Quotenrechner für Sportwetten: Einsatz, Quote und Reingewinn berechnen

Updated Oktober 2026
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Ein Quotenrechner zeigt für eine Sportwette mit festen Quoten, was ein Einsatz bei einem bestimmten Kurs an Auszahlung und Reingewinn abwirft. Er ersetzt keine Wette und keine Vorhersage, er führt nur die Multiplikation aus, die der Wettschein ohnehin verlangt. Für die Schweiz ist die Auswahl auf zwei Veranstalter begrenzt: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport sind die einzigen Organisatoren, denen das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) erlaubt, Sportwetten in der Schweiz durchzuführen. Wer hier wettet, gibt Einsatz, Quote und Wettart in den Rechner und liest am Ende eine Zahl ab, die der Anbieter in den Wettschein zurückrechnen muss.

Ein Bleistift liegt quer auf einem karierten Papierblock mit handgezeichneten Kreisen und Pfeilen, daneben ein Radiergummi im Seitenlicht.
Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1).

Oktober 18, 2026: die Angaben zu Bewilligungen und Limiten sind gegen die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2) und das Règlement Jouez Sport (17e édition, September 2024) abgeglichen.

Wettmärkte und Quotenformate als Grundlage jedes Rechners

Der Rechner arbeitet nur so gut wie die Quote, die in ihm landet. Wer eine Quote einträgt, ohne zu wissen, in welchem Format sie notiert ist, multipliziert am Ende die falsche Zahl.

Ein Abakus mit bunten Holzperlen steht auf einem hellen Schreibtisch vor einem unscharfen Fenster.
Ein Wettrechner berechnet Einzel-, Kombi- und Systemwetten mit 1 bis 20 Auswahlen.

Was eine Quote aussagt

Eine Quote gibt das Verhältnis zwischen Einsatz und Auszahlung an, nicht die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses. Bei einer Dezimalquote von 5,50 erhält mann für 1 € Einsatz 5,50 € zurück, der Reingewinn beträgt 4,50 €. Dieselbe Information steckt in der Bruchquote 9/2 (man gewinnt 9 € pro 2 € Einsatz) und in der US-Quote +450 (man gewinnt 450 $ pro 100 $ Einsatz). Für die Schweiz veröffentlichen Swisslos und Loterie Romande ihre Kurse als Dezimalquoten mit zwei Nachkommastellen, und die Rechner hier rechnen ebenfalls in diesem Format.

Bei einer Dezimalquote von 1,40 gewinnt mann 2 € pro 5 € Einsatz und muss nach US-Quote 250 $ setzen, um 100 $ Gewinn zu erzielen. Die US-Form ist im Schweizer Wettalltag selten; sie taucht vor allem dann auf, wenn ein ausländisches Medium zitiert wird.

Vom Format zum Reingewinn

Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1). Wer 50 CHF auf eine Einzelwette mit Quote 2,80 setzt, gewinnt 50 × 1,80 = 90 CHF; die Auszahlung beträgt 140 CHF, der Einsatz fliesst nicht zurück. Genau so arbeitet auch das System hinter dem Sporttip-Wettschein, mit dem kleinen Zusatz, dass Swisslos den Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufrundet und dann auf 5 Rappen genau abrundet.

Ein Tippfehler im Format ist kein Rechenfehler, sondern ein Lesefehler. Wer aus einer Dezimalquote versehentlich eine Bruchquote macht, gibt eine kleinere Zahl ein und sieht einen viel zu hohen Gewinn; der Wettschein selbst nimmt am Ende die Dezimalquote, die der Anbieter stellt, und der Rechner davor hat dann zwar richtig gerechnet, aber das Falsche.

Wettarten, die ein Rechner abdecken muss

Drei Wettarten prägen das Feld: die Einzelwette (eine Voraussage, ein Wettausgang), die Kombiwette (mehrere Voraussagen müssen alle eintreffen) und die Systemwette (mehrere ähnliche Kombiwetten, die als «X aus Y» notiert werden). Bei Kombiwetten multipliziert der Rechner die Einzelquoten zur Gesamtquote, der Einsatz gilt für die gesamte Wette, gewonnen ist sie nur, wenn jedes Ereignis stimmt. Eine Systemwette bündelt mehrere Kombinationen in einem Wettschein; jede dieser Kombinationen heisst Wettreihe, und schon eine einzige richtige Wettreihe kann einen Gewinn abwerfen.

Wer im Rechner «Trixie» wählt und vier Voraussagen eingibt, bekommt drei Wettreihen angezeigt: je eine Doppelwette aus zwei Voraussagen sowie eine Dreifachwette über alle vier. Wer «Lucky 15» wählt, bekommt vier Einzelwetten, sechs Doppelwetten, vier Dreifachwetten und eine Vierfachwette, also 15 Wettreihen — und der Rechner führt die gleiche Multiplikation fünfzehn Mal aus. Wer eines dieser Felder nicht versteht, versteht auch den Rechnerausgang nicht.

