Snooker-Wetten in der Schweiz: Was erlaubt ist und was es kostet

Updated Oktober 2026
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Oktober 18, 2026 · Geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2) sowie die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten (Stand 10.09.2026).

Ein Snookertisch mit grünem Tuch und einem Dreieck aus roten Kugeln unter einer tief hängenden Lampe in einer leeren Halle.
An der Snookerweltmeisterschaft nehmen 32 Spieler in der Endrunde teil, inklusive Qualifikation sind es 144; das Finale wird im Modus Best of 35 Frames gespielt.

Snooker ist ein Aussenseiter unter den Wettsportarten. Die Saison dauert fast das ganze Jahr, die Spielerzahl ist klein, die Turniere sind weit gestreut, und die Quote jedes Buchmachers enthält eine Marge, die niemand erwähnt. Wer in der Schweiz auf Snooker wetten will, hat eine sehr enge Auswahl: Die Interkantonale Vereinbarung lässt nur zwei Veranstalterinnen zu. Was daneben im Netz auftaucht, ist nicht erlaubt, gleich wie seriös eine ausländische Plattform wirken mag. Hier erfahren Sie, welche Wege durch das Schweizer Recht tatsächlich offen stehen, wie Quoten im Snooker entstehen, wie ein Match- oder Frame-Schein funktioniert, welche Limits und Schutzmechanismen gelten — und was eine Wette bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung kostet, auch wenn das Kleingedruckte es nicht ausspricht.

Eigenverantwortlich wetten: Was jeder Spieler zuerst setzt

Wer bei Sporttip oder Jouez Sport mitmacht, legt vor der ersten Wette selbst fest, wie viel er verlieren darf. Diese Verlustlimite ist keine Werbeaktion und kein Bonus — sie ist die gesetzliche Pflichtgrenze und Pflichtbedingung. Swisslos verlangt, dass die Limite für 1, 7 und 30 Tage gesetzt wird, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 pro Periode und CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Senkung der Limite gilt sofort; eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage, die separat vom Verlustlimit gesetzt wird. Wer eine dieser Limiten erreicht, kann nicht weiter wetten, bis die Periode abgelaufen ist.

Ein blauer Kreidewürfel und eine Queuespitze liegen am Rand eines Holztischs im weichen Seitenlicht.
Beim Snooker zählt Rot 1 Punkt, Gelb 2, Grün 3, Braun 4, Blau 5, Pink 6 und Schwarz 7 Punkte; das maximale Break beträgt 147 Punkte.

Daneben stehen Pausen und Sperren. Sporttip lässt eine produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage zu, ohne vorzeitige Aufhebung. Wer sich für eine unbefristete Spielsperre entscheidet, wird in ein schweizweites Register eingetragen, das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos gilt und im Fürstentum Liechtenstein anerkannt ist. Eine Selbstsperre ist die wirksamste einzelne Schutzmassnahme, weil sie unabhängig vom eigenen Tagesgeschäft sofort greift. Wer glaubt, dass die eigene Spielweise ausser Kontrolle gerät, kann zusätzlich eine fachliche Stelle beiziehen — die Gespa nennt Anlaufstellen.

Diese Schutzmechanismen sind nicht freiwillig aufgesetzt; sie folgen aus dem Geldspielgesetz und sind die einzige Stelle, an der der Staat dem Spielenden die Bedingungen vorschreibt. Werbung darf das nicht durchbrechen. Art. 74 BGS verbietet irreführende, aufdringliche oder an Minderjährige gerichtete Werbung; Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist eine Widerhandlung nach Art. 74 Abs. 3 BGS und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft. Ein «risikofreier Bonus» von einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung ist deshalb nicht nur rechtlich wertlos, sondern auch werblich unzulässig.

