Leichtathletik-Wetten in der Schweiz 2026
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Stand: Oktober 18, 2026 · geprüft gegen die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026) sowie gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip, Version 4.2.

Leichtathletik gehört zu den Sportarten, die Schweizer Veranstalter unter dem Namen Sporttip beziehungsweise Jouez Sport anbieten dürfen, aber nur, soweit die Veranstaltung und die Wettart auf der Gespa-Liste stehen. Wer in der Schweiz auf Sprint, Weitsprung oder Zehnkampf setzen will, hat genau zwei legale Gegenstellen, einen geschlossenen Wettkatalog und ein paar Eigenheiten, die in anderen Sportarten keine Rolle spielen. Was die Diamond League und die Weltmeisterschaften für den Spielplan bedeuten, wie sich Quote und Marge zusammensetzen, welche Limiten vor dem ersten Tipp gesetzt werden müssen und warum ausländische Marken mit Schweizer Wohnsitz kein Ausweg sind, zeigt dieser Überblick.
Leichtathletik-Spielplan: Diamond League, Weltmeisterschaften und Hallensaison
Die wichtigsten Wettkalender
Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften finden seit 1983 mit dem vollen olympischen Programm statt, zunächst alle vier Jahre, seit 1991 alle zwei Jahre. Die Diamond League wird seit 2010 von World Athletics ausgetragen, davor trug der Verband noch den Namen IAAF, und der Vorläufer war die IAAF Golden League. Beide Wettbewerbe sind international ausgerichtete Serien, die einmal pro Jahr stattfinden, und sie tauchen beide auf der Gespa-Liste der zulässigen Wettbewerbe auf.
Wettbare Veranstaltungen 2026
Im Jahreslauf 2026 stehen zwei Fixpunkte: die Hallensaison mit den kontinentalen Meisterschaften und die Freiluftsaison mit Diamond League, Continental Tour, Mehrkampf-Meetings und einer Weltmeisterschaft. Die Diamond League startete 2010 mit 14 Meetings und 32 Diamond-Disziplinen, und für 2025 wie 2026 nennt die World-Athletics-Seite jeweils 15 Meetings. Die Steigerung um eine Station hat das Programm dichter gemacht, ohne dass sich die Disziplinenliste verändert hätte.
Was das für den Wettschein bedeutet
Wer in der Schweiz auf Leichtathletik setzen will, kann nur auf Veranstaltungen tippen, die in der Gespa-Liste stehen. Die Diamond League gehört dazu, die Weltmeisterschaften gehören dazu, und die Halleneuropameisterschaft gehört dazu. Was nicht auf der Liste steht, fällt durch, selbst wenn es der spannendste Wettkampf des Monats ist. Das gilt besonders für Qualifikationsrunden: sie sind nur wettbar, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, und für Frauenwettbewerbe gilt das Gleiche. Trainingsläufe, Einladungsrennen, Showevents und alles, was kein Wettkampf im engeren Sinn ist, fallen aus dem Raster.
Ranking der Wettanbieter für Leichtathletik in der Schweiz
Wer in der Schweiz legal ist
In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide besitzen eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), beide werden von der Gespa beaufsichtigt. Beide bedienen aber nicht das ganze Land: Swisslos betreut die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein, Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Wer in der Ostschweiz wohnt, kann sich kein Konto bei Jouez Sport eröffnen, und wer in Genf wohnt, hat keinen Zugang zu Sporttip.
Wer hier nicht erlaubt ist
Alle übrigen Marken, die Leichtathletik-Quoten anbieten, tun das ohne Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat in der Schweiz keine Wirkung. Die Gespa führt eine Sperrliste, über die Schweizer Internetanbieter ausländische Domains per DNS blocken, und wer dort spielt, hat keinen Zugang zum schweizweiten Spielsperrenregister und keinen Schweizer Rechtsweg.