Grundlagen des Rechnens: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette im Vergleich

Der Rechner ist ein Werkzeug mit einer klaren Aufgabe; er nimmt Eingaben entgegen, multipliziert und schreibt das Ergebnis hin. Wer die Eingaben kennt, weiss, was er vom Rechner erwarten kann.

Einzelwette: ein Einsatz, eine Quote, eine Auszahlung

Die Einzelwette ist der einfachste Fall. Einsatz rein, Quote rein, fertig. Auszahlung = Einsatz × Quote, Reingewinn = Einsatz × (Quote − 1). Wer 200 CHF auf Quote 1,85 setzt, gewinnt bei einem Treffer 200 × 0,85 = 170 CHF, die Auszahlung beträgt 370 CHF. Der Rechner führt eine einzige Multiplikation durch und gibt beide Werte aus.

Einzelwetten sind die Grundform, auf die sich alle anderen Wettarten zurückführen lassen. Kombiwetten und Systemwetten zerlegen ihre Gesamtquote in mehrere Einzelquoten; am Ende zahlt der Anbieter jede richtige Wettreihe nach den Regeln einer Einzelwette aus.

Kombiwette: jede Voraussage stimmt, oder die Wette ist verloren

Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten zur Gesamtquote multipliziert. Eine Wette mit den Quoten 1,90, 2,20 und 3,40 hat die Gesamtquote 1,90 × 2,20 × 3,40 = 14,212; ein Einsatz von 20 CHF ergibt eine Auszahlung von 284,24 CHF und einen Reingewinn von 264,24 CHF.

Mit jeder weiteren Voraussage wächst die Auszahlung, aber die Trefferchance sinkt. Wer jede Einzelwette mit Wahrscheinlichkeit p gewinnt, gewinnt die Kombiwette mit pⁿ (n = Anzahl Voraussagen). Bei drei Voraussagen zu je 50 % Wahrscheinlichkeit liegt die Trefferquote bei 12,5 % — der hohe Kurs ist die Kompensation für das grössere Risiko, nicht ein Geschenk des Anbieters. Der Rechner zeigt diese Trefferwahrscheinlichkeit nicht, weil er sie nicht kennt; sie hängt von der Realität ab, nicht von der Quote.

Systemwette: Wettreihen bündeln, Verlust abfedern

Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben. Wer vier Voraussagen zu einer «2 aus 4»-Systemwette verbindet, gibt sechs Wettreihen in Auftrag: jede mögliche Zweierkombination aus den vier Tipps. Wer «Trixie» mit drei Voraussagen wählt, erzeugt drei Wettreihen: drei Doppelwetten. Gewonnen wird pro Wettreihe, die vollständig richtig ist; eine falsche Voraussage zieht den Verlust einer Wettreihe nach sich, nicht den der ganzen Systemwette, solange mindestens eine Wettreihe noch steht.

Ein guter Rechner zeigt demnach für jede Systemwette drei Zahlen: die Zahl der Wettreihen, den Einsatz pro Wettreihe und die maximale Auszahlung, wenn alle Reihen treffen. Bei Swisslos darf eine Systemwette bis zu CHF 10’000 Einsatz enthalten; bei einer vollen Trixie aus drei Voraussagen ist die maximale Auszahlung daher nicht durch die Quote, sondern durch die Einsatzlimite begrenzt.

Was ein Rechner nicht abdeckt

Quotenrechner von ausländischen Seiten können Wetten durchrechnen, die ein Schweizer Veranstalter gar nicht anbietet. Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportereignisse, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026) kennt keinen Eckballmarkt, keinen Kartenmarkt und keinen Esports-Bereich; Corner- und Kartenspecials sind also auch dann kein zulässiger Bestandteil des Schweizer Marktes, wenn sie in einem Rechner durchspielbar wären. Wer mit einem Rechner eine Wette konstruiert, die Swisslos nicht annimmt, hat nicht «ausgerechnet», was die Wette einbringt — er hat nur gezeigt, wie ein hypothetisches Produkt aussehen würde.

Rechtslage und Bewilligung in der Schweiz: warum ein Rechner nur Schweizer Wetten kennt

In der Schweiz sind Sportwetten ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Sie werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur die Casinos überwacht. Eine Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21-25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Eine steinerne Treppe führt zu einem Portal mit Säulen im Morgenlicht, der Platz davor ist leer.
Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Swisslos betreut die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; Loterie Romande betreut die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann sich beim zuständigen Veranstalter online registrieren; das Online-Konto ist an den Wohnsitz im Vertragsgebiet gebunden.