Snooker-Quoten verstehen: Wie der Preis eines Siegers entsteht

Eine Quote ist keine Prognose. Sie ist das Verhältnis, in dem der Veranstalter bereit ist, den Einsatz zurückzuzahlen, falls das gewählte Ereignis eintrifft. Eine Quote von 2.10 bedeutet: Einsatz zurück plus den Einsatz als Gewinn. Eine Quote von 1.50 bedeutet: 50 Rappen Gewinn pro eingesetzten Franken, nichts mehr. Quoten sind das, wovon ein Buchmacher lebt, und sie enthalten eine Marge, die der Buchmacher bei jeder Wette einbehält.

Eine Garderobe aus Holz mit einem dunklen Regenschirm in einem stillen Korridor, am Fenster rinnt Regen herunter.
Die Endrunde der Snookerweltmeisterschaft findet seit 1977 ab Ende April über 17 Tage im Crucible Theatre in Sheffield statt.

Wie Snooker gespielt wird

Snooker wird mit 22 Kugeln gespielt: dem weissen Spielball, 15 roten und je einer gelben, grünen, braunen, blauen, pinken und schwarzen Kugel. Die Werte sind Rot 1 Punkt, Gelb 2, Grün 3, Braun 4, Blau 5, Pink 6 und Schwarz 7 Punkte; das maximale Break beträgt 147 Punkte, also alle roten mit Schwarz abwechselnd, gefolgt von allen Farben in aufsteigender Reihenfolge. Wer nach dem letzten Frame der Partie gleich viele Punkte hat, bekommt die schwarze Kugel erneut aufgelegt — Re-spotted black — und der nächste Punktgewinn entscheidet den Frame. Professionelle Profiturniere werden im Best-of-Modus über mehrere Frames gespielt, üblicherweise an 12-Fuss-Tischen mit etwa 366 × 183 cm Aussenmass.

Wie die Marge in der Quote steckt

Bei einer Wette auf einen Frame-Sieger gibt es zwei Seiten — Spieler A gewinnt, Spieler B gewinnt. Ein Buchmacher muss, damit er bei jedem Ausgang Geld verdient, die Quoten so setzen, dass die Summe der Kehrwerte kleiner als 1 ist. Rechenbeispiel zur Verdeutlichung: Eine illustrative Wette auf «Frame-Sieger» mit fiktiven Quoten 1.90 auf Spieler A und 1.90 auf Spieler B. Die Auszahlungsquote ist dann 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90), also rund 95 %. Der Veranstalter behält etwa 5 Cent pro eingesetztem Franken. Die «5 % Marge» ist also die Differenz zwischen dem, was bei perfekter Verteilung zurückkäme (100 %), und dem, was die Quotenstruktur tatsächlich auszahlt. Bei einem Snooker-Match mit drei möglichen Ausgängen (Heimsieg, Auswärtssieg, totals) oder bei asiatischen Handicap-Linien ist die Marge typischerweise höher, weil mehr Variablen modelliert werden müssen. Wer die Quote akzeptiert, akzeptiert diese Marge mit.

Der Gewinnbetrag bei Sporttip wird aus «Einsatz mal Quote» berechnet, bei Kombinationen mit dem Produkt der Einzelquoten, und dann zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Aus 10 CHF Einsatz auf eine Einzelwette mit Quote 2.10 wird also 21.00 CHF Bruttogewinn, abgerundet auf 20.95 CHF. Bei einer Kombiwette mit drei Beinen zu 1.80, 2.10 und 2.50 ergibt das 1.80 × 2.10 × 2.50 = 9.45 als Gesamtquote; 10 CHF Einsatz zahlen 94.50 CHF brutto, abgerundet 94.45 CHF.