Vergleichstafel: Wettanbieter Schweiz
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung BGS | Loterie Romande, Lausanne; Gespa |
| BillyBets | Keine Schweizer Bewilligung | Keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz |
| Jackbit | Keine Schweizer Bewilligung | Keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz |
| Betovo | Keine Schweizer Bewilligung | Keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz |
| Gamdom | Keine Schweizer Bewilligung | Keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz |
| Cloudbet | Keine Schweizer Bewilligung | Keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz |
| HighFlyBet | Keine Schweizer Bewilligung | Keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz |
| BetPanda | Keine Schweizer Bewilligung | Keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz |
| PowBet | Keine Schweizer Bewilligung | Keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz |
Die zwei zugelassenen Veranstalter sind die einzigen, die Schweizer Spielerinnen und Spieler auf gesichertem Weg annehmen dürfen. Alles, was auf der Sperrliste steht, kann morgen vom Netz genommen werden, ohne dass bereits platzierte Wetten dadurch automatisch ausbezahlt würden.
Grundlagen: Disziplinen, Mehrkämpfe und wie ein gültiges Resultat zustande kommt
Die Disziplingruppen
Die Leichtathletik gliedert sich in die Gruppen Lauf, Gehen, Sprung sowie Stoss und Wurf. Die Mehrkämpfe kombinieren Disziplinen aus allen Gruppen ausser dem Gehen, im Freien als Zehnkampf der Männer und Siebenkampf der Frauen, in der Halle als Siebenkampf der Männer und Fünfkampf der Frauen. Für den Wettschein zählt, dass die Zahl der Disziplinen in einer Mehrkampfkarte gross ist, das Resultat aber erst am Schluss des zweiten Tages feststeht und dazwischen jeder Versuch den Ausgang kippen kann.

Versuche und Vorrunden
In den Sprung- und Wurfdisziplinen hat jeder Athlet drei Versuche, und es gibt keine Vorrunde. Das unterscheidet die Leichtathletik von jeder Rennserie: wer im ersten Versuch 8,90 Meter springt, hat bereits eine Bestweite, die im Wettschein steht, und die zwei verbleibenden Versuche sind Korrekturen, keine Selektion. Bei einem Dreisprung-Wettbewerb mit acht Athleten gibt es demnach 24 Resultate, die ein Buchmacher bewerten muss, und jede Wette auf «bester Versuch» hängt am Ende am letzten Sprung der ganzen Startliste.
Rekordanerkennung und Bahnmasse
Laufrekorde im Freien werden in der Leichtathletik seit 1960 nur anerkannt, wenn sie auf einer 400-m-Bahn aufgestellt wurden, Hallenrekorde nur auf 200-m-Bahnen. Das hat zwei Folgen für die Quote. Erstens haben Weltrekorde immer eine messbare Bedingung im Hintergrund, und eine Zeit, die unter guten Bedingungen zustande kam, kann bei der Rekordliste durchfallen. Zweitens sind Resultate aus kleineren Meetings auf kürzeren Bahnen aus offizieller Sicht keine Rekorde, auch wenn sie schneller sind als manches Weltrekord-Tempo.
Fehlstart und Disqualifikation
Bei einem Fehlstart in der Leichtathletik gilt ein Start als verfrüht, wenn die Reaktionszeit unter 0,100 Sekunden liegt, und Athleten riskieren seit 2009 die sofortige Disqualifikation. Vor 2003 durfte ein Athlet nach einem Fehlstart erneut starten und riskierte die Disqualifikation erst beim zweiten Fehlstart, von 2003 bis 2009 führte der erste Fehlstart zu einer Verwarnung für das gesamte Feld. Für eine Wette auf «Athlet X kommt weiter» ist das eine harte Linie: 0,099 Sekunden heisst draussen, und die Wette wird mit der Quote 1.00 bewertet oder storniert, je nach Regelwerk des Veranstalters.