Was beworben werden darf und was nicht

Werbung für Sportwetten, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und wird nach Art. 131 BGS mit einer Busse bis zu CHF 500’000 bestraft. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Gratisspiele und Gratisspielguthaben, zu denen auch Gratiswetten zählen, brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Aufsicht 24 solche Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Wer einen Bonus oder eine Gratiswette beschreibt, schreibt damit über eine Bewilligung, nicht über das eigene Werberecht.

Steuerliche Behandlung der Gewinne

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — wozu die ESTV Sportwetten zählt — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundeshöchstbetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (CHF 1’070’400 im Jahr 2025); der kantonale Freibetrag unterscheidet sich, weshalb eine Aussage «je nach Kanton» zutrifft, nicht eine einzelne kantonale Zahl. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die mit der Steuererklärung zurückgefordert werden können. Wer mit einem normalen Einsatz spielt, liegt in aller Regel unter dem Freibetrag: keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.

Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, dafür der kantonalen Einkommensteuer; die kantonale Praxis von Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe voll. Eine pauschale Faustregel «ausländische Gewinne sind steuerfrei» ist falsch; die Besteuerung folgt dem Wohnsitzkanton, nicht der Herkunft des Anbieters. Eine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz existiert nicht — keine Aussage «es wird eine Wettsteuer von X Prozent erhoben» hält der Rechtslage stand.

Spielerschutz: Limiten und Spielsperre, die unabhängig vom Rechner gelten

Wer einen Rechner benutzt, sieht den möglichen Gewinn, nicht das eigene Budget. Der Spielerschutz setzt früher an, beim Spieler selbst, und gilt unabhängig davon, ob eine Wette einzeln, kombiniert oder als System getippt wird.

Verlustlimiten bei Sporttip

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage festlegen. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — eine Schutzfrist, die Spontanentscheidungen ausbremst. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich; sie kontrolliert, wie viel Geld überhaupt auf das Spielerkonto fliesst.

Wer seine Limite erhöhen will, muss die Frist abwarten. Wer sie senken will, kann es sofort tun. Wer eine Limite aushebeln möchte, hat es mit einer Stelle zu tun, die ihre Regeln nicht aushandelt.

Spielsperre und Selbstsperre

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Spielsperre ist im Geldspielgesetz (Art. 80-82 BGS) verankert: ein Auschluss überschuldeter oder abhängiger Personen, eingetragen in ein gemeinsames Register. Eine selbstgewählte Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS); eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).

Für gesperrte oder minderjährige Personen besteht kein Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Wer gesperrt ist, bekommt sein Geld auf dem Wettschein nicht ausbezahlt, auch wenn die Wette formal gewonnen wäre.

Testkäufe und Realität der Schutzmassnahmen

Die Gespa führt Testkäufe an Verkaufsstellen durch. Im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft — die Schutzmassnahmen greifen am Schalter nicht lückenlos. Wer den Spielerschutz ernst nimmt, lässt sich die Online-Kontosperre einrichten und achtet darauf, dass die Verkaufsstelle den Ausweis verlangt. Wer den Schutz nur am Schalter sucht, übersieht, dass die Praxis dort hinter dem Gesetz zurückbleibt.

Einsatzlimiten der Schweizer Veranstalter: wie viel ein Rechner überhaupt einsetzen darf

Ein Rechner multipliziert, was auch immer man ihm gibt. Der Wettschein hält sich an die Limiten des Veranstalters, nicht an das, was die Multiplikation verspricht.

Sporttip: CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- und Kombiwette

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1. Der Höchsteinsatz liegt für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos darf diese Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer einen Rechner mit einem Einsatz von CHF 5’000 füttert, bekommt ein Ergebnis, das der Wettschein gar nicht annimmt.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Rechnung, die am Schluss 124,927 CHF auswirft, ergibt 124,90 CHF ausbezahlt; ein Rappen, der vom Hundertstel abweicht, ist nicht Verhandlungssache, sondern Regel.

Jouez Sport: CHF 2 online, CHF 3 am Schalter, Höchstgewinn pro Multiple

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2; an Verkaufsstellen liegt er bei CHF 3, für Multiples ebenfalls bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten; der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette und die Gesamtquote einer Kombiwette müssen mindestens 1,10 betragen und dürfen 100’000 nicht übersteigen.

Wer mit einem Rechner einen Multiple für CHF 8’000 bauen will, sieht das Ergebnis der Multiplikation, nicht aber die Grenze von CHF 7’500, an der Jouez Sport den Schein zurückweist.