Welche Wettarten Snooker tatsächlich anbietet

Wer auf einen Match-Sieger wettet, tippt, wer das Turnier gewinnt oder die Partie für sich entscheidet — die einfachste Wettart, fester Bestandteil jedes Anbieters. Wer auf einen Frame-Sieger wettet, tippt innerhalb eines Matches, welcher Spieler den nächsten Frame gewinnt — interessant in Livewetten, bei denen der Verlauf sich schnell dreht. Wer auf das nächste Break oder Century wettet, tippt darauf, welcher Spieler das nächste 100+ Break erzielt — Spezialwette, deren Quote sich mit dem Spielstand live verändert. Über/unter Frames funktioniert analog zu Total Markets im Fussball: Eine Linie wird gesetzt (zum Beispiel «über 16.5 Frames im Match»), und die Wette ist gewonnen, wenn die effektive Frame-Anzahl darüber oder darunter liegt. Langzeitwetten auf Turniersieger zählen zu den Saisonwetten und werden bei Sporttip unterstützt, ebenso wie Kombiwetten mit mindestens vier Tipps, bei denen der «Kombiboost» den Nettogewinn je nach Anzahl Voraussagen erhöht.

Livewetten auf Frames: Was im laufenden Spiel gilt

Livewetten sind erlaubt, vor und während des Spiels, bei Sporttip und bei Loterie Romande. Eine Wette wird unabhängig davon angenommen, ob das Ereignis live übertragen wird — ein Livebild ist keine Voraussetzung für die Gültigkeit. Was aber nicht geht: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, werden mit Quote 1.00 gewertet und damit storniert. In spielentscheidenden Situationen — bei einem Elfmeter, einer Roten Karte, einer Schiedsrichterentscheidung im Video — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Bei Snooker gilt Entsprechendes für den eigentlichen Frame-Abschluss oder einen century-break in dem Moment, in dem die Kugel versenkt wird. Praktisch heisst das: Wer eine Livewette auf den nächsten Frame-Sieger platziert, hat im Inland nur Sekunden Reaktionszeit, denn die Plattform wertet am Ereignis, nicht am Tastendruck.

Cash-Out: Vorzeitige Auszahlung, eigene Mechanik

Cash-Out lässt eine laufende Wette vor dem Ende abrechnen — nicht zum vollen Gewinn, sondern zu einem Betrag, den der Anbieter festlegt. Bei Sporttip gilt Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Sobald ausgeführt, lässt er sich nicht rückgängig machen. Swisslos muss Cash-Out nicht für jeden Markt anbieten und kann den Betrag jederzeit ändern. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche spätere Gewinn, und er ist eine Frage des richtigen Moments. Cash-Out ist im Snooker besonders verlockend, wenn ein Spieler mit 5:0 führt und der «sichere» Ausgang verkauft wird — die Marge, die der Anbieter bei diesem Verkauf nimmt, ist allerdings nicht ausgewiesen.

Snooker-Saison: Was wann auf dem Programm steht

Die Snooker-Saison ist fast ununterbrochen. Die World Snooker Tour organisiert das ganze Jahr über Turniere; im Schnitt stehen zwischen September und Mai wöchentlich Ranglisten- und Profiturniere an, dazu Einladungsturniere und die Events der grossen Saisonhöhepunkte. Die kommerziellen Profiturniere verantwortet die World Snooker Tour, die kommerzielle Tochter der World Professional Billiards & Snooker Association, gegründet 1968.

Die Triple Crown: Drei Turniere, die das Jahr tragen

Zur Triple Crown zählen die Snookerweltmeisterschaft, die UK Championship und das Masters. Die Weltmeisterschaft ist der wichtigste Termin und der einzige mit fester Spielstätte: Seit 1977 findet die Endrunde ab Ende April über 17 Tage im Crucible Theatre in Sheffield statt, die vertragliche Austragung dort ist bis 2045 gesichert. An der Endrunde nehmen 32 Spieler teil, inklusive Qualifikation sind es 144. Das Finale wird im Modus Best of 35 Frames gespielt — das heisst, der Sieger braucht 18 Frames Vorsprung. Für Wettende bedeutet das: Wer auf einen Match-Sieger setzt, braucht in einem Best-of-35-Finale einen Spieler, der das Tempi durchhält.