Wettarten und wie die Quoten entstehen
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Der Veranstalter kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Eine Kombiwette multipliziert die Quoten der einzelnen Beine zu einer Gesamtquote, das heisst, die Gesamtquote steigt mit jedem Bein, aber die Wahrscheinlichkeit, alle Beine richtig zu tippen, sinkt entsprechend.
Quotenschlüssel und Marge
Der Quotenschlüssel ist die Auszahlungsquote eines Marktes, also der Anteil aller Einsätze, den der Buchmacher im Durchschnitt wieder auszahlt, und die Marge ist das, was er einbehält. Für einen Zwei-Wege-Markt mit zwei ausgeglichenen Quoten von 1.90 und 1.90 errechnet sich der Schlüssel als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also rund 95 Prozent, und die Marge liegt bei rund 5 Prozent. Bei einem engen Favoriten mit Quoten von 1.40 und 2.80 sinkt der Schlüssel auf etwa 93.5 Prozent, bei einem ausgeglichenen Dreier-Markt mit 2.10, 3.40 und 3.40 liegt er bei etwa 96 Prozent, und die Marge bewegt sich entsprechend. Die Marge ist also keine fixe Grösse pro Buchmacher, sondern schwankt von Markt zu Markt, von Veranstaltung zu Veranstaltung und von Wettart zu Wettart.
Beispielrechnung
Bei einem Einsatz von CHF 10 und einer Quote von 1.90 ist der Bruttoertrag CHF 19, der Nettogewinn CHF 9. Bei einer Kombiwette aus drei Beinen mit Einzelquoten von 1.90, 1.90 und 1.90 ergibt sich eine Gesamtquote von 6’859, der Bruttoertrag bei einem Einsatz von CHF 10 liegt bei rund CHF 68.59, der Nettogewinn bei rund CHF 58.59. Die Wahrscheinlichkeit, alle drei Beine zu treffen, ist deutlich tiefer als 50 Prozent, und genau dieser Hebel erklärt, warum die Quoten mit jedem Bein wachsen.
Cash-Out
Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Cash-Out gibt es nur online, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, und nur für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, nicht garantiert für jeden Markt. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und wer Cash-Out nutzt, akzeptiert einen Abschlag auf den Maximalgewinn.
Quotenboosts und Profitboosts
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Es handelt sich also nicht um eine Gratiswette, sondern um eine befristete Aufbesserung einer konkreten Quote, und wer sie nutzt, sollte die reguläre Quote daneben prüfen, um den tatsächlichen Vorteil zu sehen.
Rechtslage in der Schweiz: wer Leichtathletik anbieten darf
Die zwei Bewilligungen
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Artikel 3 litera c und e) und werden von der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, beaufsichtigt. Die ESBK, die Eidgenössische Spielbankenkommission, ist nur für Casinos zuständig und hat mit den Sportwetten nichts zu tun. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Artikel 21 bis 25 BGS), und sie gilt nur in der Schweiz (Artikel 4 BGS).

Geschlossene Anbieterliste
Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande. Eine dritte Schweizer Marke für Sportwetten ist im Gesetz nicht vorgesehen, und es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains, keine Positivliste zusätzlicher Schweizer Veranstalter.
Was wettbar ist
Wettbar sind nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind nicht erlaubt. Das Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026, Artikel 25 BGS, Artikel 29 VGS). Qualifikationsrunden sind nur wettbar, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, und Rangierungswetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podium entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen, Eckball- und Kartenmärkte fehlen, und ein Esports-Bereich existiert nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Artikel 25 Absatz 2 BGS).
Wer teilnehmen darf
Sporttip steht Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, das heisst in einem der Deutschschweizer Kantone, im Tessin oder in Liechtenstein, und es darf keine Spielsperre bestehen. Jede Person darf sich nur einmal registrieren, die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Bei Loterie Romande gilt Entsprechendes für die sechs Westschweizer Kantone.