Geld, das nie im Rechner steht

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1,00. Der Rechner kennt dieses Ereignis nicht; er rechnet mit den Quoten, die der Anbieter zum Zeitpunkt der Eingabe stellt, und behandelt eine nachgeholte Quote von 1,00 nicht als Sonderfall. Ein Rechner zeigt, was die Wette wert wäre, wenn sie stand; was wird, wenn sie abgesagt wird, steht in den Spielregeln, nicht in der Multiplikation.

Anbieter im Überblick: wer in der Schweiz rechnen und wetten darf

Die folgende Tabelle zeigt die zehn in dieser Analyse betrachteten Anbieter, ihre Bewilligungslage in der Schweiz und die zuständige Stelle. Nur die beiden ersten Einträge sind in der Schweiz bewilligt; die übrigen sind Referenz, weil Schweizer Spielende ihnen im Internet begegnen. Wer in der Schweiz wettet, hat die Wahl zwischen genau diesen beiden Reihen.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Bewilligung als Grossspiel (BGS, SR 935.51) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung als Grossspiel (BGS, SR 935.51) Société de la Loterie de la Suisse Romande
22Bet keine Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
MyStake keine Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Interwetten keine Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
IviBet keine Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
bet365 keine Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
BC.Game keine Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)
GG.BET keine Schweizer Bewilligung ausländisch, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS)

Die Trennung zwischen den beiden ersten Zeilen und den übrigen ist nicht redaktionell, sondern gesetzlich: das BGS erlaubt nur zwei Veranstaltern die Durchführung von Sportwetten in der Schweiz. Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendwo sonst — hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS). Die letzten acht Anbieter werden in dieser Übersicht aufgeführt, weil Schweizer Spielende im Internet auf sie stossen, und sie sind explizit als «ohne Schweizer Bewilligung» markiert.

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Wer im Vertragsgebiet wohnt, kann ein Online-Konto eröffnen; Online-Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich, mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in diesem Gebiet, ohne Spielsperre, mit nur einer Registrierung pro Person. Der Ausweis wird hochgeladen, die Daten werden gegen Adressdatenbanken geprüft (Art. 47-52 VGS). Die Sportwetten laufen unter den Spielregeln Version 4.2, und Swisslos darf die Limiten jederzeit ändern.

Wer Sporttip nutzt, akzeptiert eine geschlossene Wettliste, einen Mindesteinsatz von CHF 1 und einen Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette. Der Kombiboost gilt nur online, prematch, live und in Systemwetten, mit mindestens vier Voraussagen zu einer Quote von je mindestens 1,50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Profitboosts und Quotenboosts sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei Cash-Out verfällt der Boost. Eine abgesagte Veranstaltung ohne Nachholung innert 48 Stunden macht die Einzelwette ungültig und führt in Kombinationen zur Quote 1,00 für die betroffene Voraussage.

Für wen das passt: für Spielende, die im Vertragsgebiet wohnen, online und am Schalter spielen wollen und mit der Schweizer Wettliste auskommen. Für wen das nicht passt: für Spielende, die ausserhalb des Vertragsgebiets wohnen, oder für Wetten, die nur im Auslandsmarkt existieren.

Loterie Romande Jouez Sport

Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS. Der Sitz liegt an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden. Online-Teilnehmer brauchen Wohnsitz im Vertragsgebiet und eine abgeschlossene Online-Registrierung mit Identitätsprüfung.

Die Online-Minimaleinsatz liegt bei CHF 2, am Schalter bei CHF 3. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Multiple darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten und darf aus 2 bis 10 Voraussagen bestehen; jede Einzelwette oder Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1,10 betragen und darf 100’000 nicht überschreiten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, über alle Gewinne eines Multiples bei CHF 1’000’000. Das Règlement gilt in der 17. Auflage von September 2024 und ist die Grundlage, gegen die die eigenen Eingaben zu prüfen sind.

Für wen das passt: für Spielende in der Romandie, die einen klar definierten Rahmen für Maximalgewinne suchen und die kleineren Mindesteinsätze von Online zu schätzen wissen. Für wen das nicht passt: für Spielende, die mit Multiples über CHF 7’500 Einsatz spielen oder Quoten über 100’000 verlangen.

22Bet

22Bet arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz, deren Ort hier nicht festgestellt ist, hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS); das Spielen auf einer solchen Plattform fällt nicht unter den Schutz des Bundesgesetzes, und kein Eintrag im schweizerischen Ausschlussregister greift. Die Sperrliste der Gespa kann die Domain via DNS blockieren (Art. 86-93 BGS); Spielende, die via VPN oder über einen verschobenen DNS-Eintrag zugreifen, umgehen diese Sperre, behalten aber das rechtliche Risiko: Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, ein Schutz oder eine Fair-Play-Kontrolle existiert nicht.