Die UK Championship wird im Spätherbst ausgetragen und folgt als zweites grosses Ranglistenturnier. Das Masters ist das Einladungsturnier der besten 16 Spieler und markiert traditionell den Anfang des Jahres. Wer auf den Turniersieger der UK Championship oder auf einen Spieler im Masters-Feld setzt, spielt nicht gegen das Wettprogramm der regulären Saison, sondern gegen ein engeres Teilnehmerfeld und gegen andere Quotenstrukturen.

Best-of-Modus: Was das für Quoten heisst

Profiturniere werden im Best-of-Modus gespielt, das heisst: Eine Partie endet, sobald ein Spieler die nötige Anzahl Frames für sich entschieden hat. Bei einem Best-of-17-Match reichen 9 gewonnene Frames für den Einzug in die nächste Runde. Bei Best of 35 sind es 18. Für eine Wette auf den Match-Sieger zählt das gesamte Match, inklusive möglicher Verlängerungen — was bei Snooker praktisch keine Rolle spielt, denn es gibt kein Penaltyschiessen und keine Nachspielzeit, nur Frames. Bei Sporttip zählt für die meisten Wettarten die reguläre Spieldauer, die hier schlicht die Anzahl der gespielten Frames ist; Verlängerung gäbe es nicht, ausser das Wettprogramm weist explizit darauf hin. Snooker kennt keine Verlängerung. Wer auf den Match-Sieger wettet, wettet darauf, wer die nötige Anzahl Frames zuerst erreicht.

Vergleich der Anbieter: Was Snooker-Wettende in der Schweiz erwartet

Im Schweizer Online-Wettmarkt gibt es nur zwei Veranstalterinnen mit einer Bewilligung: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Alles andere auf der Vergleichsliste sind ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung — sie bieten Snooker-Wetten an, sind aber in der Schweiz nicht zugelassen, und der Weg zu ihnen führt über eine ausländische Domain, die auf der Gespa-Sperrliste stehen kann.

Anbieter Sitz und Status Bewilligung in der Schweiz Veranstalter nach Gespa-Liste
Swisslos Sporttip Basel, Deutschschweiz, Ticino, Liechtenstein Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS) zugelassen, einer der zwei Grossspielveranstalter
Loterie Romande Jouez Sport Lausanne, Westschweiz Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung (BGS) zugelassen, einer der zwei Grossspielveranstalter
BillyBets ausländisch ohne Schweizer Bewilligung nicht auf der Liste, Domain kann auf der Sperrliste stehen
1Bet ausländisch ohne Schweizer Bewilligung nicht auf der Liste, Domain kann auf der Sperrliste stehen
BetPanda ausländisch ohne Schweizer Bewilligung nicht auf der Liste, Domain kann auf der Sperrliste stehen
Boomerang Bet ausländisch ohne Schweizer Bewilligung nicht auf der Liste, Domain kann auf der Sperrliste stehen
Playzilla ausländisch ohne Schweizer Bewilligung nicht auf der Liste, Domain kann auf der Sperrliste stehen
BetAlright ausländisch ohne Schweizer Bewilligung nicht auf der Liste, Domain kann auf der Sperrliste stehen
BetFury ausländisch ohne Schweizer Bewilligung nicht auf der Liste, Domain kann auf der Sperrliste stehen
FortuneJack ausländisch ohne Schweizer Bewilligung nicht auf der Liste, Domain kann auf der Sperrliste stehen

Die Tabelle zeigt das strukturelle Problem: Die zwei bewilligten Anbieter decken die Schweiz gemeinsam flächendeckend ab — Swisslos die Deutschschweiz und das Tessin, Loterie Romande die Westschweiz. Wer in einem dieser Kantone lebt, hat genau einen Anbieter, bei dem die Wette rechtlich und steuerlich sauber läuft. Alle anderen Anbieter in der Tabelle haben keine Bewilligung der Gespa. Ihr Operationsgebiet ist ein anderes Land; ihr Vertragsverhältnis ist das eines Spielers auf einer Offshore-Plattform mit ausländischem Recht.