Zahlungen
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Artikel 50 Absatz 2 VGS), anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungs-Auszahlungen gibt es in der bewilligten Schweizer Wettwelt nicht. Kredit an Spielerinnen und Spieler ist verboten (Artikel 75 Absatz 1 BGS). Welche Zahlungsmittel ein Veranstalter konkret annimmt, regelt er in seinen eigenen Bedingungen.
Werbung und Strafen
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Artikel 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Artikel 74 Absatz 3) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft (Artikel 131 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben braufen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Artikel 75 Absatz 2 BGS). Wer in der Schweiz ohne Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar, mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe, im gewerbsmässigen Fall bis zu fünf Jahren (Artikel 130 BGS). Die Spielerin oder der Spieler wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Aufsicht und keinen Schweizer Rechtsweg.
Steuern auf Wettgewinnen in der Schweiz
Freibetrag und Verrechnungssteuer
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der bundesrechtliche Schwellenwert liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, der kantonale Schwellenwert unterscheidet sich je nach Kanton, weshalb der genaue Betrag nur über die kantonale Steuerverwaltung oder eine Steuerberatung zuverlässig zu erfragen ist. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Eine typische Sportwette liegt deutlich unter diesem Freibetrag, also ohne Einkommensteuer und ohne Verrechnungssteuer.
Ausländische Anbieter
Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis behandelt sie unterschiedlich. Thurgau zum Beispiel besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen, andere Kantone handhaben es milder. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz existiert nicht, und die Frage, ob und was auf einen Gewinn zu zahlen ist, gehört in die Hand einer Steuerberatung oder der zuständigen kantonalen Steuerverwaltung, nicht in eine Wettstrategie.
Verantwortungsvolles Wetten: Limiten, Sperren, Hilfsangebote
Verlustlimiten
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, und Swisslos weicht damit bewusst von der gesetzlichen Frist von 24 Stunden ab. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen, was vor allem für Disziplinen wie die Leichtathletik sinnvoll ist, wo der Kalender tageweise freie Wetten anbietet und das eigene Tempo sonst schnell verschwindet.
Selbst- und Fremdsperre
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf, und eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen, das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein gilt. Eine selbst gewählte Pause lässt sich nach drei Monaten aufheben, mit Einbezug einer Fachstelle. Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Auszahlung von Einsätzen oder Gewinnen (Artikel 45 BGS).
Warum Leichtathletik besonders tückisch ist
Einzelwettkämpfe mit kleinen Zeitunterschieden sind schwer vorherzusagen. Bei einem 100-m-Lauf entscheiden Hundertstelsekunden, und die Tagesform eines Sprinters lässt sich aus dem Vorlauf nicht zuverlässig auf den Endlauf übertragen. Die Diamond League verteilt seit 2017 Punkte an die ersten acht Athleten eines Meetings, das heisst, ein Athlet, der als Siebter ins Ziel kommt, sammelt noch einen Punkt für die Disziplinfinal-Qualifikation, und selbst eine Niederlage im Einzelfall kann sich lohnen. Wer auf «Sieger» oder «Podium» setzt, sollte die Punktewertung mitdenken, sonst bewertet man das Rennen falsch.