Der Vergleich mit den Schweizer Veranstaltern endet genau hier: 22Bet hat im Quotenrechner Platz, weil Schweizer Spielende der Marke begegnen, nicht weil sie eine Alternative ist. Wer dort spielt, spielt mit einer Firma, die hier weder kontrolliert noch geschützt wird.

MyStake

MyStake steht ohne Schweizer Bewilligung da. Der Anbieter taucht in der Werbung und über Empfehlungen auf, gehört aber nicht zum Kreis der bewilligten Veranstalter. Die Rechtslage ist dieselbe wie bei 22Bet: ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz, kein Eintrag im Sperrregister, keine Sperrlistenkontrolle. Wer MyStake nutzt, hat im Streitfall keinen Schweizer Rekursweg.

Wer einen Rechner für Schweizer Wetten sucht, betrachtet MyStake nicht als Rechner-Vorlage: das eigene Wettprogramm entscheidet, ob Schweizer Voraussagen überhaupt quotiert werden, und die Quote ist eine andere Grösse als die einer bewilligten Wette.

Interwetten

Interwetten gehört zu den ausländischen Marken, die in der Schweiz über die Gespa-Sperrliste erreicht werden können. Die Gespa nennt Interwetten als Beispiel für ein Domain, das im DNS-Block enthalten ist; ein neuerlicher Eintrag nach einem «Domain-Hopping» wird innert Stunden ersetzt. Das ändert nichts daran, dass die Marke in Werbung und über Suchresultate erscheint, und ein Rechner kann mit Interwetten-Quoten arbeiten, ohne dass diese Quoten in der Schweiz gelten.

Wer einen Quotenvergleich anstellt, sollte zwischen einer Schweizer Quote und einer Interwetten-Quote unterscheiden. Beide werden mit demselben Format notiert; was die Quote bedeutet, ist eine Frage der Bewilligung, nicht der Nachkommastelle.

IviBet

IviBet ist ein weiterer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Die Marke erscheint in Listen und Vergleichen, ist hier aber rechtlich gleichgestellt wie die übrigen ausländischen Anbieter: keine Kraft in der Schweiz, kein Schutz, kein Eintrag im Sperrregister. Ein Rechner rechnet auch mit IviBet-Quoten korrekt, aber die zugrunde liegende Wette hat keinen Schweizer Rahmen.

Wer in der Schweiz wettet, kommt um die Frage nicht herum, ob der Anbieter seine Wette überhaupt annimmt. IviBet nimmt sie; die Schweiz nimmt IviBet nicht.

bet365

bet365 ist ohne Schweizer Bewilligung. Die Gespa nennt bet365 als Beispiel für eine Marke auf der Sperrliste; Schweizer Internetzugänge erreichen die Domain in der Regel nicht. Wer über ein VPN oder über verschobene DNS-Einträge spielt, bleibt rechtlich im selben Rahmen wie bei anderen ausländischen Anbietern: ausländische Lizenz ohne Kraft in der Schweiz, kein Sperrlisteneintrag des Spielers, kein Schutz im Streitfall, keine Schweizer Bewilligung der Spielsuchtbekämpfung.

Wer einen Quotenvergleich online sucht, stösst über bet365 auf rechenintensive Inhalte: Rechner, die mit Beispielquoten arbeiten. Diese Rechner rechnen korrekt, was nicht heisst, dass das Ergebnis für die Schweiz gilt.

BC.Game

BC.Game ist eine Plattform ohne Schweizer Bewilligung und mit einer starken Ausrichtung auf Kryptowährungen. Diese Ausrichtung passt nicht zur Schweizer Rechtslage: Gewinne und Saldi werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS); anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es bei bewilligten Schweizer Buchmachern nicht. Wer auf BC.Game spielt, hat aus Schweizer Sicht weder Bewilligung noch Auszahlungsweg.

Für den Quotenrechner bedeutet das: ein Ergebnis mit BC.Game-Quoten ist rechnerisch richtig, aber praktisch eine Zahl auf dem Papier. Das Geld dazu liegt nicht in einer Schweizer Bankverbindung und ist im Konfliktfall nicht über das BGS einklagbar.

Bruce Bet

Bruce Bet ist ohne Schweizer Bewilligung. Die Marke gehört in die Reihe ausländischer Anbieter, die in der Schweiz beworben werden können, ohne dass ihre Lizenz für eine Schweizer Wette gilt. Der Rechner rechnet mit jeder Quote, die er bekommt; wer die Quote von Bruce Bet eingibt, erhält einen Wert, der in der Schweiz durch keine Spielregel gedeckt ist.

Wer einen Rechner sucht, um eine Schweizer Wette durchzurechnen, gibt die Quote des Schweizer Veranstalters ein, nicht die Quote einer Marke ohne Bewilligung.