Was die zwei bewilligten Anbieter gemeinsam haben

Beide sind interkantonal organisierte Lotteriegesellschaften, beide unterstehen der Geldspielaufsicht Gespa, beide sind Grossspielveranstalter nach Art. 21 BGS. Das Sporttip-Gebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein, das zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet bildet. Die Loterie Romande bedient die Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und nennt als Kontakt Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, mit über 2’300 Verkaufsstellen in der Westschweiz und rund 220 Mitarbeitenden.

Beide verlangen für ein Online-Konto Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, ein Mindestalter von 18 Jahren und eine Identitätsprüfung gegen Adressdatenbanken. Beide bieten Snooker im Wettprogramm an, quoifiziert nach den Vorgaben der Gespa-Liste. Bei beiden liegt die Oberlimite der Verlustlimite bei CHF 9’999 pro Periode, mit der Senkung sofort und der Erhöhung frühestens nach 72 Stunden. Beide lassen sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren.

Was die zwei bewilligten Anbieter unterscheidet

Sprachregion und Währungsraum sind offensichtlich. Weniger offensichtlich: Die Spielregeln und die Grösse des Vertriebs. Swisslos unterhält das deutschsprachige Vertragsgebiet und ist in Liechtenstein anerkannt; Loterie Romande bedient die Romandie und unterhält das Verkaufsstellennetz in der Westschweiz. Die Spielregeln und Teilnahmebedingungen für Sporttip sind in der Version 4.2 dokumentiert. Die Spielregeln von Jouez Sport sind französischsprachig und entlang derselben Gesetzesgrundlage formuliert.

Für Snooker im Speziellen bedeutet das: Die Auswahl an Wettarten ist bei beiden durch die Gespa-Liste begrenzt; der Markt für einzelne Frames, nächste Centuries, Handicap-Linien und Kombiwetten ist naturgemäss enger als bei Fussball oder Eishockey. Snooker ist ein Nischenmarkt, und beide Anbieter spiegeln das. Wer ein bestimmtes Match mit einer Handicap-Linie oder eine asiatische Wette sucht, prüft die Verfügbarkeit vor der Wette.

Was offshore passiert, ohne Schweizer Bewilligung

Eine ausländische Plattform wie BillyBets, 1Bet, BetPanda, Boomerang Bet, Playzilla, BetAlright, BetFury oder FortuneJack hat keine Schweizer Bewilligung. Die Plattformen operieren mit Lizenzregimen anderer Länder, oft Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Offshore-Gebiet. Diese Lizenz hat in der Schweiz keine Wirkung — Art. 4 BGS erklärt eine ausländische Bewilligung für hier ausgerichtete Sportwetten für unbeachtlich. Das heisst: Wer dort ein Konto eröffnet, schliesst einen Vertrag nach ausländischem Recht, ohne Schweizer Verbraucherschutz, ohne Anbindung an die Spielsperre-Datenbank und ohne die Möglichkeit, sich an eine Schweizer Stelle zu wenden.

Zusätzlich: Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blockieren (Art. 86-93 BGS). Die erste Liste erschien am 3. September 2019 und umfasste Ende 2025 671 Domains. Blockierte Domains tauchen typischerweise innerhalb von Stunden unter neuen Adressen auf — die Gespa spricht von Domain-Hopping und nennt Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als Beispiele. Wer also plant, einen ausländischen Anbieter zu nutzen, geht davon aus, dass der Zugang zwischen Verfügbarkeit und Sperre wechselt. Das ist kein funktionierendes Konstrukt für jemanden, der das eigene Spiel kontrollieren will.