Anbieterprofile: was die zehn Marken tatsächlich liefern
Swisslos Sporttip
Swisslos, mit vollem Namen SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft und Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2022. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip, das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein, und die Online-Registrierung setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Gebiet, Volljährigkeit, keine bestehende Spielsperre und eine einmalige Kontoeröffnung pro Person voraus. Sporttip bietet die im Wettprogramm aufgeführten Leichtathletik-Märkte zu den üblichen Bedingungen, mit Livewetten und Cash-Out, und das Cash-Out ist nur online, nur als vollständiges Cash-Out und nur für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette, und die Limiten können vom Veranstalter jederzeit angepasst werden. Für die Leichtathletik ist Sporttip die breiteste legale Schweizer Gegenstelle, mit dem vollständigen Wettprogramm auf Diamond League, Weltmeisterschaften und Halleneuropameisterschaft und mit der Infrastruktur, die ein bewilligter Veranstalter mitbringt: Gespa-Aufsicht, schweizweites Spielsperrenregister und ein Rechtsweg im Inland. Der Nachteil: das Wettprogramm ist auf das beschränkt, was die Gespa-Liste erlaubt, und wer eine Wette sucht, die es nur bei internationalen Marken gibt, wird sie hier nicht finden.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne betreut die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, unterhält 2’350 Verkaufsstellen und beschäftigt 221 Mitarbeitende. Ihr Produkt heisst Jouez Sport, die rechtliche Grundlage ist mit jener von Swisslos identisch, und die Spielregeln entsprechen den Vorgaben des Geldspielgesetzes. Für die Leichtathletik gilt das Gleiche wie bei Sporttip: wettbar ist, was auf der Gespa-Liste steht, und die Wettarten beschränken sich auf die zugelassenen Formen. Wer in der Romandie wohnt, hat mit Jouez Sport den einzigen Schweizer Zugang, und wer aus der Deutschschweiz kommt, kann kein Konto eröffnen, was die Anbieterwahl in der Schweiz zur Standortfrage macht.
BillyBets
BillyBets ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, eine Lizenz mit Wirkung in der Schweiz ist nicht ausgewiesen, und der Anbieter steht unter der Logik des Artikels 4 BGS, der ausländische Lizenzen in der Schweiz als unbeachtlich einstuft. Das heisst konkret: kein Anschluss an das schweizweite Spielsperrenregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht über die Quotenbildung und keine kantonale oder eidgenössische Instanz, an die sich eine Spielerin oder ein Spieler bei Streit wenden kann. Diese ausländischen Domains können zudem auf der Sperrliste der Gespa landen, was Schweizer Internetanbieter zur DNS-Blockade zwingt. Eine bereits platzierte Wette ist dann zwar nicht automatisch verloren, aber die Auszahlung hängt allein am Willen des Anbieters. Für wen BillyBets allenfalls funktioniert: für eine Person, die in einem Kanton wohnt, in dem die ausländischen Gewinne steuerlich nicht relevant sind, und die bereit ist, den gesamten Kundendienst, die Bonusbedingungen und die Auszahlungswege bei einem Anbieter ohne Schweizer Aufsicht abzuwickeln. Das ist eine bewusste Entscheidung gegen die zwei bewilligten Schweizer Veranstalter, nicht ein Nebenweg um sie herum.
Jackbit
Jackbit fällt in dieselbe Kategorie wie BillyBets: keine Schweizer Bewilligung, keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz, kein Zugang zum schweizweiten Spielsperrenregister, und wie bei anderen ausländischen Marken kann auch hier eine Sperrung durch die Gespa erfolgen. Wer dort spielt, akzeptiert damit, dass die Auszahlung von der Solvenz und vom guten Willen des Anbieters abhängt, dass die Quoten keiner Schweizer Kontrolle unterliegen und dass die Spielsucht-Prävention allein in den Händen der Spielerin oder des Spielers liegt. Es gibt keinen Vorteil, den Jackbit gegenüber den Schweizer Veranstaltern bieten könnte, der dieses Risiko aufwiegt, ausser einem grösseren Wettprogramm im Randbereich, das die Gespa-Liste nicht abdeckt. Wer dieses grössere Programm will, sollte sich bewusst sein, dass er es auf eigenes Risiko und ohne Schweizer Auffangnetz nutzt.
Betovo
Auch Betovo ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, mit den gleichen Konsequenzen wie BillyBets und Jackbit. Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder einem anderen Land gilt in der Schweiz nicht, eine Spielteilnahme ist nicht strafbar, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Aufsicht. Die Differenz zu einem bewilligten Veranstalter ist nicht kosmetisch, sondern betrifft drei konkrete Punkte: die Marge, die ohne Aufsicht nicht überprüfbar ist, die Auszahlung, die ohne Schweizer Rechtsweg nicht durchsetzbar ist, und den Spielerschutz, der ohne Spielsperrenregister ins Leere läuft. Wer aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder einem Bonus bei Betovo bleibt, sollte sich diese drei Punkte bewusst machen, bevor er eine Wette platziert.