GG.BET

GG.BET ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung und richtet sich vor allem an Esports-Wetten. Da Esports nicht in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportereignisse, Wettbewerbe und Wettarten erscheint, gibt es in der Schweiz keine bewilligte Esports-Wette. Wer mit einem Rechner ein GG.BET-Ergebnis nachvollzieht, rechnet eine Wette durch, die in der Schweiz gar nicht angeboten wird; das ist kein Rechenfehler, sondern ein fehlender Markt.

Für die Berechnung selbst gilt dasselbe wie für jede andere ausländische Marke: der Rechner ist nicht das Problem, die zugrunde liegende Wette hat hier keinen Boden.

Quotenboosts, Profitboosts und Cash-Out: was die Schweizer Veranstalter dem Rechner dazugeben

Ein Rechner, der nur die Quote nimmt und mit ihr multipliziert, unterschlägt die Hälfte der Schweizer Wettpraxis. Sporttip und Jouez Sport ergänzen die Quote durch Boosts, durch Cash-Out und durch Sonderauswertungen, die der Rechner nicht kennt.

Kombiboost von Sporttip

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, prematch, live und in Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1,50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Wer einen Rechner füttert und die Zahl nicht durch 1,05 oder 1,20 oder den passenden Faktor teilt, sieht den Reingewinn ohne Boost; wer den Boost hinzunimmt, sieht den ausgezahlten Erlös.

Der Rechner sieht den Boost nicht; er sieht nur die Quote. Wer die Rechnung um den Boost ergänzen will, prüft im Wettschein, ob der Bonus auf den Nettogewinn ausgewiesen ist.

Quotenboosts und Profitboosts

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage und erhöhen die ausgewählte Quote; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei Cash-Out verfällt der Boost. Wer eine Wette mit Quotenboost absendet und vor dem Ende auscashiert, verliert den Boost — der Rechner hat keine Information darüber, der Wettschein schon.

Profitboosts und Quotenboosts sind keine pauschalen Aufschläge; sie sind an einen konkreten Anlass gebunden. Wer einen Rechner für eine Aufforderung «erhöhte Quote auf X» benutzt, liest am Ende seine eigene Multiplikation; was der Wettschein am Ende auszahlt, hängt am konkreten Boost und seinen Grenzen.

Cash-Out bei Sporttip

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt verfügbar ist. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Ein Rechner zeigt, was die Wette wert wäre, wenn sie steht; Cash-Out zeigt, was sie wert ist, solange sie noch steht. Wer beide Werte nebeneinanderstellen will, sieht einen Trade-Off: abwarten und den vollen Gewinn riskieren oder vorzeitig aussteigen mit einem vom Anbieter bestimmten Betrag.

Livewetten und ihre Tücken

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit der Quote 1,00; in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1,00 werten. Wer im Rechner eine Livewette «konstruiert», die in Wirklichkeit nach dem Tor platziert wurde, sieht das Ergebnis einer Wette, die in dieser Form nicht angenommen worden wäre.

Die Spielzeit bei Fussball umfasst 90 Minuten plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer eine Rechnung über 1,90 auf «nächste Halbzeit, Ergebnis X» anstellt, sollte prüfen, ob die Wette zur regulären Spielzeit oder zur Verlängerung zählt — die Quote ist in beiden Fällen eine Dezimalquote; die Bedeutung ist eine andere.

Was die Marge des Anbieters mit der Multiplikation zu tun hat

Eine Quote ist nicht nur eine Multiplikationsvorschrift, sondern auch das Verhältnis, in dem der Anbieter das Geld der Spielenden auf die möglichen Ausgänge verteilt. In dieser Verteilung steckt eine Marge, die der Rechner nicht zeigt, die aber erklärt, warum hohe Quoten allein noch keinen Gewinn versprechen.

Marge und Auszahlungsquote

Bei einem Zwei-Wege-Markt mit den Quoten 1,90 und 1,90 ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 / (1/1,90 + 1/1,90) = 1 / (0,5263 + 0,5263) ≈ 1 / 1,0526 ≈ 0,95; die Marge des Anbieters liegt bei rund 5 %. Bei einer 1X2-Wette mit Quoten von 2,20, 3,40 und 3,20 ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 / (1/2,20 + 1/3,40 + 1/3,20) ≈ 1 / (0,4545 + 0,2941 + 0,3125) ≈ 1 / 1,0612 ≈ 0,9424; die Marge liegt hier bei rund 5,8 %.

Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter von jeder eingesetzten Einheit im Durchschnitt einbehält. Je kleiner die Marge, desto näher liegt die Auszahlungsquote an 100 %, desto besser die Quote für den Spielenden. Der Rechner sieht die Marge nicht; er sieht die Quote. Wer beide Werte nebeneinander betrachtet, sieht, warum eine höhere Quote nicht automatisch eine bessere Wette ist — der Anbieter hat sie schon eingepreist.

