist über beide gleich: Konto eröffnen, Identität verifizieren, Verlustlimiten setzen, einzahlen, wetten. Sporttip lässt das ausdrücklich per QR-Code an Verkaufsstellen zu, was analoge Wetten neben dem Online-Konto erlaubt. Loterie Romande hat ein dichtes Netz an Verkaufsstellen in der Westschweiz – 2’350 Stellen für ein Vertragsgebiet, das etwa ein Drittel der Kantone umfasst. Limits und Quotenboosts werden online publiziert; wer mobil spielt, lädt die jeweilige App.

Wer aus der Ferne spielen will, hat keine legale Möglichkeit in der Schweiz. Das Geldspielgesetz gilt in der ganzen Schweiz, und die zwei Veranstalter teilen das Vertragsgebiet lückenlos auf; eine Lücke über eine dritte Marke gibt es nicht. Wer im Internet eine andere Plattform findet, hat entweder mit dem Schweizer Recht zu brechen oder eine Plattform, die ihre Bewilligung in einem anderen Land hat – was für die Schweiz irrelevant ist.

Wie viel Geld mit Wetten verdient werden kann – und wie viel es kostet

Die Frage «Wie viel verdient man mit Wetten?» hat zwei Antworten, die zusammengehören. Die kurze: nichts Verlässliches. Die längere: Wer die Marge schlägt, gewinnt; wer sie nicht schlägt, verliert; im Durchschnitt verliert die Mehrheit der Wettenden.

Die Rechnung folgt direkt aus der Marge. Bei einer Auszahlungsquote von 95 % (Marge 5 %) und gleichen Einsätzen auf beide Seiten verlieren langfristig 5 % der gesamten Einsätze die Wettenden – das ist die Marge, die in jedem Preis steckt. Bei einer Auszahlungsquote von 96,8 % (Marge 3,2 % in einem 3-Wege-Markt) sind es 3,2 %. Auf Sicht von vielen Hundert Wetten führt das zu einem erwarteten Verlust in derselben Grössenordnung. Quotenboosts verändern diese Rechnung nicht, weil sie nur einen Teil der Wetten betreffen und in der Regel mit eingeschränktem Einsatz und Gewinnlimit kommen. Profitboosts erhöhen den ausgewiesenen Gewinn, nicht die faire Auszahlungsquote. Der Kombiboost erhöht den Gewinn auf eine Weise, die in den Mathematik der Wette nicht aufgeht – der Boost ist eine Marketing-Zugabe, kein Ausgleich für die Marge.

Wer das versteht, verlässt die Frage nach «Geld verdienen mit Wetten» und fragt anders: Wie hoch sind die Einsätze, die ich mir leisten kann zu verlieren, und wie stelle ich sicher, dass ich meine Limiten einhalte? Die Antwort darauf steht am Anfang jeder seriösen Wettpraxis und in den Verlustlimiten, die vor der ersten Wette gesetzt werden. Sie ist auch die einzige, die seriös ist: Wetten sind kein Geschäftsmodell, sondern eine Ausgabe für Unterhaltung mit einer ungewissen Rendite.

Steuern und Gewinne: was von einem Gewinn übrig bleibt

Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei. Der Bund setzt die Schwelle aktuell auf CHF 1’071’000 (seit 1.1.2026); die kantonalen Schwellen liegen teils darunter, teils darüber, weshalb die Faustregel «je nach Kanton» gilt. Über dem Freibetrag werden 35 % Verrechnungssteuer direkt vom Veranstalter abgezogen; der Gewinn wird zudem in der Steuererklärung deklariert und kann über die Verrechnungssteuer-Anrechnung ganz oder teilweise zurückgeholt werden.

In der Praxis liegen die allermeisten Gewinne unter dem Freibetrag. Wer CHF 500 gewinnt, zahlt nichts, muss nichts deklarieren. Wer CHF 50’000 gewinnt, ist je nach Kanton unter oder über der Schwelle; eine verbindliche Auskunft gibt die zuständige kantonale Steuerverwaltung oder ein Steuerberater. Bei ausländischen Anbietern greift die Verrechnungssteuer nicht, was aber nicht bedeutet, dass der Gewinn steuerfrei ist. Das kantonale Steuerrecht – etwa im Thurgau – behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer dort wohnt und bei einem ausländischen Anbieter gewinnt, muss diesen Gewinn in der Steuererklärung angeben.

Steuerberater fragen, wenn es um Beträge geht, die sich lohnen. Für kleine Gewinne reicht der Blick auf die kantonale Schwelle, und die meisten Kantone haben ein Merkblatt. Gewinne sind Einkommen, keine Geschenke; die Frage ist nur, ob sie unter dem Freibetrag liegen oder eben nicht.