Schweizer Sportwettenrecht: Was erlaubt ist und was nicht

Online-Sportwetten sind in der Schweiz als Grossspiel eingestuft. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) ist seit 1. Januar 2019 in Kraft; Sportwetten fallen unter Art. 3 lit. c und e BGS. Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gegründet mit dem Geldspielkonkordat 2021. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) ist dafür nicht zuständig; sie beaufsichtigt die Spielbanken, also die Casinos, nicht die Sportwetten. Für eine Sportwettenbewilligung braucht es eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung (Art. 21-25 BGS); die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos und Loterie Romande.

Was darf gewettet werden

Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten ist die einzige Grundlage. Snooker erscheint dort mit den verfügbaren Wettarten. Die Liste zeigt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esports-Sektion, weil Snooker diese Wettarten nicht hat. Was nicht auf der Liste steht, ist nicht zugelassen: Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows zum Beispiel. Nur Listenpositionen zählen; Qualifikationsrunden nur, wenn aufgeführt; Frauen-Wettbewerbe nur, wenn aufgeführt; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Wer mitmachen darf

Sportwetten sind für Personen ab 18 Jahren zugänglich; Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Pro Person ist ein Konto zulässig, mit verifizierter Identität (Art. 47-52 VGS). Ein Konto braucht Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Vertragsgebiet. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Geld, Konto und Auszahlung

Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren in bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, ebenso keine Kredite an Spielende (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche konkreten Zahlungsmittel ein Anbieter akzeptiert, ist dessen Sache und steht in dessen Geschäftsbedingungen.

Steuern: Was ein Snooker-Gewinn kostet

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die ESTV zählt die Sportwetten ausdrücklich dazu — sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die bundesweite Schwelle liegt ab 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400). Die kantonale Schwelle kann anders liegen, also gilt «je nach Kanton», nie eine einzelne kantonale Zahl. Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die durch die Deklaration in der Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig als steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Das heisst konkret: Wer etwa bei einem Offshore-Anbieter einen grösseren Betrag gewinnt, muss diesen in der Schweizer Steuererklärung angeben. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz — diese Aussage sollte niemals so getroffen werden, weil sie nicht existiert.

Werbung und Boni: Was erlaubt ist und was nicht

Werbung darf weder aufdringlich noch irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Gratiswetten oder Gratisguthaben brauchen vorgängig die Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). Im Jahr 2025 erteilte die Gespa 24 Zusagen an die Loterie Romande und 8 Zusagen an Swisslos. Bonusbeträge und -bedingungen stehen nur in den Bedingungen jedes Anbieters selbst. Einen Promo-Code oder Aktionscode zu nennen, gehört nicht auf eine solche Seite — diese Seite beschreibt, was ein Bonus wert ist, und nicht, wie er eingelöst wird. Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und mit Busse bis CHF 500’000 bestraft.

Die zwei zugelassenen Anbieter im Profil

Swisslos Sporttip

Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Sportwetten unter dem Produktnamen Sporttip. Die Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Für 2025 wies Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio. aus, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die wiederum Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe bedient. Der Beitrag aus den Sportwetten wird für 2025 separat mit CHF 109 Mio. ausgewiesen, gegenüber CHF 122 Mio. im Vorjahr.

Das Wettprogramm für Sporttip umfasst Snooker im Rahmen der Gespa-Liste. Einzel- und Kombinationswetten beginnen bei einem Mindesteinsatz von CHF 1, der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 1’000, der Höchsteinsatz pro Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limits jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über dem Limit wird nicht angenommen. Der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50: 5 % Bonus auf den Nettogewinn bei vier Tipps, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Tipps. Quotenboosts und Profitboosts sind im Einsatz und in der Höhe limitiert und nur einmal pro Wettendem nutzbar; bei Cash-Out verfällt der Boost. Cash-Out funktioniert nur online, nur als vollständiges Cash-Out, und nur für ausgewählte Märkte.