Warum die Quote kein Wahrscheinlichkeitsmass ist

Die Quote eines Anbieters spiegelt seine Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten, nicht die wahre Wahrscheinlichkeit. Wenn der Anbieter eine Quote von 1,90 anbietet, schätzt er die Wahrscheinlichkeit ungefähr bei 1 / 1,90 ≈ 52,6 %; das ist ein Indikator, kein Wert, der die Welt misst. Wer die Quote mit der eigenen Einschätzung vergleicht, schätzt zweimal — der Anbieter, dann man selbst.

Der Reingewinn einer Wette errechnet sich nur aus Einsatz und Quote, aber die langfristige Bilanz eines Wettkontos hängt am Verhältnis zwischen der eigenen Wahrscheinlichkeitsschätzung und der Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt. Wer das nicht beachtet, sieht kurzfristig Gewinne, langfristig die Marge.

Erwartungswert und seine Grenzen

Der erwartete Verlust pro eingesetztem Franken entspricht der Marge des Marktes, in dem gewettet wird. Bei einer Marge von 5 % verliert der durchschnittliche Spielende 5 Rappen pro 1 CHF Einsatz; bei einer Marge von 7 % sind es 7 Rappen. Der Rechner zeigt dieses Ergebnis nicht. Es ergibt sich aus der Auszahlungsquote, und es gilt nur im Mittel über viele Wetten; eine einzelne Wette kann positiv oder negativ enden, ohne dass der Mittelwert sich ändert.

Wer mit einem Rechner eine Wette plant, sieht ihren möglichen Ausgang, nicht das, was die Wette im Durchschnitt kostet. Wer das wissen will, liest die Marge des Marktes nach — entweder über die Spielregeln des Anbieters oder über einen Vergleich der Quoten für alle Ausgänge desselben Marktes.

Wer womit rechnet: ein Pfad durch das eigene Spiel

Wer zum ersten Mal einen Quotenrechner öffnet, weiss oft nicht, in welcher Reihenfolge die Eingaben Sinn ergeben. Drei Schritte führen vom Wunsch zum Wettschein.

Eingabe der Quote

Der erste Schritt: das Format wählen. Wer aus einer Schweizer Quelle eine Dezimalquote liest, gibt sie direkt ein; wer aus einem englischen Medium eine Bruchquote hat, rechnet sie um, bevor er tippt. Eine Quote 9/2 entspricht 5,50; eine Quote 2/5 entspricht 1,40. Wer die falsche Quote einträgt, hat den Rechner nicht falsch bedient, sondern die Eingabe verwechselt.

Eingabe des Einsatzes

Der zweite Schritt: den Einsatz setzen. Hier kommen die Limiten ins Spiel. Bei Sporttip liegt die Untergrenze bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, bei CHF 2 bei Jouez Sport online und CHF 3 am Schalter. Wer die Limite unter- oder überschreitet, sieht zwar eine Zahl, aber der Wettschein nimmt den Tipp nicht an. Rechnen ohne Limit ist möglich; rechnen mit Limit heisst, die Eingabe am Realitätsrand zu prüfen.

Eingabe der Wettart

Der dritte Schritt: die Wettart wählen. Einzelwette, Kombiwette, Systemwette, jede davon mit ihren Eigenheiten. Wer «System 2 aus 4» wählt und vier Quoten eingibt, sieht sechs Wettreihen, sechs Einsätze pro Wettreihe und eine maximale Auszahlung, falls alle Wettreihen treffen. Wer die Wettart nicht versteht, gibt trotzdem eine Zahl ein — aber der Rechner rechnet dann etwas, das nicht zur Logik der Wette passt.

Auszahlung gegenüber Verlust

Der Rechner zeigt am Ende eine Auszahlung und einen Reingewinn, beide unter der Annahme, dass die Wette eintrifft. Wer die Wette verliert, sieht die Differenz zwischen dem, was gewesen wäre, und dem, was bleibt: nur der verlorene Einsatz, nichts sonst. Cash-Out verschiebt diesen Punkt: es nimmt einen Teil des Reingewinns vorzeitig und tauscht ihn gegen Sicherheit, zu einem Kurs, den der Anbieter setzt.

Wer eine Wette als System spielt, teilt das Risiko auf Wettreihen auf: ein Fehler zieht nicht den ganzen Einsatz nach sich, sondern nur den Anteil, der auf der betroffenen Wettreihe liegt. Wer den Rechner vorher nutzt, sieht, wie viele Wettreihen entstehen und wie sich der Einsatz verteilt.