Bilder und Abschied vom Mythos

Die Werbung für Sportwetten lebt vom grossen Gewinn. Die Realität in der Schweiz ist nüchterner: zwei Veranstalter mit gemeinnütziger Mission, eine geschlossene Liste bewilligter Sportarten und Märkte, harte Spielerschutzregeln und eine Marge, die in jedem Preis steckt. Wer einsteigt, sollte die Verlustlimiten setzen, bevor die erste Wette platziert wird, die Spielsperre als Werkzeug kennen und wissen, dass eine Erhöhung der Limite 72 Stunden Wartezeit kostet. Wer aussteigen will, hat mit der Spielsperre ein Werkzeug, das schweizweit gilt.

Wer dauerhaft Geld verdienen will, sucht eine andere Einnahmequelle. Wetten in der Schweiz sind ein preisgepflegtes Unterhaltungsangebot mit gemeinnützigem Zweck, kein Geschäftsmodell.

Häufige Fragen

Kann man mit Sportwetten dauerhaft Geld verdienen?

Die Marge, die in jeder Quote steckt, sorgt dafür, dass die meisten Wettenden langfristig weniger zurückbekommen als sie eingesetzt haben. Quotenboosts und Profitboosts verändern diese Rechnung nicht, weil sie nur einen Teil der Wetten betreffen und in der Regel mit Einsatz- und Gewinnlimits verbunden sind. Dauerhaft gewinnen lässt sich nur, wenn Informationen vorhanden sind, die der Markt nicht hat – solche Informationen sind die Ausnahme, nicht die Regel. Wer Wetten als Einnahmequelle versteht, verliert schnell den Überblick über Verluste; die eigenen Verlustlimiten sind dann die richtige Bremse.

Wie verdienen Wettbüros ihr Geld, und was ist die Marge?

Wettbüros verdienen an der eingebauten Differenz zwischen fairem Wahrscheinlichkeitswert und ausgewiesener Quote, der sogenannten Marge. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Quoten 1,90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge entsprechend bei 5 %. Bei einem Drei-Wege-Markt mit ausgeglichenen Quoten 3,10 / 3,10 / 3,10 liegt die Auszahlungsquote bei rund 96,8 %, die Marge bei rund 3,2 %. Diese Marge ist die Einnahme, die der Veranstalter pro umgesetztem Franken einbehält, unabhängig davon, welche Seite gewinnt.

Kann man mit Fussballwetten Geld verdienen, wenn Form und Statistik sorgfältig ausgewertet werden?

Formtabellen und xG-Werte helfen, eine Quote einzuschätzen, aber sie schlagen die Marge nicht. Bei einem Markt mit 5 % Marge verlieren 5 % aller Einsätze im Durchschnitt die Wettenden, und das gilt auch für informierte Wetten. Wer trotzdem gewinnt, profitiert von überdurchschnittlicher Information oder von einem Quotenboost – beides ist nicht planbar. Wer aus Statistik ein System machen will, soll die Marge mitrechnen, nicht wegrationalisieren.

Was bringt eine Systemwette gegenüber einer Einzelwette in Bezug auf die Gewinnchancen?

Eine Systemwette verteilt das Risiko auf mehrere Kombinationen, sodass nicht alle Voraussagen stimmen müssen. Eine Einzelwette gewinnt nur bei korrekter Voraussage; eine Systemwette kann auch dann teilweise auszahlen, wenn einzelne Tipps falsch sind. Die Marge des Marktes bleibt in jeder Kombination erhalten; das System streut das Risiko, ohne die Marge aufzuheben. Wer die Trefferquote erhöhen will, kann mit Systemwetten arbeiten; wer die Marge schlagen will, kann es auch mit Systemwetten nicht.

Muss ein Gewinn aus Sportwetten in der Schweiz versteuert werden, und was gilt je nach Kanton?

Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei. Der Bund setzt die Schwelle aktuell auf CHF 1’071’000 (seit 1.1.2026); die kantonalen Schwellen unterscheiden sich. Über dem Freibetrag werden 35 % Verrechnungssteuer direkt abgezogen, die über die Steuererklärung angerechnet werden können. Gewinne aus ausländischen Anbietern werden je nach Kanton als steuerbares Einkommen behandelt; das kantonale Recht des Thurgau etwa besteuert sie unabhängig von der Höhe. Bei Beträgen, die ins Gewicht fallen, fragen Sie die zuständige kantonale Steuerverwaltung oder einen Steuerberater.

Welche Limiten und Sperrmöglichkeiten helfen, Verluste zu begrenzen?

Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende bei Swisslos Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen (Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000). Eine Senkung tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Eine Spielsperre für 1 bis 180 Tage kann jederzeit selbst gesetzt werden; eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein. Wer merkt, dass die Limite regelmässig erhöht werden muss, um weiter wetten zu können, sollte die Spielsperre in Betracht ziehen.

Inhalt erstellt vom Team «asiahandicapch»