Gamdom
Gamdom gehört zur selben Klasse wie die übrigen ausländischen Marken in dieser Liste: keine Schweizer Bewilligung, keine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz, keine Anbindung an das schweizweite Spielsperrenregister. Das Besondere an Gamdom ist die technische Ausrichtung auf Kryptowährungen, was in einem Schweizer Kontext doppelt problematisch ist, denn Gewinne und Guthaben werden in der bewilligten Schweizer Wettwelt nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausbezahlt, und Kryptowährungs-Auszahlungen existieren in der bewilligten Welt nicht. Wer mit Kryptowährungen einzahlt, hat damit einen Verlauf, der in der Schweiz nicht reguliert ist, und im Streitfall keine Handhabe. Das Risiko liegt nicht nur beim Anbieter, sondern auch beim Zahlungsweg.
Cloudbet
Cloudbet gehört ebenfalls in die Klasse der ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung, mit denselben Konsequenzen für die Aufsicht, den Rechtsweg und den Spielerschutz. Eine Lizenz, die in einem anderen Land ausgestellt wurde, hat in der Schweiz keine Wirkung, und auch hier droht die Sperrung durch die Gespa. Die Position von Cloudbet unterscheidet sich von jener von BillyBets oder Jackbit nur in den angebotenen Quoten und im Wettprogramm, nicht in der grundlegenden Frage, ob die Teilnahme in der Schweiz zulässig ist. Sie ist es nicht.
HighFlyBet
HighFlyBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, mit denselben drei Risiken wie alle anderen Marken in dieser Kategorie: keine Schweizer Aufsicht über die Quoten, keine Anbindung an das schweizweite Spielsperrenregister, kein Schweizer Rechtsweg im Streitfall. Wer HighFlyBet nutzt, spielt damit auf einer Plattform, die in der Schweiz jederzeit vom Netz genommen werden kann, ohne dass die bereits platzierten Wetten dadurch gesichert wären. Das ist die ehrliche Beschreibung der Lage, nicht eine Warnung um der Warnung willen.
BetPanda
BetPanda ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, mit den gleichen Konsequenzen wie alle anderen Marken in dieser Kategorie. Eine ausgewiesene Lizenz mit Wirkung in der Schweiz existiert nicht, und wer bei BetPanda spielt, hat im Streitfall keinen Schweizer Ansprechpartner, keine Schweizer Aufsicht und keinen Weg, eine blockierte Domain wieder erreichbar zu machen. Die Teilnahme ist in der Schweiz nicht strafbar, aber das ist ein schwacher Trost, wenn die Auszahlung ausbleibt.
PowBet
PowBet schliesst die Liste der zehn Marken ab und gehört zur Klasse der ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz, die in einem anderen Land ausgestellt wurde, gilt in der Schweiz nicht, der Zugang kann jederzeit durch die Gespa gesperrt werden, und es gibt keine Anbindung an das schweizweite Spielsperrenregister. Das Bild, das sich daraus ergibt, ist eindeutig: Wer in der Schweiz auf Leichtathletik wetten will, hat genau zwei seriöse Gegenstellen, und alle übrigen Marken sind Varianten desselben Grundmusters ohne Schweizer Aufsicht.