Häufige Fragen zum Quotenrechner

Wie wird der Reingewinn einer Sportwette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Reingewinn einer Wette mit festen Quoten ist Einsatz × (Quote − 1). Bei 50 CHF Einsatz und Quote 2,80 sind das 50 × 1,80 = 90 CHF; die Auszahlung enthält den Einsatz nicht, sie liegt bei 140 CHF. Bei Kombiwetten steht statt der Einzelquote die Gesamtquote, die aus der Multiplikation der Einzelquoten folgt. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wie unterscheiden sich Dezimal-, Bruch- und US-Quoten, und wie lassen sie sich umrechnen?

Die Dezimalquote gibt die Auszahlung pro 1 CHF Einsatz an; eine Quote 5,50 entspricht 5,50 CHF Auszahlung für 1 CHF. Die Bruchquote gibt den Reingewinn pro Einsatz an; 9/2 bedeutet 9 CHF Gewinn pro 2 CHF Einsatz. Die US-Quote gibt den Reingewinn pro 100 $ Einsatz bei positivem Vorzeichen oder den nötigen Einsatz pro 100 $ Gewinn bei negativem Vorzeichen an; +450 entspricht +450 $ Gewinn pro 100 $ Einsatz, −250 entspricht 250 $ Einsatz pro 100 $ Gewinn. Die Schweiz notiert ihre Quoten als Dezimalwerte; die anderen Formate kommen nur in ausländischen Quellenvergleichen vor.

Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette berechnet, und warum sinkt die Trefferchance mit jeder weiteren Voraussage?

Die Gesamtquote einer Kombiwette ist das Produkt der Einzelquoten. Bei drei Voraussagen mit Quoten 1,90, 2,20 und 3,40 liegt sie bei 14,212. Der Einsatz gilt für die gesamte Wette; ausgezahlt wird nur, wenn jede Voraussage zutrifft. Die Trefferchance sinkt mit jeder weiteren Voraussage, weil alle Voraussagen gemeinsam eintreffen müssen: bei drei Voraussagen zu je 50 % Wahrscheinlichkeit liegt die Trefferquote bei 12,5 %.

Was ist eine Systemwette, und wie viele Einzelwetten stecken etwa in einer Trixie?

Eine Systemwette bündelt mehrere ähnliche Kombinationswetten in einem Wettschein und wird als «X aus Y» notiert. Eine Trixie mit drei Voraussagen enthält drei Wettreihen: drei Doppelwetten aus jeweils zwei der drei Voraussagen. Eine «Lucky 15»-Wette mit vier Voraussagen enthält 15 Wettreihen: vier Einzelwetten, sechs Doppelwetten, vier Dreifachwetten und eine Vierfachwette. Schon eine richtige Wettreihe reicht für einen Gewinn.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und pro Systemwette bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 und an Verkaufsstellen bei CHF 3, der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 500 und der Höchsteinsatz pro Multiple insgesamt bei CHF 7’500. Swisslos kann die Limiten jederzeit ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Zeigt ein Quotenrechner die Marge des Anbieters, und was bedeutet diese für den Erwartungswert auf lange Sicht?

Ein Quotenrechner zeigt die Marge nicht; er rechnet mit der eingegebenen Quote. Die Marge ergibt sich aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes. Bei zwei Ausgängen zu je 1,90 liegt sie bei rund 5 %; bei einer 1X2-Wette mit Quoten 2,20, 3,40 und 3,20 liegt sie bei rund 5,8 %. Der erwartete Verlust pro eingesetztem Franken entspricht der Marge, realisiert erst über viele Wetten. Ein einzelner Gewinn sagt nichts über das langfristige Ergebnis, das Verhältnis von eigener Wahrscheinlichkeitsschätzung zu Anbieterquote entscheidet die Bilanz.

Was darf gewettet werden?

Die zugelassene Offerte ist eine geschlossene Liste. Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportereignisse, Wettbewerbe und Wettarten (Fassung 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS) entscheidet, was auf den Wettschein darf. Qualifikationsrunden sind nur dann zugelassen, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe sind nur dann zuglassen, wenn sie dort stehen; Ranglistenwetten zählen nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind nie Gegenstand einer Wette. Corner- und Kartenmärkte erscheinen nicht auf der Liste, und ein Esports-Bereich existiert nicht. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Live-Wetten sind erlaubt, vor Spielbeginn und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS kennt keine gesetzliche Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht reguliert; es ist eine Eigenschaft jedes Anbieters für sich (Sporttip: Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, volles Cash-Out ohne Teilauszahlung, ohne Garantie pro Markt). Virtuelle Sportwetten sind in der Schweizer Bewilligung nicht festgestellt.

Inhalt erstellt vom Team «asiahandicapch»