Wer bei Swisslos online mitmachen will, braucht mindestens 18 Jahre, Wohnsitz im Vertragsgebiet und keine Spielsperre. Pro Person ist genau ein Konto zugelassen; die Identität wird über das hochgeladene Ausweisdokument gegen Adressdatenbanken verifiziert. Verlustlimiten und Sperren sind im Abschnitt «Eigenverantwortlich wetten» erläutert. Für die Snooker-Saison 2026/27 ist Sporttip der Anbieter, an dem die deutschsprachige Wettöffentlichkeit nicht vorbeikommt.

Urteil: Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat hier den einzigen rechtlich sauberen Weg. Snooker ist im Programm, das Quotenniveau bewegt sich im Rahmen dessen, was die Gespa-Liste für eine Nischensportart zulässt. Wer auf Handicap-Linien oder Spezialmärkte aus ist, prüft das Wettprogramm vor der Wette — Sporttip ist nicht der Anbieter mit dem breitesten Markt, aber er ist der einzige, der für diese Wohnbevölkerung zählt.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande — Société de la Loterie de la Suisse Romande — veranstaltet Sportwetten unter dem Produktnamen Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und rund 221 Mitarbeitende. Auch sie untersteht der Gespa und operiert auf der Grundlage derselben interkantonalen Vereinbarung wie Swisslos.

Jouez Sport deckt das Snooker-Angebot im Rahmen der Gespa-Liste ab. Identitätsprüfung, Verlustlimite, Spielsperre und Ausschluss Minderjähriger funktionieren nach demselben Muster wie bei Sporttip. Wer Westschweizer Französisch spricht und auf Snooker wetten will, hat hier den einzigen Weg, der durch das Schweizer Recht gedeckt ist.

Urteil: Funktional dasselbe Produkt wie Sporttip, nur in der anderen Sprachregion. Wer in der Romandie wohnt, nutzt Jouez Sport. Snooker ist eine kleine Sportart im Programm; das gilt auch hier. Was die Tabelle über die zwei Anbieter sagt, ist genau diese Beobachtung: Wer eines der beiden Vertragsgebiete bewohnt, hat genau einen gangbaren Weg.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung: BillyBets, 1Bet, BetPanda, Boomerang Bet, Playzilla, BetAlright, BetFury, FortuneJack

Diese acht Plattformen haben keine Schweizer Bewilligung. Ihre Lizenz stammt aus einem anderen Land und hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer dort wettet, schliesst einen Vertrag nach ausländischem Recht, ohne Anbindung an die Schweizer Spielsperre, ohne Schweizer Verbraucherschutz und ohne den Weg zu einer Schweizer Beschwerdestelle. Die kantonale Steuerpraxis behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Eine ausländische Lizenz ist kein Schweizer Schutz und auch keine Schweizer Sicherheit.

Urteil: Ein Snooker-Match kann hier gewettet werden, weil das Snooker-Programm dieser Plattform oft breiter ist als das eines bewilligten Inlandanbieters. Die ausländische Lizenz hilft nichts in der Schweiz; das Sperrlisten-Risiko hilft nichts; die ausländische Steuerpraxis hilft nichts. Wer diese Plattformen nutzt, akzeptiert, dass die Wette in der Schweiz strafrechtlich verfolgbar ist und dass das Geld im Ernstfall blockiert werden kann. Für jemanden, der Snooker in der Schweiz wettet, gibt es keinen legitimen Grund, diese Plattformen dem bewilligten Anbieter vorzuziehen.