Marge auf einem Zwei-Wege-Markt: was die Quote wirklich kostet
Rechenbeispiel
Ein illustrativer Zwei-Wege-Markt, etwa «Athlet A gewinnt das Rennen» gegen «Athlet A gewinnt nicht», wird mit Quoten von 1.90 und 1.90 angeboten. Der Quotenschlüssel berechnet sich als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ 1.0526 = 0.95, also 95 Prozent, und die Marge ist 100 Prozent minus 95 Prozent, also 5 Prozent. Das heisst: von jedem eingesetzten Franken zahlt der Markt im Durchschnitt 95 Rappen wieder aus und behält 5 Rappen ein. Bei Quoten von 1.40 und 2.80 sinkt der Schlüssel auf 1 ÷ (1/1.40 + 1/2.80) = 0’935, also 93.5 Prozent, die Marge steigt auf 6.5 Prozent. Bei einem Dreier-Markt mit 2.10, 3.40 und 3.40 liegt der Schlüssel bei rund 96 Prozent, die Marge bei rund 4 Prozent.
Was die Marge für den Wettschein bedeutet
Die Marge ist der Preis, den der Buchmacher für jeden Markt verlangt, und sie ist von Markt zu Markt verschieden. Ein Wettschein, der aus mehreren Beinen besteht, multipliziert die einzelnen Quoten, und mit jedem Bein wächst die Gesamtquote, aber auch die kombinierte Marge, weil die einzelnen Margen multiplikativ wirken. Eine Kombiwette aus drei Beinen mit einer Einzelmarge von 5 Prozent hat eine kombinierte Marge von rund 14.3 Prozent, eine aus fünf Beinen eine kombinierte Marge von rund 22.6 Prozent. Das erklärt, warum hohe Kombiquoten verlockend aussehen, aber die Auszahlungswahrscheinlichkeit schneller sinkt, als die Quote steigt.
Häufige Fragen
Darf ich Leichtathletik in der Schweiz überhaupt legal wetten?
Ja, aber nur bei den zwei bewilligten Veranstaltern Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport, und nur auf Veranstaltungen und Wettarten, die auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung, und die Gespa kann Domains ausländischer Anbieter auf die Sperrliste setzen, was zu einer DNS-Blockade führt.
Was passiert mit meiner Wette, wenn ein Athlet wegen Fehlstart disqualifiziert wird?
Ein Start gilt als verfrüht, wenn die Reaktionszeit unter 0,100 Sekunden liegt, und Athleten riskieren seit 2009 die sofortige Disqualifikation. Die Spielregeln von Sporttip sehen vor, dass Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00 bewertet werden, und die Regeln können in spielentscheidenden Situationen ähnlich angewendet werden. Wer auf einen disqualifizierten Athleten gesetzt hat, sollte die Auswertung im Wettschein prüfen, denn die Bewertung hängt vom konkreten Markt und vom Zeitpunkt der Platzierung ab.
Wie berechnet sich mein Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Bruttoertrag ist Einsatz mal Quote, der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1). Bei einem Einsatz von CHF 10 und einer Quote von 1.90 ist der Bruttoertrag CHF 19, der Nettogewinn CHF 9. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote, das heisst, die Gesamtquote wächst, die Trefferwahrscheinlichkeit sinkt.
Warum sind Wetten auf Einzelrennen so schwer vorherzusagen?
Bei einem 100-m-Lauf entscheiden Hundertstelsekunden, und die Tagesform eines Sprinters lässt sich aus dem Vorlauf nicht zuverlässig auf den Endlauf übertragen. In der Diamond League sammeln seit 2017 die ersten acht Athleten Punkte für die Disziplinfinal-Qualifikation, und ein Siebter im Feld kann noch punkten, was die Sieger- und Podiumswetten weniger stabil macht als in Sportarten mit klarer Setzliste. Hinzu kommt die Reaktionszeit, die bei einem Fehlstart unter 0,100 Sekunden zur sofortigen Disqualifikation führt, und die Wette damit unabhängig von der gelaufenen Zeit kippt.
Welche Verlustlimiten gelten, und wann kann ich sie erhöhen?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, und es lässt sich zusätzlich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage setzen. Loterie Romande regelt die Limiten in ihren eigenen Bedingungen, die Gespa-Aufsicht gilt für beide.
Sportarten – asiahandicapch
Inhalt erstellt vom Team «asiahandicapch»