Wie viel Marge eine Quote wirklich enthält

Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem eingesetzten Franken einbehält. Sie ist der Unterschied zwischen dem, was die Quotenstruktur auszahlen würde, und 100 %. Bei einer hypothetischen Zweiwege-Wette mit Quote 1.90 auf jede Seite ergibt die Rechnung:

Das heisst: Bei 1’000 CHF Gesamtumsatz auf diesem Markt zahlt der Anbieter rund 950 CHF an die Wettenden zurück und behält rund 50 CHF. Je mehr mögliche Ausgänge ein Markt hat, desto grösser ist die Marge, weil die Kehrwertsumme grösser wird: Ein Dreiwege-Markt (Heimsieg, Auswärtssieg, Unentschieden) hat typischerweise eine Marge von 6-8 %, eine asiatische Handicap-Linie liegt eher bei 2-3 %, weil die Quotenstruktur nahe am 50/50-Verhältnis gebaut wird. Die Marge ist ein statistisches Mittel über sehr viele Wetten, nicht eine Garantie für jede Einzelwette.

Der Punkt, der für Snooker-Wettende wichtig ist: Die Marge ist nicht auf der Wettseite ausgewiesen. Sie steht nicht in der Werbung, nicht im Wettschein, nicht in der Bestätigung. Sie ist die Konsequenz der Quotierung. Wer sich für einen Anbieter entscheidet, entscheidet sich implizit für dessen Margenniveau. Bei Snooker sind die Margen tendenziell etwas höher als bei Mainstream-Sportarten, weil das Volumen klein ist und der Anbieter die Quoten nicht so eng aneinander anpassen kann, ohne Geld zu verlieren. Wer viele Wetten platziert, sollte das verstehen.

Häufig gestellte Fragen

Nur bei zwei Veranstalterinnen mit Gespa-Bewilligung: Swisslos Sporttip im Vertragsgebiet Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande Jouez Sport in den sechs Westschweizer Kantonen. Beide brauchen für ein Online-Konto den Wohnsitz im eigenen Vertragsgebiet. Eine Wette bei einem ausländischen Anbieter ist in der Schweiz nicht erlaubt.

Ist Snooker auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten aufgeführt?

Snooker erscheint auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten. Welche konkreten Wettarten angeboten werden — Match-Sieger, Frame-Sieger, Handicap, Über/Unter — hängt vom Wettprogramm des Veranstalters ab und ist vor der Wette zu prüfen.

Wie gross ist die Marge in Snooker-Quoten, und wie wirkt sie sich auf die Auszahlung aus?

Bei einer hypothetischen Zweiwege-Wette mit Quote 1.90 auf beide Seiten ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95 % und eine Marge von etwa 5 %. Bei Märkten mit drei Ausgängen oder Handicap-Linien kann die Marge höher liegen. Die Marge ist das, was der Veranstalter bei jeder Wette statistisch einbehält, ohne dass sie explizit ausgewiesen wird.

Wie wird der Gewinn bei einer Wette auf einen Frame- oder Matchsieger aus Einsatz und Quote berechnet?

Bei einer Einzelwette ergibt sich der Bruttogewinn aus Einsatz mal Quote, bei einer Kombiwette aus Einsatz mal Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Im Snooker gelten dieselben Regeln wie in anderen Sportarten.

Wie werden Livewetten auf einzelne Frames abgerechnet, und was gilt bei zu spät platzierten Wetten?

Livewetten auf Frames werden angenommen, unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wird, wird mit Quote 1.00 gewertet. Cash-Out ist für ausgewählte Märkte verfügbar, nur als vollständige Auszahlung und nur online; der Betrag kann jederzeit angepasst werden.

Wie werden Gewinne von Anbietern ohne Schweizer Bewilligung steuerlich behandelt?

Gewinne aus ausländischen Grossspielen sind nach der kantonalen Steuerpraxis (zum Beispiel Thurgau) vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Es gibt keine Schweizer Verrechnungssteuer auf diesen Gewinnen, dafür aber die Pflicht zur Deklaration in der Steuererklärung. Die konkrete Behandlung ist kantonal unterschiedlich; eine kurze Rücksprache mit dem kantonalen Steueramt schafft Klarheit.

Inhalt erstellt vom Team «asiahandicapch»